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Feministisches Hochwasser Teil 2

Posted by Clochard - 6. Juni 2013

Mein gestriger Artikel und insbesondere die Überschrift waren eigentlich ironisch/polemisch gemeint.

Aber es bewahrheitet sich immer wieder :

„Wenn du denkst dümmer gehts nicht mehr, kommt irgendwo ein Feminist daher.“

Die Wirklichkeit hat die Satire eingeholt, allerdings nicht so wie angedeutet.

Beim Bloggerkollegen Danisch wurde ein Papier der TU Darmstadt eingekippt. Hier der Link zum Original.

Das Pamphlet trägt den Titel : „Hochwasserschutz und Gender“

Hier einige Auszüge :

Aus Untersuchungen über Planungs- und Entscheidungsprozesse in der Gesellschaft
ist bekannt, dass in den entsprechenden Disziplinen hauptsächlich Männer (Architekten, Planer, Bau-
herren, Politiker) tätig sind und es überwiegend männliche Lebensbedingungen sind, die die entste-
henden Strukturen und das Erscheinungsbild der Umwelt prägen. Die Lebenswelt dieser planenden
Männer, charakterisiert als erwerbstätig, unabhängig, gut verdienend, im besten Alter, gesund und
mobil, (vgl. Zibell 1995) unterscheidet sich sehr von der von Frauen oder auch anderen gesellschaftli-
chen Gruppen. Gleichzeitig ist die Betroffenheit von den Ergebnissen der Planung (Gestaltung von
Wohngebieten, Wohnumfeldern etc.) bei Frauen oft höher als bei Männern. Auch wenn inzwischen
Frauen häufig berufstätig sind und in ein Berufsumfeld eingebunden sind wie Männer auch, unter-
scheidet sich ihr Lebensalltag insgesamt noch deutlich, da sie i. d. R. weitere Aufgaben im Bereich der
Familienarbeit und/oder des sozialen Ehrenamtes übernehmen und somit ihr Alltag wesentlich kom-
plexer gestaltet ist (vgl. Grüger 2000: 11ff.).

Das Unvermeidliche ist bereits am Anfang der Studie passiert, die Benennung des Feindbildes.
Das Feindbild besteht im berufstätigen Mann in mittleren Jahren (ich vermisse noch die ausdrückliche Benennung der Attribute „heterosexuell und weiß“ aber das wird durch die Nennung von „anderen gesellschaftlichen Gruppen“ ohnehin beim Leser induziert).
Wie sagte schon Volker Pispers : „Mit einem guten Feindbild hat der Tag Struktur“
Ebenfalls interessant sind zwei weitere Aspekte, die sich so oder so ähnlich wie ein roter Faden durch feministische Literatur ziehen :

1) Frauen sind besonders betroffen. Der Opferstatus ist ein zentrales Element des Feminismus und muß daher auch gleich hier am Anfang kategorisch festgelegt werden. Ich darf daran erinnern, daß die offizielle Lesart des Genderismus darin besteht, die Auswirkungen staatlichen Handelns auf beide Geschlechter zu untersuchen. Der geneigte Leser möge versuchen in den hier zitierten Textstellen oder auch im verlinkten Original eine Passage zu finden, die sich um die vom Hochwasser betroffenen Lebensrealitäten irgendeiner männlichen Gruppe dreht.
2) Damit sind wir bei einem weiteren zentralen Punkt den ich auch schon in vergangenen Artikeln heftig kritisiert habe und es hier wieder tue : Das, durch das Gender Mainstreaming auf strukturelles Niveau gehievte, feministische Opfermonopol marginalsiert eine Menge gesellschaftlicher Gruppen deren körperliche, geistige, materielle oder strukturelle Schwäche tatsächlich unserer Aufmerksamkeit bedürften. In diesem Zusammenhang wäre es etwa wirklich interessant zu untersuchen, wie sich Armut (billiger Baugrund in Hochwasserzonen), Hilflosigkeit (Senioren ohne Angehörige beiderlei Geschlechts), Behinderung (besondere Maßnahmen für Rollstuhlfaher u.ä.) in Bezug auf Hochwassergefahren auswirken, und das ganz ohne Gendergedöhns und Geschlechterkampf.

2.2 Geschlechtsspezifische Arbeitsteilung
Für Fragen der verhaltensorientierten Vorsorge von Bedeutung ist der Aspekt, ob Frauen und Männer
von den Auswirkungen eines Hochwasserereignisses unterschiedlich betroffen sind. Dazu gibt es
einige qualitative Studien aus England, die hinsichtlich dieser Fragestellung ausgewertet wurden.
Zusammenfassend zeigen folgende Ergebnisse Unterschiede in der Betroffenheit von Männern und
Frauen durch Hochwasserereignisse im Hinblick auf die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung
(Tapsell et al. 1999: 83)

•Frauen haben die Hauptverantwortung für häusliche Aufgaben und sorgen sich mehr, wenn der
Haushalt beschädigt/zerstört und somit die Erledigung der Aufgaben erschwert ist.

•Berufstätige Frauen haben die doppelte Belastung durch Erwerbsarbeit und häuslichen Verant-
wortung (Aufräumarbeiten, Säuberungen, Wiederherstellung, Aufbau, Renovierungen).

•Frauen übernehmen im Allgemeinen eher die Verantwortung für den Wiederaufbau, die Verhand-
lungen mit Versicherern, Handwerkern, Baufirmen etc.

•Frauen verbringen i. d. R. mehr Zeit zu Hause und haben weniger Möglichkeiten, vor den Erinne-
rungen/Erfahrungen zu fliehen (aus dem häuslichen Alltag zu fliehen, z. B. an einen Arbeitsplatz
außer Haus).

•Frauen stehen in solchen Fällen häufig vor der Aufgabe, mit einem männlich dominierten Verwal-
tungssystem (Behörden, Versicherungen) zurecht kommen zu müssen.

In diesem Abschnitt erfahren wir, warum die Autorinnen behaupten Frauen wären von Hochwasser besonders betroffen.
(und ich erinnere nochmal daran : auf jeden Fall betroffener als Kinder, Behinderte, Kranke, Senioren e.t.c)
Ich erspare mir und dem Leser eine infantile Aufzählung von Punkten wo Männer „besonders betroffen“ wären, jeder halbwegs vernünftige Mensch kann sich das selbst zusammenreimen.

Lustig finde ich unter den angegebenen Gründen, daß Frauen den Aufbau und Renovierungen vornehmen, und die Problematik mit der männliche dominierten Verwaltung zurecht kommen zu müssen (insbesonder da eine diesbezügliche Problematik für Jungen in einem frauendominierten Bildungssystem regelmäßig verneint wird und der Anteil weiblicher Beschäftiger im öffentlichen Dienst in DE und AT > 50% beträgt).

3 Forschungsfragen und Forschungsbedarf im Themenbereich Hochwasserschutz und Gender

Die Risikowahrnehmung zwischen Männern und Frauen unterscheidet sich in vielen Bereichen, für
das Naturrisiko Hochwasser ist dies aus bisherigen Untersuchungen nicht abzuleiten:

•Zu untersuchen wäre daher, inwiefern verschiedene Faktoren (Geschlecht, Alter, persönliche Er-
fahrungen, Dauer des Aufenthalts am Ort, etc.) mit Risikowahrnehmung bezüglich Hochwasser
korrelieren.
Die unterschiedliche Betroffenheit von Frauen und Männern durch Hochwasserereignisse ist ebenfalls
ein Ansatzpunkt für weitere Forschung:
•So ist z. B. im Hinblick auf eine Verbesserung des Katastrophenschutzes interessant, wie Frauen
aufgrund ihrer sozialen Verantwortung (Sorge um Kinder, Verwandte, ältere Menschen) auf
Hochwasserwarnungen reagieren, welche Handlungsmuster und -wege sich daraus ergeben.
•Auch für den Bereich der Nachsorge sollten die Potenziale und Belastungen der Frauen im Rah-
men der Schadensbeseitigung und des Wiederaufbaus untersucht werden.
Vor allem im Bereich der Bewusstseinsbildung und der individuellen Motivation zur Eigenvorsorge
sind derzeit noch Fragen offen. Es wird deutlich, dass die zahlreichen Informationsmaterialen (vgl.
Anhang 6.3) bisher kaum eine Veränderung der Verhaltensweisen innerhalb der Bevölkerung und auf
Ebene der Kommunen bewirken. Hochwasserereignisse werden relativ schnell wieder vergessen und
damit auch die Einsicht in die Notwendigkeit, vorsorgenden Hochwasserschutz zu betreiben. Es
herrscht häufig ein trügerisches Sicherheitsbewusstsein, da die Angaben eines statistisch vorhande-
nen Schutzes vor 50-, 100-, oder 500-jährlichen Ereignissen nichts darüber aussagen, wann dieses
Hochwasser auftritt (Haber 2002).
Die Faktoren Information, Motivation und Akzeptanz sind von entscheidender Bedeutung, da es ins-
besondere darum geht, die Eigenvorsorge und Verhaltensvorsorge zu stärken und über die techni-
schen Maßnahmen hinaus eher flächenhafte Maßnahmen zu ergreifen. Gleichzeitig ist bisher wenig
darüber bekannt, wie das Risiko Hochwasser individuell gesehen wird und vor allem, wie die Motivati-
on zum eigenen Handeln unterstützt werden kann. Daraus ergeben sich unter Genderperspektive eine
Reihe von Forschungsfragen:
•Wer ist innerhalb gesellschaftlicher Gruppen/Institutionen (Familie, Schule, Kindergarten, Alters-
heim, Krankenhaus, Betriebe etc.) für die Implementierung und Umsetzung verhaltensorientierter
Maßnahmen „zuständig“, d. h. wer übernimmt die Beschaffung und Vermittlung entsprechender
Informationen (Multiplikatoren), wer sorgt für entsprechende Vorkehrungen, wer organisiert im
Katastrophenfall die Aktionen? Da in vielen Bereichen soziale Einrichtungen bzw. Berufe betroffen
sind, liegt die Vermutung nahe, dass es überwiegend Frauen sind.
•Welche Informationsbedürfnisse (hinsichtlich Eigenvorsorge, Bauvorsorge, Verhaltensvorsorge
etc.) ergeben sich in diesem Zusammenhang für Frauen als Betroffene, aber auch für Multiplikato-
ren allgemein?
•Wie müssen Informationen aufbereitet sein um verständlich zu sein? Hier können Frauen sicher-
lich nicht als eine homogene Gruppe angesprochen werden, ebenso wenig wie Männer, aber wel-
che verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen sollte man unterscheiden und inwiefern muss sich
die Informationsaufbereitung und die Art der Verbreitung z. B. hinsichtlich kultureller oder religiö-
ser Unterschiede an die betroffenen Bevölkerungsteile anpassen?
•Mit welchen Medien können die verschiedenen Gruppen (z. B. Hausfrauen/Familienfrauen, be-
rufstätige Frauen, Fachfrauen, Seniorinnen…) erreicht werden?
Im Rahmen künftiger Forschungsaufträge rund um das Thema vorsorgender Hochwasserschutz sollte
die Genderperspektive explizit als Forschungsgegenstand aufgenommen und berücksichtigt werden,
um einerseits die Datenlage zu dieser Thematik zu verbessern und die besonderen Qualitäten durch
die Einbeziehung von Frauen in die Planung auch für den vorsorgenden Hochwasserschutz zu er-
schließen:
•Erfahrung in der Verknüpfung unterschiedlicher Lebensbereiche;
•Kompromissfähigkeit;
•Kommunikationsfähigkeit und Sozialkompetenz;
•Kreativität etc..

Wir nähern uns dem Höhepunkt des Papiers. Im Grunde ist Genderismus eine auf den Selbsterhalt bedachte und ausbreitende Industrie. Wie schon öfter in vorangegangen Artikeln ausgeführt hängen Feministen am staatlichen Tropf und sind haben sich ausreichend Bünde und Netzwerke aufgebaut um einem Blutegel gleich immer mehr finanzielle Mittel aus Steuergeldern abzuschöpfen und sich gegenseitig Beauftragungen und Posten zuzuschanzen und sich gleichzeitig immer mehr auszubreiten.

Auf die letzte Aufzählung am Ende des Absatzes möchte ich gar nicht weiter eingehen, denn das ist plumper Sexismus.

4 Handlungsbedarfe im Themenbereich Hochwasserschutz und Gender

Durch den planerischen und akteursbezogenen Ansatz des vorsorgenden Hochwasserschutzes sind
unter Gendergesichtspunkten Fragen der Partizipation und Gestaltungsmacht ein wichtiger Faktor.
Zum Themenbereich Frauen und Planung bzw. auch Gender Planning und Verwaltungshandeln gibt
es eine Reihe von Forschungsarbeiten und Modellprojekten (Bundesamt für Bauwesen und Raum-
ordnung (BBR) 2003; Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) 2003; DISP Heft 120 1995; SIR Mittei-
lungen und Berichte 30/2002; Wotha 2000). Die daraus gewonnenen Erkenntnisse können auch im
Bereich des vorsorgenden Hochwasserschutzes angewandt werden, z. B. durch:

•Auswahl geeigneter Beteiligungsformen

•Organisation und Ablaufplanung von Informationsveranstaltungen

•explizites Einbeziehen von Frauengruppen zu den jeweils aktuellen Fragen im Rahmen z. B. von
Diskussionen über den Handlungsbedarf, der Aufstellung eines Hochwasseraktionsplans, der
Konzeption und Durchführung einzelner Maßnahmen/Projekte.

Derzeit sind solche Ansätze nicht erkennbar.
Auch für den Bereich der Kommunikation und Information sollte konsequenter auf bereits bekannte
Bedürfnisse und Anforderungen von Frauen eingegangen werden. Die Erkenntnis, dass eine gender-
und zielgruppengerechte Kommunikation und Information erforderlich ist, muss stärker Eingang finden
in die praktische Umsetzung der Forschungsprojekte wie auch der konkreten Projekte vor Ort. Bei-
spielhaft kann hier das Interreg IIIB-Projekt Oderregio (s. Anhang) genannt werden, im Rahmen des-
sen eine Kommunikationsstrategie erarbeitet wird, die auch eine gender- und zielgruppengerechte
Ausrichtung thematisiert.

Jetzt kommt endlich „Butter bei de Fische“.
Es geht um künftige Beauftragung von Forschung, es geht um künftige Jobs für „Frauengruppen“, letztlich geht es um Vorsorgliche Sicherung von weiteren eigenen Pfründen, als auch für Frauenorganisationen im Netzwerk aus Steuergeld.
Im übrigen erschließt sich mir auch nach mehrmaligem Durchlesen des verlinkten Originals die Notwendigkeit von „Gender und Hochwasser“ nicht im Geringsten.
Ebenso nutzlos könnte man Forschungsgelder zum Thema „Der Einfluß der Farbe von Milchverpackungen und Gender“ spendieren.

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Gleichberechtigung-Gleichstellung : Impliziert eine Ungleichverteilung bereits Ungerechtigkeit ?

Posted by Clochard - 12. Februar 2013

Es gibt in der Geschlechterdebatte insbesondere in den Themenkomplexen Frauenquoten und Gender-Pay-Gap immer wieder Behauptungen, die dort herrschende Ungleichverteilung seien durch ihre bloße Existenz schon ein Beweis für eine ungerechte Frauendiskriminierung.

Da der Artikel durch die vielen Unterpunkte und Diagramme etwas unübersichtlich geraten ist, versuche ich hier ausnahmsweise mit einem Inhaltsverzeichnis Abhilfe zu schaffen.

1. Einleitung und Begriffsdefinition

1.1 Definition Ungleichverteilung

1.2 Definition Ungerechtigkeit

2. Impliziert eine Ungleichverteilung bereits eine Ungerechtigkeit anhand ausgewählter Themen in der Geschlechterdebatte ?

2.1 Ungleichverteilung der Geschlechter in den Führungspositionen

2.1.1 Voraussetzungen für eine Führungsposition

2.1.1.1 Wille
2.1.1.2 Voraussetzungen (Wettbewerbsfähigkeit, Opferbereitschaft, Selbstbewußtsein)
2.1.1.3 Ausbildung
2.1.1.4 Einsatz, Zeit, Glück
2.1.1.5 Beziehungen

2.1.2 Aktuelle Geschlechterverteilung in  Führungspositionen

2.2 Sonstige Ungleichverteilungen der Geschlechter

3. Fazit

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1.1 Definition Ungleichverteilung

Versuchen wir zuerst, um für den Rest des Artikels klare Begrifflichkeiten zu haben, zu untersuchen, was unter Ungleichverteilung bzw. Ungerechtigkeit zu verstehen ist.

Unter Ungleichverteilung versteht man das Nichtvorliegen einer Gleichverteilung.

Im der mathematischen Wahrscheinlichkeitsrechnung spricht man von einer Gleichverteilung dann, wenn alle Elementarereignisse die gleiche Eintrittswahrscheinlichkeit haben (Laplace-Annahme). Das bedeutet z.B. bei einem sechsflächigen Würfel ist bei jedem Wurf die Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Augenzahl zu Würfeln gleich 1/6 ist.

Umgelegt auf unseren Fall würde das z.B. bedeuten, daß in einem bestimmten Beruf dann eine Gleichverteilung herrst, wenn alle Menschen, denen erlaubt ist diesen Beruf auszuüben eine gleich große Chance haben diesen Beruf auszuüben. Regelmäßig wird das von Feministen jedoch so gedautet, als müßte Gleichverteilung dann Aussagen, daß wir exakt von jeder Art Mensch die gleiche Anzahl von Individuen finden müssten, die diesen Beruf ausüben, oder manchmal etwas abgeschwächt, daß wir zumindest soviele Personen einer Art dort finden müssten, wie es ihrem relativen Anteil an der Bevölkerung entspricht.

1.2 Definition Ungerechtigkeit

Nun zur Ungerechtigkeit

Die Ungerechtigkeit ist das Gegenteil von Gerechtigkeit. Zur Gerechtigkeit gibt es 2 Grundideen, nämlich entweder

– jedem das Seine oder

– Jedem das Gleiche

Wählen wir die zweite Definition, so würde die Gerechtigkeit mit der Gleichheit zu einer Einheit verschmelzen.

Nehmen wir als Beispiel die (für die Zukunft vielleicht gar nicht so unwahrscheinliche) Verteilung von Trinkwasser.

Nach der zweiten Definition wäre es gerecht, wenn ein Eskimo genausoviel Trinkwasser bekommt wie ein Massai, ein in einem klimatisierten Büro arbeitender genausoviel wie ein Erntehelfer auf einer Zuckerrohrplantage.

Die erste Defintion dagegen berücksichtigt die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen beschriebenen Personen. Die zweite Definition ist daher auch diejenige, die sich der Gesetzgeber in der Regel zu eigen macht wenn er sagt :

Gleiches ist gleich zu behandeln, ungleiches jedoch ungleich. Das ist Gerechtigkeit

Nachdem wir die beiden grundlegenden Begriffe definiert haben jetzt zur eigentlichen Fragestellung

2. Impliziert eine Ungleichverteilung bereits eine Ungerechtigkeit anhand ausgewählter Themen in der Geschlechterdebatte ?

2.1 Ungleichverteilung der Geschlechter in den Führungspositionen

Die feministische These lautet : Der Umstand, daß nicht 51,2 Prozent der Führungskräfte weiblich sind bedeutet, daß Frauen diskriminiert werden.

Zunächst wollen wir untersuchen, wie Führungskräfte zu solchen werden, dazu gibt es die folgenden Kriterien :

2.1.1 Voraussetzungen für eine Führungsposition

2.1.1.1 Wille

Ein sehr interessanter Aspekt. Es würde natürlich keine Diskriminierung bedeuten, wenn Frauen gar nicht in Führungsetagen wollen. Die folgende Grafik gibt Auskunft über die wichtigsten Faktoren für junge Mädchen im Hinblick auf ihre Berufswahl :

Quelle : http://www.wien.gv.at/menschen/frauen/pdf/maedchenbarometer04.pdf

mädchenbarometer_2005Wie wir sehen rangiert die Karriere und Aufstiegsmöglichkeiten abgeschlagen auf dem letzten Platz. Erschwerend kommt hinzu, daß Kriterien, für die junge Frauen weit höhere Präferenzen zeigen eher hinderlich dafür sind dennoch eine Führungskraft zu werden. Ich werde in den folgenden Abschnitten jeweils darauf Bezug nehmen.

2.1.1.2 Voraussetzungen (Wettbewerbsfähigkeit, Opferbereitschaft, Selbstbewußtsein)

Um eine Führungskraft zu werden, Bedarf es auch besonderer persönlicher Voraussetzungen. Als erstes fällt mir die Wettbewerbsfähigkeit ein, schließlich muß man sich gegen Mitbewerber durchsetzen. Dies wurde bereits wissenschaftlich untersucht :

Recently an important line of research using laboratory experiments has provided a new potential reason for why we observe gender imbalances in labor markets: men are more competitively inclined than women. Whether, and to what extent, such preferences yield differences in naturally-occurring labor market outcomes remains an open issue. We address this question by exploring job-entry decisions in a natural field experiment where we randomized nearly 7,000 interested job-seekers into different compensation regimes. By varying the role that individual competition plays in setting the wage, we are able to explore whether competition, by itself, can cause differential job entry. The data highlight the power of the compensation regime in that women disproportionately shy away from competitive work settings. Yet, there are important factors that attenuate the gender differences, including whether the job is performed in teams, whether the job task is female-oriented, and the local labor market.

Quelle : Do Competitive Work Places Deter Female Workers? A Large-Scale Natural Field Experiment on Gender Differences in Job-Entry Decisions” from NBER Working Paper No. 16546, Issued in November 2010

Es zeigt sich also, daß Frauen überproportional Wettbewerbssituationen scheuen, welche aber unabdingbare Voraussetzung auf dem Weg zur Führungskraft sind.

Eine weitere Voraussetzung ist Opferbereitschaft. Die prinzipielle Bereitschaft Opfer für die Karriere zu bringen ist zu Unterscheiden vom späteren tatsächlich-real gebrachten Opfer. Eine noch nicht allzu alte Brigitte-Studie gibt uns über die Opferbereitschaft Auskunft :

gewuenschte_stunden_pro_woche_brigitte

In der Abbildung links sehen wir ein Grafik, welche den Unterschied bei der Bereitschaft zur Leistung von Arbeitsstunden erhebt. Auf einen Blick und ganz unschwer zu erkennen ist das riesige Gefälle von Männern und Frauen. Selbstredend empfiehlt man sich als Führungskraft dann, wenn man signalisiert dem Unternehmen eine gewisse Anzahl von Stunden zur Verfügung zu stehen. Auch läßt sich sehr gut sehen, daß selbst bei kinderlosen Personen die Bereitschaft bei Frauen eine ganz normale Vollzeitwoche zu arbeiten geringer ist als bei Männern.

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fuer_kinder_wuerde_ich_brigitte

In dieser Aufstellung findet sich insbesondere in der allerersten Graphik ganz oben eine eklatante Differenz. Die Bereitschaft für Kinder mit der Erwerbsarbeit aufzuhören ist ungeborchen groß. Viele Frauen würden auch ohne mit der Wimper zu zucken Einkommensverluste hinnehmen.

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Für_meine_arbeit_wuerde_ich_brigitte

Das umgekehrte Bild zeichnet sich hier ab :

VIelmehr Männer als Frauen würden zugunsten der Karriere auf Kinder verzichten. Interessant ist übrigens, daß der Partner für Frauen in fast allen Fragen an letzter Stelle in ihrer Werteskala steht. Einerseits zeigt das, daß die medial-feministische Männerhetze bereits durchgreifend Wirkung zeigt, andererseits wird wohl niemand erwarten, daß diese Tatsache keinen Einfluß auf das Verhalten von Männern haben wird. => Ursache und Wirkung !

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kosten_von_kindern

In der letzten Darstellung sehen wir Ergebnisse von vorher noch einmal klarer aufbereitet

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Es darf festgehalten werden, daß die Opferbereitschaft, die Frauen für die Karriere aufbringen wollen im Vergleich zu Männern durchaus als mangelhaft bezeichnet werden kann.

Selbstbewußtsein : Auf dem Weg zur Führungskraft muß man selbstbewußt und konsequent voranschreiten, das Ziel immer vor Augen haben, sonst wird das nichts. Wieder gibt uns die Brigitte-Studie aufschlußreiche Informationen :

Die Selbsteinschätzung der eigenen Führungsfähigkeit steht nun allerdings in deutlichem Kontrast zu der Selbstsicherheit, mit welcher man führt. Beinahe zwei Drittel der Frauen (61 %) machen sich oft Sorgen, 43 Prozent werden leicht nervös (Abb. 7). Hier zeichnen die Männer von sich ein anderes Bild. Weniger als die Hälfte (47 %) sorgt sich häufig, nur ein Drittel (32 %) gibt an, leicht nervös zu werden. Auch beurteilen Frauen und Männer das Ausmaß ihrer Unsicherheit hinsichtlich des eigenen Verhaltens unterschiedlich. Auf die Feststellung „Ich bin selten unsicher, wie ich mich verhalten soll“ antworten 58 Prozent der Frauen zustimmend, bei den Männern sind es 66 Prozent.

Es mag vielleicht eine Rolle spielen, dass Frauen Ereignisse stärker als durch äußere Umstände kontrolliert wahrnehmen, während Männer eher ihre eigenen Fähigkeiten dafür verantwortlich machen: So wird die Aussage „Was man im Leben erreicht, ist Schicksal oder Glück“ von 35 Prozent der Frauen bestätigt, bei deutlichen Unterschieden zwischen den Bildungsniveaus (niedrige Bildung 49 %, hohe Bildung 25 %). Bei Männern sind es im Schnitt nur 26 Prozent, die dies bejahen. Hier zeigen sich ebenfalls Bildungseffekte: 37 Prozent der niedriggebildeten Männer stimmen zu und 18 Prozent der hochgebildeten Männer. Ähnlich die Reaktionen auf die Äußerung „Wenn ich auf Schwierigkeiten stoße, zweifele ich an meinen eigenen Fähigkeiten“. Dies bestätigen 44 Prozent der Frauen, bei den Männern sind es 26 Prozent. Bildungseffekte zeigen sich hier nicht.

Ist dieses vergleichsweise geringere Maß an Selbstsicherheit auch der Grund, warum sich Frauen in Bezug auf Wettbewerb und Konkurrenz anders als Männer verhalten? Wettbewerb und Konkurrenz spornen 55 Prozent der Frauen an, von den gut gebildeten Frauen sogar 66 Prozent (Abb. 6). Dagegen fühlen sich im Durchschnitt 67 Prozent der Männer durch eine Wettbewerbssituation beflügelt, von den gut Gebildeten mit 76 Prozent deutlich mehr. Auf dieses Thema gehen wir in Heft 3 näher ein. Festzuhalten bleibt schon hier, dass sich Frauen trotz ihrer Leistungen und ihrer hohen Führungskompetenz doch sehr kritisch hinterfragen und Unsicherheit empfinden, wo Selbstbewusstsein angemessen wäre. Sie haben die Voraussetzungen, sie wissen das auch – doch manchmal wird das Eis noch zu glatt, sie schlittern, statt zu gleiten, und zögern zu lange, bevor sie handeln.

Quelle : http://www.brigitte.de/producing/pdf/brigitte-studie.pdf

2.1.1.3 Ausbildung

Neben anderen Voraussetzungen ist die Ausbildung ein nicht zu unterschätzender Punkt. Es ist eine Binsenweisheit, daß bestimmte Studien für spätere Führungspositionen prädestinieren, andere weniger. Hier aus einem Bericht vom ORF über die geschlechtspezifisch gewählten Studienrichtungen :

Beliebteste Studien

Wie man sehen kann, ist der weibliche Zulauf zu Publizistik, Pädagokik, Psychologie, Anglistik und Philologie überproportional hoch. (erfreulich aus meiner Sicht dagegen die annähernde Geschlechterparität in den Bereichen Recht, Wirschafts-und Sozialwissenschaften e.t.c). Die genannten Studien sind zwar durchaus interessant, gelten aber sicher nicht als die klassischen Studien um sich für die ganz hohen Führungspositionen in der Privatwirtschaft zu empfehlen.

Hier nochmal eine Gesamtübersicht der Statistik Austria :
hochschulstatistik

Es darf also konstatiert werden : Ja, immer mehr Frauen können eine universitäre Bildung vorweisen, ob die gewählte Fachrichtung aber immer die richtige ist, um früher oder später eine sich automatisch einstellende Gleichverteilung an Führungspositionen zu erreichen darf getrost bezweifelt werden. Insofern ist natürlich der stete Hinweis von Frauenpolitikerinnen, Frauen wären inzwischen besser ausgebildet als Männer und daher der geringe Anteil an weiblichen Führungskräften nicht erklärbar nichts als polemische Propaganda.

2.1.1.4 Einsatz, Zeit, Glück

Für eine Karriere ist auch ein gewisser Einsatz nötig. Dieser Einsatz und die aufgewandte Zeit stehen aber auch mit Dingen im Zusammenhang, die wir bereits weiter oben besprochen haben. Wenn der nötige Wille für eine Karriere fehlt, werde ich nicht den dafür nötigen Einsatz aufbringen, auch wenn ich an und für sich nichts gegen eine Beförderung einzuwenden hätte. Dieser Einsatz korreliert meistens mit einem miminum an notwendiger aufzuwendender Zeit. Wenn ich reflexartig um 17:00 den Bleistift fallen lasse wird es selten mit einer Karriere etwas werden, außer vielleicht im Bereich des öffentlichen Dienstes (und es ist nicht weiter verwunderlich, daß es auch gerade dort ist, wo Frauen karrieremäßig eher reüssieren.)
Einsatz und Zeit haben aber auch etwas mit Glück zu tun, wie wir im nächsten Absatz sehen werden.

Glück: Auch ein gewisser Glücksfaktor ist gegeben, wenn man Karriere machen möchte. Menschen die behaupten, ihre erfolgreiche Karriere beruhe ausschließlich auf harter Arbeit lächle ich immer nur müde ins Gesicht. Nichtsdestotrotz kann man dem Glück auf die Beine helfen. Wenn ich Karriere machen möchte muß ich dafür Sorge tragen mich in Situationen zu begeben, in denen mich das Glück auch erreichen kann. Ich kann z.B. kaum erwarten im Lotto zu gewinnen, wenn ich nie spiele. In derselben Weise kann man so auch seine Karriere fördern. Wenn der/die gerade vor der Beförderung stehende High-Potential überraschend kündigt, dann kann ich mich vorher gut in Postition gebracht haben um zumindest die zweite Wahl zu sein, oder ich kann gar nichts gemacht haben, dann kann mich dieses Glück auch nicht treffen.

2.1.1.5 Beziehungen

Es wäre gelogen würde man behaupten, daß nicht auch Beziehungen bei erreichen einer Führungsposition zuweilen eine Rolle spielen. Der Sohn oder die Tochter eines Unternehmensgründers wird natürlich eine bessere Chance auf die Nachfolge haben als ein Fremder. Ehemalige Studienkollegen von deren Qualitäten man restlos überzeugt ist stellt man auch lieber ein als völlig fremde Unbekannte, man will schließlich nicht die Katze im Sach kaufen. Eines ist hier aber ganz klar zu betonen : Im Prinzip ist genau das der Punkt worauf sich Frauenpolitikerinnen unter Außerachtlassung aller bisher erwähnten Punkte versteifen. Unterstellt wird eine Kultur, in der Männer Männer befördern, bloß weil sie Männer sind. Das ist natürlich hahnebücherner Unsinn. Wäre das wirklich so, so müßten wir, unter der unter Frauenpolitikerinnen populären annahme, daß Frauen ohnehin in allem besser als Männer sind inzwischen von Frauen gegründete Unternehmen an der Weltspitze verschiedener Branchen finden. Dem ist aber nicht so.

2.1.2 Aktuelle Geschlechterverteilung in  Führungspositionen

Derzeit ist es tatsächlich so, daß weitaus mehr Männer in Führungspositionen zu finden sind als Frauen. Wie wir oben gesehen haben gibt es dafür eine ganze Reihe objektiver Kriterien und die Behauptung von Frauenpolitikerinnen die Ungleichverteilung wäre auf Diskriminierung zurückzuführen und daher ungerecht darf getrost ins Reich der Märchen verwiesen werden.

Eine weitere Begründung für den status quo ist natürlich auch noch anzuführen, die hatte oben noch nicht dazugepasst, nämlich das Senioritätsprinzip. Kaum jemand wird vom Fleck weg (sprich von der Universität kommend) direkt in eine Führungsposition auf Executive Level katapultiert. Wenn wir uns das Durchschnittsalter der Executives anschauen so sprechen wir meistens von Leuten ab mindestens dem 40 Lebensjahr in den meisten Fällen beträchtlich darüber. Gehen wir von einem Durchschnittsalter von 50 Jahren aus, so läßt sich folgende einfache Rechnung anstellen :

Heute 50 jährige haben vor 25 Jahren ihren Abschluß an den Universitäten gemacht. Vor 25 Jahren hatten wir 1988. Unter Beachtung aller oben angeführten Punkte muß man daher auch vor Augen haben, wieviele Absolventinnen welcher Studienrichtungen es im Jahr 1988 und davor gegeben hat und gleichzeitig auch die Relation zu den Männern. Schnell wird einem klar, daß es schon statistisch nicht möglich ist, daß heute hier eine Gleichverteilung vorliegen kann.

2.2 Sonstige Ungleichverteilungen der Geschlechter

Es ist sehr bezeichnend, daß Frauenpolitikerinnen und Feministen insbesondere dann behaupten eine Ungleichverteilung würde eine Ungerechtigkeit bedeuten, wenn die Ungleichverteilung zuungunsten der Frauen ausfällt. Im umgekehrten Falle wird gerne davon gesprochen, daß die Männer ja „selber schuld“ wären und damit wird schlicht und ergreifend das getan, was der Volksmund als „Rosinenpicken“ beschreibt.

Beispiele ?

Männer bekommen in 90% der Fälle nicht das Sorgerecht für ihre Kinder zugesprochen

Männer stellen 80% der Obdachlosen

Männer haben ca. eine 6 Jahre geringere Lebenswerwartung

Jungen bekommen für die selbe Leistung in der Schule schlechtere Noten

Männerquote beim Bundesheer nahezu 100%

Frauen werden vor Gericht milder als Männer behandelt und bekommen für diesselben Delikte keine oder mildere Strafen, daher auch viel mehr männliche Gefängnisinsassen

Männer sind weltweit mehr von Gewalt betroffen

u.s.w., u.s.f

Zu all diesen Dingen würde die Berufsfeministin sagen : Selber schuld

3. Fazit

Es darf abschließend gesagt werden, daß die Behauptung vieler Frauenpolitikerinnen

– Gender Mainstreaming bzw. Feminismus würde sich für beide Geschlechter engagieren

– Ungleichverteilungen kommen durch Diskriminierung zustande

als haltlose Propaganda bezeichnet werden kann, weil beide einer näheren Überprüfung nicht standhalten. Nachdem den meisten Frauenpolitikerinnen, so wie mir auch, die Daten zur genaueren Erhebung der Umstände frei zur Verfügung stehen kann man daraus zwei Schlüsse ziehen. Entweder sind ihnen die Daten bewußt, und dann lügen und hetzen sie vorsätzlich und sind daher für ihr Amt nicht geeignet und rücktrittsreif oder sie sind nicht in der Lage die oben dargestellten Zusammenhänge zu begreifen und sich ihnen entsprechend zu verhalten, dann sind sie erst recht rücktrittsreif.

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Kritik zum Standard-Artikel : Gewalt gegen Frauen: Licht in die dunklen Ecken der Debatte

Posted by Clochard - 7. Februar 2013

Die deutsche Brüderle-Debatte hat auch in Österreich ein paar Spuren hinterlassen. Die Soziologin Laura Wiesböck fühlte sich bemüßigt im Standard einen Artikel mit dem Titel

Gewalt gegen Frauen: Licht in die dunklen Ecken der Debatte

zu verfassen und veröffentlichen. Wiesböck selbst arbeitet an der Universität Wien am Institut für Soziologie, ist also Wissenschaftler. An einen Wissenschaftler lege ich natürlich höhere Maßstäbe an als an eine nichtakademische Vergleichsperson und unter dieser Prämisse möchte ich den Artikel auch kurz besprechen.

In der Unterüberschrift heißt es :

Die Belästigung von Frauen ist normaler Teil der österreichischen Gesellschaft geworden. Die kulturelle Definition von Männlichkeit muss hinterfragt werden – da gibt es allerdings noch sehr viel zu tun

Wir werden sehen, ob für die aufgestellte Behauptung noch ein Beweis vorgebracht wird.
Es geht weiter mit :

Nun reden wir also über Sexismus. Nicht einfach so, weil es eigentlich klug wäre. Es brauchte einen Funken in Form anzüglicher Aussagen eines deutschen Spitzenpolitikers, der das diskursive Feuer entfachte. Und dieses Feuer zeigte, dass die Glut darunter schon seit sehr langer Zeit lodert.

dgfqr
Tun wir das ? Reden wir über Sexismus ? Weiß die Autorin eigentlich, was Sexismus ist ?
Im Sinne meiner Wikipedia-Verweigerung

wikipedia-de

nehme ich bewußt die Erläuterung des Duden :

Vorstellung, nach der eines der beiden Geschlechter dem anderen von Natur aus überlegen sei, und die [daher für gerechtfertigt gehaltene] Diskriminierung, Unterdrückung, Zurücksetzung, Benachteiligung von Menschen, besonders der Frauen, aufgrund ihres Geschlechts

Nach dieser Definition kann das Verhalten Brüderles ja wohl keinesfalls als Sexismus gewertet werden. Oder meinte die Autorin vielleicht die mißglückte „Aufschrei“-Kampagne auf Twitter ? 60000 Tweets zu allem Möglichen und Umöglichen, eine kleine Teilmenge davon sich auch mit echtem Sexismus im Sinne der Definition befassend, die überwiegende Mehrheit allerdings am Thema vorbei. Um ehrlich zu sein ich verstehe den Absatz nicht wirklich. Aber weiter :

Die Belästigung von Frauen durch Männer ist ein normaler Teil der österreichischen Gesellschaft geworden. Das geht so weit, dass bei Wohnbau- und Stadtplanung „gendersensible“ Kriterien berücksichtigt werden. Ein gelungener Euphemismus für die architektonische Vermeidung dunkler Ecken und menschenleerer Gassen, in denen sich Frauen unsicher fühlen müssen.

Dunkle Ecken sind ja an sich nichts Schlimmes. Es ist vielmehr die offenbar unveränderbare Tatsache, dass Männer sie nutzen könnten, um Frauen gegenüber aufdringlich zu werden, die uns von der Errichtung neuer dunkler Ecken Abstand nehmen lässt.

Nun endlich bekommen wir die Begründung nachgeliefert warum die Autorin zu glauben scheint der Sexismus ist normaler Teil der öffentlichen Gesellschaft. Gleichzeitig, und der aufmerksame Leser wird dies bereits mitbekommen haben spricht die Autorin von Belästigung in einem Artikel über Sexismus. Jetzt kann man Belästigung für etwas Gutes oder Schlechtes halten, eines ist Belästigung im Sinne der Definition jedenfalls nicht, nämlich Sexismus. Die Autorin gibt hier eindeutig zu verstehen, daß sie hier einen Artikel über etwas schreibt, von dem sie als Wissenschaftlerin nicht einmal die Definition kennt, also ihren Untersuchungsgegenstand.

Ich komme an dieser Stelle nicht umhin einen Seitenhieb anzubringen : Ist sie eine Quotenwissenschaftlerin ? Ist das die Qualität von wissenschaftlicher Arbeit, die wir uns in Zukunft an durchquotierten Universitäten erwarten dürfen ? Die traurige Realität hat die rethorische Fragestellung bereits eingeholt, den etwas unwissenschaftlicheres als Gender-Studies läßt sich an österreichischen Universitäten kaum finden.

Aber die rethorische und kognitive Meisterleistung dieses Absatzes steht uns erst noch bevor. Die Errichtung derartiger „gendersensibler“ Architektur beruht auf den Forderungen von Feministinnen. Es bestand kein Anlaßfall und es gab kein Ansteigen kriminalstatistischer Eckdaten die diese Forderung untermauert hatten sondern die Behauptung wurde einfach aufgestellt und der Staat folgte. Dieselben Feminstinnen stellen sich jetzt hin und behaupten eine Zunahme der Belästigung aufgrund der Tatsache, daß „gendersensibel“ gebaut würde. Ein klassischer Zirkelschluß und ungefähr ebenso sinnvoll wie wenn jemand Autobahnen fordert und sich dann wundert, daß Autos darauf fahren.

Im Artikel geht es weiter mit :

Nun also der Aufschrei

Viele Frauen richten ihren Alltag nach der potenziellen Bedrohung durch Männer aus und ergreifen täglich Maßnahmen, um sich vor Übergriffen zu schützen. Es herrscht jedoch immer noch unzureichendes Bewusstsein und Interesse darüber, wie tiefgreifend die potenzielle Belästigung durch Männer das Leben von Freundinnen, Kolleginnen oder Familienmitgliedern beeinflusst.

Nun also der Aufschrei. Frauen schildern auf Social-Media-Kanälen Erfahrungen mit sexistischen Übergriffen und Äußerungen im Alltag. Immer wieder wird in Reaktionen auch auf die Verantwortung von Frauen und die Wichtigkeit ihrer Wehrhaftigkeit hingewiesen.

Es geht in der selben Tonart weiter, munter vermischt Wiesböck Bedrohung, Übergriffe und Belästigung, dabei wollte sie doch eigentlich über Sexismus reden. Bis hierher gelingt ihr das jedenfalls nicht. In der Welt Wiesböcks richten also viele Frauen ihren Alltag nach potentiellen Bedrohungen durch Männer aus. Ich will hier versuchen nicht zu polemisieren (obwohl die Versuchung groß ist) und mal ganz unverblümt fragen :
Woher hat sie diese Information ? Wieviele Frauen sind viele ? Gibt es dazu Statistiken und kann ich das Nachlesen ?

Und dann absolut auch mal in die andere Richtung nachgefragt. Denkt Wiesböck etwa Männer ergriffen keine Maßnahmen um sich vor potentiellen Bedrohungen zu schützen ? Auch als Mann geht man nicht gedankenlos in schmuddelige Gegenden, man versperrt sorgfältig Auto- und Eingangstüre, man vermeidet bekannte Schlägerkneipen und, auch das muß gesagt werden, vermeiden Männer immer öfter irgendwo mit Frauen alleine zu sein um nicht in einen fatalen Strudel einer Falschbeschuldigung gerissen werden zu können. Es gehört zum allgemeinen Lebensrisiko nicht jegliche Verantwortung für sein eigenes Wohlbefinden auf andere oder den Staat abwälzen zu können. Sie schreibt weiter :

In der Praxis sieht es jedoch oft nicht so einfach aus. Ein Beispiel: Im Oktober 2012 wurde einer Frau in der Grazer Innenstadt von einem Fremden an den Po gegriffen. Er näherte sich mit den Worten „Oh, ein knackiger Popo. Darf ich ihn angreifen?“ Die Frau verneinte, der Unbekannte machte es trotzdem. Nachdem sie ihm eine Ohrfeige verpasst hat, schlug er ihr gegen den Kopf. Sie erstattete Anzeige. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren mit der Begründung ein, dass keine geschlechtliche Handlung stattgefunden habe, da der Po kein Geschlechtsorgan sei.

Die Entscheidung über ihren eigenen Körper wurde ignoriert, der Mann missachtete die ihm gesetzten Grenzen und behielt dabei recht, obwohl es laut Auskunft der Polizei schon mehrfach Beschwerden gegen ihn wegen Belästigung gab. Mit diesem Urteil wurde ein klares Zeichen gesendet: Manche Formen von sexueller Belästigung werden offiziell nicht als solche wahrgenommen.

Der geschilderte Fall hat sich tatsächlich so zugetragen. Aus juristischer Sicht ist dazu zu sagen, daß das Strafrecht dazu dient die höchstwertigen Güter des Rechtsstaats unter Schutz zu stellen. Gleichzeitig ist das Strafrecht auch die schärste Waffe, die der Staat besitzt. Es hätte durchaus andere Bestimmungen des StGB gegeben mit denen die Klägerin obsiegen hätte können aber offenbar hatte sie einen schlechten Anwalt. Daher ist es durchaus so, daß der Täter nicht damit davongekommen wäre wenn sich die Klägerin nicht auf die sexuelle Belästigung versteift hätte und dafür fordert das Strafgesetzbuch nun einmal eine „geschlechtliche Handlung“. Wenn man hier die Schleuse öffnete kämen wir bald zu Tatbeständen wie blosses Anschauen („fühlte mich durch seine/ihre Blicke sexuell belästigt“) und mit einer unbedachten Bewegung in einem überfüllten Aufzug könnte man zu einem verurteilten Straftäter werden.
Weiter im Text :

Was fehlt, ist, Alltagssexismus als Form von Gewalt gegen Frauen in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Es ist an der Zeit, die Ursachen von Gewalt gegen Frauen zu diskutieren, statt über die Abmilderung möglicher Ausprägungen zu sprechen (z. B. Ausbau von Überwachung, Verschärfung des Strafausmaßes, Meiden von leeren U-Bahn-Wagons). Anstatt die Diskussion reaktiv zu führen, braucht es eine Debatte über die sexistischen Normen in einer männlich dominierten Kultur.

Auch hier muß ich wieder feststellen, daß die Autorin zwar offenbar keine Ahnung von der Sexismusfefiniton hat, das dafür aber konsequent durchhält. Wir lernen es sei an der Zeit die Ursachen von Gewalt gegen Frauen zu diskutieren und Fragen uns dabei gleichzeitig ob die inzwischen seit Jahrzehnten währende einseitige Betrachtung der Gewalt gegen Frauen an der Autorin spurlos vorübergegangen ist. Inbesondere ist hier auch hervorzuheben, daß das Ausblenden männlicher Gewalterfahrungen und die Zentrierung auf Gewalt gegen Frauen selbst höchstgradig sexistisch ist.
Der Artikel setzt fort mit :

Die Auseinandersetzung mit diesem Thema ist jedoch schwierig, da daraus häufig ein Abwehrverhalten, eine Betrachtung unter einer dichotomen und kompetitiven Linse „Frau gegen Mann“ oder ein stellvertretendes Schuldbewusstsein vonseiten vieler Männer entsteht. Ziel der Debatte wäre es jedoch, ein Verantwortungsbewusstsein hervorzurufen.

Es ist fast schon unfreiwillig komisch wenn die Autorin sich in diesem Teil über das Abwehrverhalten vonseiten vieler Männer wundert, während sie selbst im gleichen Artikel weiter oben noch lustig drauflospauschaliert.

Der Artikel endet schließlich mit :

Der Aufschrei zeigt: Sich des Ausmaßes des Problems einmal bewusst zu werden ist ein tiefgreifender und störender Prozess, dem sich nicht jeder stellen möchte. Leugnen und Abstreiten stellt für viele den harmloseren Weg dar. Oft ist es auch schlicht einfacher, anderen sexistischen Männern stillschweigend zuzusehen, als sich dagegen auszusprechen.

Es ist geradezu zynisch, dass Männer, die sich offen gegen Sexismus bekennen, oft als Weicheier oder humorlos bezeichnet werden, wenn diese eigentlich mehr Selbstvertrauen und Selbstsicherheit aufweisen als jene, die nichts sagen, Dieses Image muss sich umkehren. Wir müssen darüber sprechen, wie Männlichkeit heute kulturell definiert und repräsentiert wird. Wenn es nach wie vor als Ausdruck einer akzeptablen Verhaltensweise gilt, der Aushilfskellnerin im Teenageralter im Vorbeigehen den Po zu tätscheln (wohlgemerkt kein Geschlechtsorgan), dann gibt es noch viel zu tun. (Laura Wiesböck, DER STANDARD, 6.2.2013)

Zum letzten Absatz ist nicht besonders viel zu sagen. Die Autorin hat nicht verstanden, daß es  gesellschaftlich überhaupt nicht mehr akzeptabel ist jemand den Po zu tätscheln aber um ein Gleichnis zu verwenden :

Wenn mir heute die Brieftasche gestohlen wird darf ich mich nicht wundern wenn meine Klage wegen bewaffneten Raubüberfalls nicht zum Erfolg führt. Und wenn ich selbst keinerlei Anstalten mache den Dieb zu stellen oder anderweitig Aktionen zu setzen dann darf ich mich nicht wundern, wenn auch andere Zuseher nicht eingreifen, denn das wäre klassische Verantwortungsverschiebung.

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Für eine wissenschaftliche, ideologiefreie deutsche Wikipedia

Posted by Clochard - 5. Februar 2013

wikipedia-de

Für heute noch ein zweiter Eintrag.

Ab jetzt werden meine Posts immer mit obigem Banner erscheinen.

Das hat folgenden Hintergrund. Zumeist steuerlich subventionierte Genderideologen scheinen Ihr Steuergeld am Besten dafür verwendet zu sehen, daß sie ihre Zeit damit zubringen die deutsche Wikipedia ideologisch einzufärben.

Zur Zeit ist es so, daß man konstatieren muss :

Artikeln der deutschen Wikipedia ist nicht zu trauen.

Für weiterführende Informationen :

http://genderama.blogspot.de/2012/08/wikipedia-und-macht-wie-die-online.html

http://genderama.blogspot.de/2012/08/leserbrief-wie-es-einem-in-der.html

http://ef-magazin.de/2012/08/20/3656-wissenschaftsblog-deutsche-wikipedia-wird-als-plattform-von-ideologen-missbraucht

http://sciencefiles.org/2012/08/19/die-wikipedia-files/

http://der.kritisator.de/2012/propagandaschmiede-wikipedia/

http://www.unwatched.org/20120903_Wikipedia_Steigende_Einflussnahme_von_Dritten

http://www.buerger-in-wut.de/blog,92,wikipedia-ii-die-propagandamaschine-lauft-weiter

http://jacobjung.wordpress.com/2012/01/27/selbstversuch-wikipedia-loschen-was-nicht-passt/

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Der entbehrliche Mann oder “Wann ist ein Mann ein Mann ?” Teil 3 1/2

Posted by Clochard - 26. April 2012

Eigentlich hatte ich die Artikelserie mit Teil 3 schon abgeschlossen gesehen.

Ein Kommentar von Victor von freimann.at hat mich dann dazu veranlaßt, noch diesen weiteren Teil zu verfassen, um noch ein paar Gedanken zum Thema auszuführen.

Erster Gedanke :

Victor sagte in dem Kommentar, er lehne den Gedanken ab, Männer besser zu behandeln. Ein für mich nachvollziehbarer Einwand. Es ist zumindest am Anfang so gewesen, daß es sich komisch anfühlte Männer besser zu behandeln, weil es gegen unsere soziale/genetische Programmierung ist. Und bei all diesen Aktivitäten ist mir immer bewußt, daß das kein dauerhafter Zustand und auch nicht das Ziel sein kann. Aber ich halte es zumindest temporär für notwendig. Leid tut es mir ein bißchen für all jene Frauen, die diese Behandlung nicht verdient haben, was mich zum nächsten Punkt führt :

Zweiter Gedanke :

Nicht alle Frauen sind so. In der angloamerikanischen Männerrechtsbewegung in der englischen Übersetzung ist das Akronym ein geflügeltes Wort : NAWALT (not all women are like that) oder wahlweise NAFALT (not all feministis are like that) und wird dort zumeist als lächerliches darstellen eines bekannten Einwandes von Diskurspartnern verstanden.
Wenn man sich täglich mit dem hautpsächlich von Frauen (aber nicht nur) getragenen und vom Feminismus institutionalisierten Männerhaß beschäftigt, dann fällt es zuweilen schwer nicht in einen direkt gegengerichteten Frauenhaß zu verfallen.
Das Internet ist voll von derartigen Haßausbrüchen gedemütigter Männer, und ich habe für sie Verständnis. Nein, daß bedeutet nicht, daß ich deren Frauenhaß gut heiße oder ich den teilweise schädlichen Einfluß auf die berechtigten Forderungen unserer Bewegung negiere, ich sage bloß ich verstehe wo der Haß herkommt und das weniger reflektierende Menschen dann sehr leicht in einen pauschalen Frauenhaß abgleiten können.

Wahrscheinlich ist es auch gut, daß es so ein Ventil gibt. Besser unkontrollierte Wutausbrüche im Internet, als wenn einer von denen vor lauter Frust zum Amokläufer wird. Aber eines vergessen die Kollegen sehr gerne, und das führt mich zum nächsten Punkt :

Dritter Gedanke :

Das moderne Heruntermachen alles Männlichen ist so „modern“ und neu nun auch wieder nicht, das hat bereits im 18.Jahrhundert begonnen. Was man aber darüber nicht vergessen darf ist, daß es gerade immer Frauen waren, welche Männer verteidigt und sich dabei exponiert und angreifbar gemacht haben, oft zu ihrem eigenen Schaden. Natürlich, und das ist mir bewußt, war und ist es für Frauen leichter, Partei für Männer zu ergreifen, als es das für Männer ist, trotzdem soll das den Respekt nicht schmälern.

Es gibt einige Frauen, die ich hier in diesem Zusammenhang ganz besonders herausstreichen und damit ehren möchte :

  1. Ester Vilar : Sie hat geradezu visionär in einer Zeit, in der die Frauenbewegung massiven Zulauf hatte bereits erkannt, was meine Artikelserie ausführt. Ihre Bücher „Der dressierte Mann“, „Das polygame Geschlecht“ und „Das Ende der Dressur“ können in ihrer Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und enthalten sogar noch für die heutige Zeit wichtige Ideen und Impulse für die Männerrechtsbewegung.
  2. Erin_Pizzey : Auch sie hat für die Wahrheit bezahlt. Details im verlinkten Wikipedia Artikel.
  3. Doris Lessing :Mit ihrem Hauptwerk „The golden notebook“wurde sie von Feministen vereinnahmt, sodaß sie sich zu einer Gegenwehr veranlasst sah, als sie den Feminismus durchschaut hatte :

    „Die Feministinnen verlangen von mir einen religiösen Akt, den sie nicht genauer untersucht haben. Sie wollen, dass ich Zeugnis ablege. Am liebsten möchten sie, dass ich sage: ‚Ich stehe auf eurer Seite, Schwestern, in euerm Kampf für den goldenen Tag, an dem all die brutalen Männer verschwunden sind.‘ Wollen sie wirklich, dass man allzu vereinfachende Aussagen über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen macht? Genau das wollen sie. Mit großem Bedauern bin ich zu diesem Schluss gelangt.“

    und :

    ‘It is time we began to ask who are these women who continually rubbish men. The most stupid, ill-educated and nasty woman can rubbish the nicest, kindest and most intelligent man and no one protests.’

    „Es ist Zeit, dass wir uns fragen wer diese Frauen sind die fortwährend Männer herabwürdigen. Die dümmste, ungebildetste und widerlichste Frau kann den nettesten, liebenswürdigsten und intelligentesten Mann herabwürdigen und niemand protestiert.“

  4. Astrid van Friesen : Auch sie hat sich mit ihrem Buch : Schuld sind immer die anderen! Die Nachwehen des Feminismus: frustrierte Frauen und schweigende Männer“ exponiert und angreifbar gemacht. Wer des vielen Lesens überdrüßig ist, hier ein 25 Minuten Podcast, in dem sie sehr bewegend zum Thema referiert. Auch sie war Feministin, aber hat den Feminismus durchschaut.
  5. Monika Ebeling, deren Blog ich rechts verlinkt habe, war Gleichstellungsbeauftragte in Goslar. Dort wurde sie politisch entfernt, weil sie es gewagt hat, sich auch für Benachteiligungen von Männern und Jungen einzusetzen. Welcher Männerrechtler hat schon deswegen seinen Job riskiert ?
  6. Aber man muß nicht immer so bekannte Beispiele hernehmen. Hier ein aktueller Blogeintrag von Gabriele Wolff : Das verteufelte Geschlecht Mann ein sehr, sehr lesenswerter Blogeintrag.

Also, an alle meine manchmal zum Frauenhaß tendierenden Kollegen und Brüder da draußen : Macht nicht einen auf schwarz-weiß, ruft euch in Erninnerung was für sagenhaft tolle Frauen es da draußen auch gibt. Es sind tatsächlich nicht alle so ! Die vernünftigen, guten und fairen Frauen verdienen unsere Unterstützung und haben es sich nicht verdient, mit dem Femi-Gesocks nur wegen ihres Geschlechts in einen Topf geworfen zu werden.

Vierter Gedanke :

Durch das Querlesen zum Thema der Serie bin ich auf diverse wunderliche Dinge gestoßen (zugegeben, es hat mich nicht wirklich verwundert). Diskussionswidersprüche im Feminismus, völlig kranke Argumentationsmuster, und diverse andere Dinge.
Zusammen mit meiner angehäuften Erfahrung im Genderdiskurs reift in mir die Ahnung, daß Realfeminismus irgendwie einem Krankheitsbild entsprechen könnte. Bei vielen Gegenheiten im Diskurs stellt man sich unwillkürlich die (rethorische ?) Frage : Die sind doch nicht ganz dicht ?

Ich nehme mir vor, daß in Kürze in einem Artikel zu untersuchen.

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Der entbehrliche Mann oder “Wann ist ein Mann ein Mann ?” Teil 3

Posted by Clochard - 24. April 2012

Willkommen zum dritten Teil der Serie. Es ist ratsam zuerst Teil 1 und Teil 2 zu lesen.

Wie wir gesehen haben, ist es kein leichtes Los als Mann. Die Tatsache sich die grundlegende Menschenwürde nur aufgrund seines Mannseins erst erarbeiten zu müssen ist zutiefst menschenverachtend und in dieser Form eigentlich nicht hinnehmbar. Eine simple Tatsache, die das nachfolgend Geschriebene leichter verdaulich macht : Wir leben nicht mehr in der Urzeit und wir leben auch nicht mehr in kleinen, regional abgegrenzten Stammesverbänden. Ganz im Gegenteil. Die durchschnittliche Bevölkerung eines modernen mittleren Staates entspricht der gesamten Weltbevölkerung der Urzeit, wir haben global gesehen eine grassierende Überbevölkerung. Eigentlich wäre es für die Umwelt, für den Planeten ja für alle heute besser, wenn viel weniger Menschen leben würden. Nun, in Anbetracht dieser Tatsache kehren sich die Argumente aus Teil 1, die ich für die geschichtlich-evolutionär begründete Höherbewertung weiblichen Daseins aufgrund von Gebärmutterbesitz ausgeführt habe heute um. In Teil 1 sahen wir, daß die Anzahl weiblicher Mitglieder der limitierende Faktor für die Nachkommen der nächsten Generation ist.

Also 100 Männer und 1 Frau bedeuten 1 mögliches Baby pro Jahr, 100 Frauen und 1 Mann bedeuten 100 mögliche Babies pro Jahr. Im Prinzip spricht die gravierende Überbevölkerung des Planeten für Variante 1. Je weniger Frauen es gibt, desto weniger Nachwuchs, desto besser für die Zukunft. Um hier nicht mißverstanden zu werden, natürlich verwehre ich mich gegen Pendants zu feministischen Männerausrottungsphantasien und die Tatsache, daß der Wohlstand im Westen bereits zu Geburtenraten unterhalb der Bevölkerungsreproduktionsmarke von 2,1 geführt hat, spielt auch eine gewichtige Rolle, aber nichtsdestotrotz gibt es heute keinen wie immer gearteten Grund mehr, weibliches Leben per se höher als männliches zu bewerten, weil der Gebärmutterbesitz aufgrund der Bevölkerungsexplosion kontraproduktiv ist.

Was kann man also dagegen tun ?

Es ist so gleichzeitig so einfach und so schwierig. Die Sache sitzt evolutionär in unseren Gehirnen fest und ist über diesen Umweg auch ganz tief in der Gesellschaft verankert. Viele, viele Institutionen verlassen sich auf die gesellschaftliche Verankerung des Mannes als wertloses Geschlecht und darauf, das Männer das verinnerlicht haben.
Es gäbe keinen Wehrdienst, es gäbe keine (fast ausschließlich) männlichen Todesjobs, es gäbe keine Heerscharen von männlichen Obdachlosen, die Gewalt – sowohl jene die Männer ausüben als auch jene, die Männer erleiden, wäre wesentlich geringer.
Obendrein müsste man Männer für Tätigkeiten, in denen sie ihr Leben oder ihre Gesundheit riskieren wesentlich besser bezahlen als heute. Sehen wir dem Offensichtlichen ins Auge : Große Teile unserer Gesellschaft, unseres Wohlstands, unserer Sicherheit sind auf dem Leid und der Verachtung gegenüber Männern aufgebaut. Deswegen wird es schwierig werden. Im Moment ist der Widerstand aller zu überwinden, der Gesellschaft, der Frauen und sogar der meisten Männer selbst.
Das macht die Sache kompliziert.

Aber gleichzeitig ist es auch einfach.
Angesichts der Übermacht ist der Beitrag, den der Einzelne zu leisten imstande ist ohnehin nur ein geringer, aber gleichzeitig unendlich wichtig. Was also ist zu tun ?

1) Der Feminismus muss weg

Ja, ganz banal. Um es vorwegzunehmen. Nein, der Feminismus hat den entbehrlichen Mann nicht erfunden. Leser von Teil 1 und 2 wissen das bereits. Aber er verläßt sich zu hundert prozent darauf und verstärkt die Tendenz. Sehr vereinfachend ausgedrückt verlangt der Feminismus vom Mann sich abermals, und stärker als jemals zuvor in der Geschichte zugunsten der Gesellschaft und der Frauen zurückzunehmen, sich gaaanz hinten anzustellen und seine Bedürfnisse zu  ignorieren, ja gar zu unterdrücken. Der Feminismus propagiert eine Männerverachtung, die weit über die Verachtung aufgrund von fehlendem Gebärmutterbesitz hinausgeht, er macht den Mann zum Bösen, zur Wurzel allen Übels schlechthin. Feministische Holocaustphantasien für Männer sind zwar nicht Mainstream, beschränken sich aber bei weitem nicht auf ein Manifest einer geistesgestörten Amerikanerin. Jeder Beitrag den man leistet um den Feminismus zu stoppen ist letztlich ein Beitrag für einen selbst, für sein Menschenrecht als Mann Kraft Geburt mit Wert und Wertschätzung versehen zu sein.

2) Frage nicht was andere Männer für dich tun können, sondern frage, was du für deinen Mitmann tun kannst !

Ein ausgesprochen wichtiger Punkt. Worum geht es ?

Es geht darum Bewußtsein zu schaffen. Wenn wir Männer uns selbst nicht ernst nehmen und uns mehr Wichtigkeit und weniger Entbehrlichkeit zugestehen, wie sollen es dann die anderen jemals tun ? Wir müssen aufhören unsere Mitmänner primär als Konkurrenten zu sehen, als Konkurrenten um Jobs, um Status, um Frauen und um was-weiß-ich-was-noch-alles.

Schon heute, ohne irgendwelche Änderungen verlassen wir uns in hohem Maße auf Männer, ohne ihnen dafür gebührend zu danken, nein, stattdessen sehen wir sie als Konkurrenten. Aber denken wir mal nach : Wer ist es, der dir bei einem Feuer den Arsch rettet, wer wird als Soldat dein Leben schützen, wer haut dich raus, wenn du wo als Geisel genommen wirst ?

Richtig, es sind Männer ! Mitmänner ! Es wird Zeit etwas zurückzugeben. Wie kann man das tun. Nun ein paar Beispiele aus meinem Alltag :

  • Wenn ich in eine Bank gehe und dort sitzen an 2 offenen Schaltern ein Mann und eine Frau, dann gehe ich zum Mann
  • Wenn ich weiß, daß Verkäufer Provision bekommen, dann mache ich den Vertrag bei einem Mann
  • Wenn ein Mann, in einem Geschäft oder einer Firma wo ich Kunde bin, exzellente Arbeit leistet, lasse ich es ihn wissen, und dann rufe ich dort an oder schreibe ein Feedback, um die Firma das ebenfalls wissen zu lassen.
  • Wenn ich irgendwo im öffentlichen Raum eine Frau sehe, die Hilfe benötigt frage ich mich immer zuerst : Würde ich dasselbe auch für einen Mann tun ? Ist die Antwort darauf „nein“, dann gibt es eben keine Hilfe.
  • Ich habe mir vorgenommen im öffentlichen Raum besonders dann einzugreifen, wenn ein Mann von einer Frau Gewalt erfährt. So seltsam das klingt, aber erst wenn man durch so einen Vorsatz sensibilisiert dafür ist, fällt einem auf, wie oft das vorkommt. In den letzten drei Jahren griff ich über fünfzig Mal ein !!!
  • Wenn ich beim Autofahren einen Mann sehe, der über die Strasse will, halte ich extra für ihn an, für eine Frau nicht. Warum ? Nun, die nächsten 100 Autos würden nur für die Frau anhalten. Ein Funken ausgleichender Gerechtigkeit.
  • In überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln halte ich besonders nach gebrechlichen oder älteren Männern ausschau, denen ich meinen Platz anbieten kann.
  • In einem Lokal widerstehe ich der Versuchung einer Kellnerin extra Trinkgeld zu geben, ja ganz im Gegenteil. Der Kellner erhält von mir extra Trinkgeld, von hunderten anderen bekommt er sowieso weniger, bloß weil er ein Mann ist
  • Ein obdachloser Mann erhält von mir fast immer ein bißchen Kleingeld.
  • Verhaltensweisen und Anwandlungen meiner Freundin oder im Familienumfeld, die auf der historischen Männerverachtung beruhen (du mußt das tun, weil du bist der Mann u.ä.), werden von mir sofort thematisiert und gerade nicht hingenommen. Sie war ohnehin nie radikal in dieser Richtung (sonst wäre sie nie meine Freundin geworden), aber sie ist zuweilen selbst bestürzt darüber, wie sehr gesellschaftliche Männerverachtung selbst bei ihr noch ab und an durchdringt.
  • Ich versuche im allgemeinen jedem Mann, dem ich begegne von vorneherein gebührenden Respekt zu teil werden zu lassen, einfach weil er da ist. Er muß seine Nützlichkeit für mich nicht beweisen, um diesen Respekt zu verdienen.
  • Ich schreite auch ein, wenn sich Männer über einen anderen Mann lustig machen, weil er irgendwo nicht dem traditionellen Bild als Nutztier entspricht. Das natürlich nur, wenn es über das normale Herumblödeln unter Freunden oder Bekannten hinausgeht.
  • Wenn ich Geld spende, dann auf gar keinen Fall an Organisationen, die „woman-only“ Hilfen anbieten. Entweder neutral, oder bevorzugt „men-only“. Mit einem Blick auf die jeweiligen Webseiten läßt sich das zumeist sehr gut erkennen, zumal die Männerverachtung in der Gesellschaft schon soweit gediehen ist, daß sich die diversen Hilfsorganisationen schon auf der Willkommensseite damit brüsten, ganz oder teilweise Hilfe nur für Frauen anzubieten.
  • u.s.w., u.s.f., ……………………………..

Es dürfte dem Leser nicht schwer fallen, die Liste beliebig fortzusetzen, denn ich denke die Grundtendenz ist angekommen. Der wichtigste Punkt fehlt aber noch :

  • Wann immer ich so ein Verhalten setze und es in der Situation möglich oder angemessen ist,  dann teile ich meinem Geschlechtskumpel mit, warum ich so gehandelt habe. Erst dieses Verhalten stattet die Handlung mit einem Sinn aus, der darüber hinausgeht, daß sich mein Mitmann für ein paar Minuten besser fühlt. Erst dieses Verhalten vermag in einem Effekt zu münden, den man Multiplikatoreffekt bezeichnen könnte. Denn zu einem Bewußtseinswandel kann dieses Verhalten erst führen, wenn es viele tun.

Das zu erwartende Gegenargument :

Ist das nicht frauenhassend und machen wir dann nicht genau dasselbe, was der Feminismus tut und wie schrecklich arm sind die Frauen denn dann, wenn sich niemand mehr um sie kümmert ?

Die Antwort läßt sich auf einen kurzen Nenner bringen :

Im Jetztzustand bevorzugt der Staat Frauen, die Gesellschaft bevorzugt Frauen, Frauen bevorzugen Frauen und Männer bevorzugen Frauen. Es steht 4:0

Im Übergangszustand bevorzugt der Staat Frauen, die Gesellschaft bevorzugt Frauen, Frauen bevorzugen Frauen und Männer bevorzugen Männer. Es steht 3:1

Im Endzustand bevorzugt niemand mehr niemanden nur aufgrund des Geschlechts. (global ausgedrückt, bei wenigen Einzelpersonen wird man das nicht verhindern können).

Ich wiederhole daher das oben gesagte : Männer müssen Männer zuerst ernstnehmen und unterstützen, die Gesellschaft wird folgen.

3) Erziehe deinen Sohn zu einem Menschen, nicht zu einem Sklaven

Auch ein wichtiger Punkt. Wie komme ich auf das Wort „Sklave“ ? Nun, auch Sklaven sind menschliche Wesen, deren primärer Wert an deren Nützlichkeit gemessen wurde. Ein alter Sklave, ein todkranker Sklave war nichts mehr wert, weil er nicht mehr arbeiten konnte, er war nicht mehr nützlich. Es ist eine vergleichsweise leichte Möglichkeit Einfluss zu nehmen und Dinge zu verbessern. Man sollte dem Verlangen aktiv widerstehen, seinen Sohn auf Nützlichkeit zu drillen. Dein Sohn hat einen Wert als Mensch, egal ob er nützlich ist oder nicht. Er hat einen Anspruch auf eine Erziehung, die ihm eine Wertschätzung für sich selbst (ganz ohne Leistung) und eine Wertschätzung für seinen Körper und seine Gesundheit vermittelt. Dein Sohn muss für niemand den Affen machen nur weil du das auch tun mußtest. Er ist wertvoll als Mensch, einfach weil er da ist. Dein Sohn muss nicht das Schicksal teilen, daß seine Bedürnisse ignoriert werden, weniger mit ihm gesprochen wird, seine Verletzlichkeit heruntergespielt, seine Emotionen kastriert werden (siehe Teil 1). Der Generationenwechsel ist die große Chance, dein Sohn hat die erstmals in der Geschichte die Chance nicht dadurch vom Jungen zum Mann zu werden, indem er seine Nützlichkeit für alle anderen unter Beweis stellt, es reicht, daß er für sich selbst nützlich ist. Die Anderen können sich gut um sich selbst kümmern. Für männliche Enkel, Neffen, Cousins e.t.c gilt das gerade Geschriebenen analog. Wir stehen an einer Schwelle und es bietet sich die historisch einzigartige Chance aus dem seit Ewigkeiten perpetuieten Sklaventum auszubrechen. Dein Sohn kann dereinst ein freier Mann sein und muß nicht als Sklave leben, so wie du.

Gib ihm die Chance dazu !

Fazit :

Wir als Männer haben es schwer genug. Machen wir es uns doch wenigstens für uns selbst ein bißchen leichter !

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Der entbehrliche Mann oder “Wann ist ein Mann ein Mann ?” Teil 2

Posted by Clochard - 17. April 2012

Willkommen zur Fortsetzung.

Wer hier zu lesen beginnt, ohne die vorangegangenen Ausführungen zu kennen wird nichts außer Bahnhof verstehen. Denjenigen empfehle ich daher zuerst die Lektüre von Teil 1.

Im ersten Teil der Serie waren wir dabei stehen geblieben zu erörtern, welche Anzeichen auf gesellschaftlicher Ebene es dafür gibt, daß die im Lauf der Evolution herausdifferenzierten Unterscheidungen der wertvollen, gebärmutterbesitzenden Frau und des wertlosen (weil gebärmutterlosen) Mannes auch heute noch mehr oder weniger uneingeschränkt gelten.

Sehr gut beobachten lässt sich der unterschiedliche Wert der Geschlechter in Krisen- und Gefahrensituationen. Wer kennt nicht die unselige Standardphrase von Medienmachern, egal ob männlich oder weiblich : „Es gab 20 Oper, darunter 3 Frauen“. Was bedeutet diese Aussage eigentlich ? Nun, sie bedeutet zweifelsohne, daß hier eine Opfergruppe besonders hervorgehoben wird. Die implizite Wertung, die hier zugrunde liegt ist die, daß es eben besonders tragisch ist, daß hier auch 3 Frauen Opfer wurden. Wären die 20 Opfer nur Männer gewesen, ja dann wäre es auch bedauerlich, aber die Tatsache, daß Frauen darunter waren gibt der Tragik dieser Geschichte eine ganz andere Dimension, eine Dimension, die , wollte man das ganze sozusagen mathematisch aufrechnen in der Gleichung münden muss : 3 > 17, denn die Tragik von 17 männlichen Opfern tritt hinter die Tragik von 3 weiblichen Opfern zurück. Auch der Norm „Frauen und Kinder zuerst“ liegt, obschon nie rechtlich verbindlich, eine unmißverständliche Wertung zugrunde. So hatte etwa beim Untergang der Titanic eine Frau in der 3 Klasse eine weitaus höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als ein Mann der 1.Klasse.1

Ein anderes Beispiel, über das ich auch schon einen Blogeintrag verfasst habe : Beim Erdbeben in Haiti Anfang 2010 hatte die UNO keinerlei Skrupel wegen ein paar drängelnder Männr bei der Essensausgabe das ganze Geschlecht Mann komplett von der Nahrungsmittelverteilung auszuschließen und damit dem Hungertod preiszugeben. Ob das mit umgekehrten Rollen denkbar wäre ?

Aber es muss sich nicht immer um Krisen- oder Gefahrensituationen handeln. Schon im alltäglichen Leben wird gerne, auch gesellschaftlich, mit zweierlei Maß gemessen.

Nehmen wir zum Beispiel die wissenschaftlich recht gut untersuchten Partnerwahlkriterien der beiden Geschlechter. Der amerikanische Forscher David Buss hat Partnerwahlkriterien in 37 Kulturen auf allen 5 Kontinenten untersucht und kommt dabei zu einem eindeutigen Ergebnis :

Frauen suchen Resourcen (Geld), Status, und die Bereitschaft der Männer deren eigene Bedürfnisse zugunsten der Frauen hintanzustellen. Dieselben Kriterien spielen bei Männern keine oder nur eine ganz unwesentliche Rolle, deren Hauptkriterien sind dagagen Attraktivität, Jugendlichkeit und Treue. Die Partnerwahlkriterien der Frau kann man wieder mit dem Wort Nutzen zusammenfassen. Und dabei spielt es auch keine Rolle, wie wohlhabend die Frau selbst ist.

Abgeleitet davon kann man auch beobachten, wie ein und dieselbe Verhaltensweise interpretiert wird, je nachdem welchem Geschlecht die handelnde Person angehört. Kollege Hans Alef kann zum Beispiel ein Lied davon singen. Er entschied sich dafür bei den Kindern zu bleiben, während seine Frau die Brötchen verdiente. Während uns Feministen erklären ein Mann würde eine Frau unterdrücken, wenn sie bei den Kindern bleibt, kehren sich bei umgekehrten Rollen die Anschuldigungen plötzlich um und Alef wurde als Parasit bezeichnet.2 Weltweit erhobene Werte belegen, daß viele Männer nichts dagegen hätten, bei den Kindern zu Hause zu bleiben, aber regelmäßig ist die Prozentzahl tatsächlich kinderbetreuender Väter weit darunter.3

Wie sieht es in anderen Gebieten aus ? Nun vergleichen wir einmal die mediale und politische Aufmerksamkeit für bestimmte Frauen bzw. Männer betreffende Phänomene. Wir kennen die Tatsache, daß Frauen in Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften nicht gleich wie Männer vertreten sind recht gut, weil Artikel über Artikel und politische Beschäftigung mit dem Thema sehr hohe Priorität genießt. Wie sieht es demgegenüber mit speziellen männlichen Problemen aus ?
Nun, 90% der Obdachlosen sind Männer, die Selbstmordraten von Männern liegen in allen Alterskohorten um ein Vielfaches über dem von Frauen, die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle pro Jahr für Männer übersteigt die der Frauen um mehrere tausend Prozent jährlich. Was ist davon in den Medien und womit beschäftigt sich die Politik ?
Mit den Frauen in Aufsichtsräten oder dem Gender Pay Gap. Wir können also festhalten : Das Einkommen oder die Karriere von Frauen interessiert die Gesellschaft mehr als der Tod von Männern.
Hier auch ein Video, daß die Situation schön veranschaulicht :

Einige Sequenzen des Videos führen uns gleich zum nächsten Problem nämlich der unterschiedlichen Wahrnehmung im Bereich Gewalt.
Selbst wenn eine 120 Kilo Frau einen magersüchtigen 35 Kilo Mann ohrfeigt, ist das in unseren Breiten öffentlich akzeptierte Gewalt, das Beispiel mit umgekehrten Rollen wäre kaum denkbar, ohne daß jemand einschreitet. Oft wird behauptet das läge an der Tatsache, daß von Frauen weniger starke Verletzungen ausgehen können als von Männern. Das ist natürlich hanebücherner Unsinn und eine reine Rechtfertigungsstrategie vor sich selbst, daß man – und das gilt für Männer wie für Frauen – der männlichen Gesundheit und dem männlichen Leben einen geringeren Wert beimisst als bei weiblichen Personen. Das ist auch gewollt und gefordert, denn die Gesellschaft lebt von männlicher Opferbereitschaft.
Wie wollte man sonst junge Männer mit 19, 20 Jahren in einen Krieg zwingen, wenn man ihnen nicht von Kindesbeinen an die Achtung für die eigenen Gesundheit, den eigenen Körper, ja die Wahrnehmung des eigenen Wertes systematisch abtrainiert ?
Die dafür sensibilisierten Frauen würde ich gerne in ihren Reaktionen beobachten wenn eine Regierung beschließen würde eine ausschließlich weibliche Wehrpflicht einzuführen.
Die unterschiedliche Wahrnehmung von Männer- und Frauengewalt lässt sich im folgenden Video sehr gut beobachten :

Ein weiteres Beispiel in diesem Kontext sind die in praktisch allen westlichen Staaten gefahrenen Kampagnen gegen Gewalt an Frauen. Jede Statistik belegt unzweifelhaft, daß Männer in viel höherem Ausmaß von Gewalterfahrungen als passiver Akteur betroffen sind, dennoch wird nur Gewalt an Frauen thematisiert. Woran könnte das wohl liegen ?
Der Mann ist weniger wert, seine Gewalterfahrung nicht so schlimm wie die des „wertvolleren Geschlechts“, das ist der Grund.

Der Artikel ist länger geworden als ich dachte, deswegen wird es noch einen dritten Teil geben.
Dort werde ich mich dann tatsächlich mit der Frage beschäftigen, wie man dagegen vorgehen kann.

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1 http://cuncti.net/streitbar/115-erzwungener-opfertod-wie-werden-soziale-normen-durchgesetzt
2 http://cuncti.net/lebbar/85-hans-alef-qmir-wurde-vorgeworfen-ich-waere-kein-mann-sondern-ein-parasitq
3 http://en.wikipedia.org/wiki/Stay-at-home_dad#cite_note-3

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Der entbehrliche Mann oder „Wann ist ein Mann ein Mann ?“ Teil 1

Posted by Clochard - 14. April 2012

Was für eine Überschrift !

Wie komme ich bloß auf die Idee, der Mann wäre entbehrlich ? Wir müssen doch überall lesen wie mächtig, allgegenwärtig, unterdrückend und patriarchal ausnahmslos jedes einzelne Mitglied der Subspezies Mann doch ist. Nun dazu ist es nötig ein wenig auszuholen, bevor wir auf die Analyse des Ist-Zustandes und die sich daraus ergebenden Konsequenzen kommen.

Als Ausgangspunkt nehme ich mir das Schlagwort der männlichen Identität. Wie bekam und bekommt der Mann seine Identität und wie unterscheidet sich diese Identität von der der typischen Frau ? Zur Untersuchung dieser Frage gehen wir einfach in der Geschichte tausende Jahre zurück. Die Menschen lebten damals, als sie sich langsam vom Affen zum Menschen entwickelt hatten, genauso, wie wir es auch heute noch bei menschenähnlichen Säugetieren beobachten können. In vergleichsweise kleinen, räumlich weit voneinander abgetrennten Stammesverbänden mit einer überschaubaren Anzahl von Mitgliedern. In diesen Gemeinschaften war für das Überleben und Weiterbestehen des Stammes in Fortpflanzungsfragen die Frau wichtiger als der Mann bedingt durch die bekannte Tatsache, daß ein Mann viele Frauen zur selben Zeit schwängern kann, aber immer nur eine Frau zur selben Zeit schwanger sein kann. Überspitzt ausgedrückt : Ein Stamm bestehend aus 100 Männern und einer Frau konnte pro Jahr 1x Nachwuchs haben, ein Stamm bestehend aus 100 Frauen und 1 Mann konnte dagegen 100x Nachwuchs in einem Jahr haben. Die Frau war also für diesen engen Bereich der Fortpflanzung ganz wertfrei gesprochen und relativ gesehen wichtiger als der Mann.

Nennen wir dieses spezielle Privileg für die weiteren Betrachtungen „Gebärmutterbesitz“. Durch diesen Gebärmutterbesitz war also den Frauen in diesen uralten Kulturen ein besonderer Wert gegeben, den sie einfach durch ihre bloße Existenz und den Besitz einer Gebärmutter erhielten. Durch diese Tatsache genossen sie besonderen Schutz, wurden zumeist von gefährlichen bzw. tödlichen Tätigkeiten befreit und wie man sich unschwer vorstellen kann, wurde auch über sonstige charakterliche Schwächen hinweggesehen, so kann man beispielsweise davon ausgehen, daß selbst eine stinkfaule Frau, die sich nicht an der Nahrungsbeschaffung beteiligte nicht dem Hungertod preisgegeben wurde, alleine wegen der potentiellen Möglichkeit Nachwuchs auf die Welt zu bringen. Sie wurden, soweit möglich aus kriegerischen Auseinandersetzungen herausgehalten. Dabei spielte auch die Ebene keine Rolle. Ihre Jugend, Attraktivität und Gesundheit mögen durchaus einen weitergehenden Einfluß auf ihren Status in der Gesellschaft und auf der interpersonalen Beziehungsebene gehabt haben, aber alleine durch die Tatsache ihres Uterusbesitzes hatte sie schon durch ihre bloße Existenz einen Wert an sich.

Wie sah es nun demgegenüber für den Mann aus ? Wie wir gleich sehen werden, liegen hier insbesondere zwischen den Geschlechtern Welten. Es ist meines Wissens nicht bekannt, ob unserer Vorfahren kurz nach der Wandlung vom Affen zum Menschen schon wußten, daß Sex zu Kindern führt und daß der Mann dabei eine gewissen Rolle spielt oder ob sie noch dachten Schwangerschaften würden vom Himmel fallen. Das tut eigentlich auch nichts zur Sache, denn Fakt ist, daß ein Mann eben nicht über dieses Merkmal verfügte, welches wir Gebärmutterbesitz genannt haben. Durch diese Tatsache hatte der Mann an sich keinen wie immer gearteten Wert, weder auf persönlicher, noch auf gesellschaftlicher Ebene. Nein, der Mann mußte erst noch etwas tun, er mußte sich einen wie auch immer gearteten Wert erst erkämpfen, den von Geburt an hatte er keinen, oder wenn schon nicht keinen, dann doch einen, der weit unter dem einer Frau lag. Aus diesem Grund musste ein Mann irgendetwas tun, um für die Gesellschaft einen Wert zu haben, der im Kraft Geburt nicht vergönnt war. Er konnte z.B. versuchen besonders kräftig zu werden, oder ein besonders geschickter Jäger oder ein umsichtiger Führer. Erst wenn er das geschafft hatte, erst dann wurde er in einen Stand erhoben, den eine Frau bereits von Geburt an hatte. Man kann getrost davon ausgehen, daß Männer welche ihren Nutzen für die Gesellschaft nicht unter Beweis stellen konnten, etwa weil sie behindert waren oder sich auf der Jagd oder beim Kampf so schwer verletzt wurden, daß sie für die Gruppe zur Belastung wurden, aus der Gruppe verstoßen wurden. Auch heute noch lässt sich sowohl bei Natur- als auch bei Zivilisationsvölkern dieser Übergang noch sehr gut beobachten. Es sind die Initiationsriten, sehr oft schmerzhaft oder mit Todesgefahr verbunden, die dem Heranwachsenden signalisierten, daß er jetzt keine Todesängste mehr auszustehen braucht, denn ab jetzt ist er ein akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft, ab jetzt hat er für diese einen Wert. Aber der junge Mann musste, und auch in diesem Punkt gleichen sich die Initiationsriten in allen Kulturen weltweit, ja sogar heute noch, beweisen, daß er sich zurücknehmen konnte, seinen Schmerz, seinen Ekel, seine körperliche Unversehrtheit, seine Gesundheit, ja sogar sein Leben in den Dienst der Gemeinschaft, der Gesellschaft zu stellen. Ähnlich brutale Initiationsnsriten wie für Jungen sind für Mädchen mit einer Ausnahme[1] unbekannt. Einen müden Abklatsch gibt es in Form der Menstruationsfeiern. Es darf davon ausgegangen werden kann, daß auch für Mädchen eine gewisse Gefahr bestand ein „Männerschicksal“ zu erleiden, wenn die Menstruationsblutung ausblieb, weil dann eben die Tatsache des Gebärmutterbesitzes nicht mehr zählte, da die Gebärmutter aus Sicht der Gesellschaft unbenutzbar geworden war[2] . Trotzdem relativiert das die Behauptung von weiter oben nur wenig, denn die Menschen damals konnten natürlich bei der Geburt nicht wissen, ob das betreffende Mädchen später eine Regelblutung bekommen würde und deswegen gilt die Vorzugsbehandlung ab Geburt auch für diese Mädchen.

Wir können also zusammenfassend festhalten, die Frau genoß als Gebärmutterbesitzerin einen Wert an sich, der Mann hatte als Mensch an sich keinen Wert, sondern er mußte sich einen Wert erst erarbeiten, bevor er als Mensch, als Mitglied der Gemeinschaft galt. Nun gibt es noch die unglückliche Verquickung, daß zu der Tatsache, daß der Mann in der Gesellschaft keinen Wert hatte, bevor er etwas Besonderes zu leisten im Stande war auch noch die biologischen Kriterien der Partnerwahl hinzukamen, die diese Tendenz nur noch verstärkten. Denn betrachtet man die überkommenen und nach wie vor gültigen weiblichen Partnerwahlkriterien, so läßt sich sagen, daß es auch hier der Nutzen ist, den sich eine Frau von einem Mann verspricht, der ihn in ihren Augen attraktiv erscheinen läßt. Was sonst so gerne mit dem – ich bin geneigt zu sagen euphemistischen – Begriff „Status“ umschrieben wird, läßt sich eben auch ganz uneuphemistisch mit dem Begriff Nutzen umschreiben.

Ok, jetzt wissen wir also, wie es einmal war, aber ist es heute noch so ? Das wollen wir jetzt untersuchen. Es bieten sich hier mehrere Methodiken an, die ich bewußt vermischen werde. Einmal lassen sich direkte Handlungen der Elterngeneration beobachten, andererseits Verhaltensweisen von bereits Erwachsenen, die uns Rückschlüsse darauf geben, wie es um den Wert der Geschlechter heute bestellt ist, und schließlich gibt es auch gesamtgesellschaftliche Phänomene, die uns darüber Auskunft geben können.

Beginnen wir mit den Handlungen der Elterngeneration. Es ist wissenschaftlich recht gut erforscht, daß Eltern, aber besonders Mütter, da diese tendenziell mehr Zeit mit den Kindern verbringen ihren Nachwuchs abhängig vom Geschlecht unterschiedlich behandeln. Als erstes Beispiel ist hier die durchschnittliche Schreidauer eines Säuglings zu nennen, bevor ein Elternteil eine Reaktion zeigt. Mütter lassen männliche Babies viel länger schreien als weibliche Säuglinge, bevor sie sie zu beruhigen versuchen[3]. Es ist bekannt, daß viele dieser Schreie von Säuglingen keinen anderen Zweck haben als ein Kontaktaufnahmeschrei zu sein, also zu überprüfen ob ein Elternteil noch in der Nähe ist. Langes und beständiges ignorieren solcher Kontaktaufnahmeschreie können zu schweren Traumatisierungen führen und sie tun vor allem eines, sie erschüttern den männlichen Säugling in seinem Urvertrauen. Das Urvertrauen, daß er nicht alleine ist wenn er Hilfe braucht. Aber es geht weiter. Sobald es einige Zeit später ans Sprechen geht, sprechen Mütter mit ihren Töchtern mehr als mit ihren Söhnen. Auch der Inhalt des Gesagten ist wichtig. So werden Mädchen von Müttern mehr und früher ermutigt ihre Gefühle auszudrücken und auch mit den verschiedenen Gefühlen fertig zu werden. Bezeichnenderweise ist die einzige Emotion, welche bei Burschen stärker thematisiert wird der Ärger[4]. Ein Schelm wer dabei denkt, die Mütter wüßten schon im Voraus, welches Geschlecht im Leben mehr Frustrationen ausgesetzt sein wird und deswegen eher lernen muß seinen Ärger zu beherrschen. Aber es geht weiter.
Burschen werden eher dazu ermutigt sich Gefahren auszusetzen sowie mit Schmutz und ekelerregenden Dingen umzugehen, während man Mädchen von klein auf beibringt, daß sie auf sich und ihren Körper sehr gut achten und keine Gefahren eingehen sollen. Es ist hier schon die Vorbereitung erkennbar, die behutsame Heranführung des kleinen Jungen an seine spätere Aufgabe als entbehrliches Geschlecht. In diesselbe Kerbe schlägt auch der lange Zeit gelehrte Satz : „Mädchen schlägt man nicht“. Notabene lautet der Satz nicht etwa „Menschen schlägt man nicht“ oder „Man schlägt nicht“. Jungen, auch in der Adoleszenz sind nicht dumm und begreifen anhand solcher Sätze sehr schnell ihren Stellenwert in der Gesellschaft. Mit Sätzen wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ lernt der Junge auch, daß sein Körper im Gegensatz zum Mädchen nicht wichtig ist. Insbesondere wird er das dann bemerken, wenn er vielleicht in der selben Familie Geschwister hat, oder wenn er etwa im Kindergarten solche Unterschiede in der Behandlung erleben muss.

Im Repertoire der Erwachsenenwelt gibt es ebenfalls recht gute Indizien dafür, wie es um die männliche Identität und dessen Konstruktion bestellt ist. Wie wir alle wissen gehen Männer seltener und oft zu spät zum Arzt. Frauen verspotten ihre Ehemänner ob ihrer Schmerzen bei Krankheit und das obwohl aus der Schmerzforschung bekannt ist, daß Männer Schmerzen sehr viel besser erdulden können als Frauen. Bei den gleichen Symptomen bei denen Männer zu wehklagen beginnen würden Frauen wahrscheinlich bereits das Zeitliche segnen. Aber wen mag das noch verwundern insbesondere wenn man den obigen Absatz noch im Kopf hat, wie der Junge systematisch dazu erzogen wurde seinen eigenen Körper und sein eigenes Wohlbefinden nicht so wichtig zu nehmen. Wie oft sehen wir, daß Männer waghalsige Risiken eingehen, um in der Gesellschaft etwas zu gelten. Natürlich ! Mit erreichen der Adolszenz hat der Knabe internalisiert, was die Gesellschaft, und da insbesondere die Frauen als treibende Kraft von ihm wollen. Bis zu diesem Alter hat er gelernt, daß sein Wert darin besteht, daß er seine eigenen Interessen, seine Antriebe und Motivationen zurückstecken muss. Er hat zuerst das Wohl von Frauen und Kindern zu berücksichtigen, danach das der Gesellschaft und erst dann, wenn alle anderen Wünsche erfüllt sind, dann kommt er an die Reihe. Der Mann hat nützlich zu sein, daraus generiert sich sein Wert, und im schlimmsten Fall bedeutet „nützlich“ eben den Tod zu erleiden, um andere vor dem Tod zu bewahren.

Wir alle sind in diesem Dilemma gefangen, weil es seit Jahrtausenden in unsere Köpfe geplfanzt wird. Nehmen wir als Beispiel ein brennendes Autowrack mit 2 Verletzten. Da drinnen sind ein Mann und eine Frau. Es ist uns ganz egal und wir fragen nicht danach, ob der Mann vielleicht ein Medizinnobelpreisträger ist und die Frau eine drogenabhängige Serienmörderin. Primär wird die Frau gerettet.

Das ist schlimm. Aber das muss nicht sein.

Im nächsten Teil des Artikels werden wir das erörtern.

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1 Unter dieser Ausnahme verstehe ich die Beschneidung der weiblichen Genitalien.

2 Das ist übrigens auch eine wunderbare Erklärung für die höher ausgeprägte weibliche Hygiene. Mangelnde Hygiene könnte zu unfruchtbarkeit geführt haben und damit zu denselben Konsequenzen für eine Frau wie für einen „nutzlosen“ Mann geführt haben.

3 http://www.springerlink.com/content/n6231v4210n75015/

4 http://depthome.brooklyn.cuny.edu/english/composition/blum%20goleman%20response%206.pdf

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Ist der Feminismus rassistisch ?

Posted by Clochard - 7. April 2012

Ob der Feminismus faschistisch ist, habe ich ja bereits einmal untersucht

Heute will ich mich der Frage widmen, ob der Feminismus rassistisch ist.

Zuerst einmal Grundsätzliches :

1) Wie kann Feminismus rassistisch sein, Feminismus beschäftigt sich doch mit Geschlecht und nicht mit Rassen ?

Nun Geschlecht und „Rasse“ liegen nicht so weit auseinander, wie man vielleicht vermuten würde.  Die Sektion Etymologie des Wortes Rasse in der deutschssprachigen Wikipedia
beschreibt die Entwicklung des Begriffes Rasse als eine aus dem Französischen („race“) übernommene Bezeichung mit der

weiten Bedeutung von „Geschlecht, Stamm, Abstammung, Nachkommenschaft, Gattung, Sorte, Art (von Menschen und Tieren), also für eine Gruppe von Individuen mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften.“

Ohne weitere Probleme findet also der Begriff „Geschlecht“ im herkömmlichen Sinn des Begriffes Rasse Deckung, da es sich ursprünglich um eine Einteilung einer Gruppe von Individuen mit bestimmten, gemeinsamen Eigenschaften (hier: primäre bzw. sekundäre Geschlechtsmerkmale) handelt.

2) Und wie soll man anhand dieser schwammigen Definiton nun bestimmen, ob der Feminismus rassistisch ist ?

Ausgangspunkt soll die heute in der Rassismusforschung unbestritten vorherrschende Rassismusdefinition von Albert Memmi sein :

„Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver
Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien
oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“
(Memmi 1982/1987/1992, S. 175)

Wie wir sehen, ist auch für Memmi das Kriterium Geschlecht unproblematisch. Er geht von einem Ankläger und einem Opfer aus, also gerade nicht von unterschiedlichen „Rassen“.
Diese Definition wird mitunter auch in Deutschland kritisiert, daher möchte ich in eventu auch eine daneben bestehende in Deutschland sehr gebräuchliche Definiton erwähnen :

“Rassismus liegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale von Menschen (z.B. Hautfarbe, Herkunft,
Geschlecht usw.) mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden (z.B. wenn von der Herkunft
auf geistige, sexuelle oder kriminelle Energie o.ä. geschlossen wird) und durch diese Konstruktion
eine Abwertung praktiziert wird.”
(AG SOS Rassismus NRW 1997, 11; 1998, 30; 1999, 53; ähnlich 1993, 102)

Da ich es mir nicht leicht machen möchte, ja ganz im Gegenteil, werde ich anhand der Definition von Memmi als der Anerkannteren, Verbreiteteren fortfahren und der Versuchung widerstehen, diesen Eintrag durch Gebrauch der zweiten Definition zu einer Kurzmeldung verkommen zu lassen.

Um Etwas als rassistisch im Sinne von Memmis Definition bezeichnen zu können, müssen also 4 Dinge vorliegen :

Differenz, Wertung, Verallgemeinerung und Funktion.

In den folgenden Abschnitten werden wir daher untersuchen, ob und inwieweit der Feminismus diesen Punkten entspricht. Um dem erwartbaren Argument zuvorzukommen, daß es ja DEN Feminismus so nicht gäbe, werde ich bei der Analyse auf 3 große Gruppen von Feminismus eingehen :
Gleichheitsfeminismus, Differenzfeminismus und  Realfeminismus¹

Alice Schwarzer (die sich selbst zu den Gleichheitsfeministinnen zählt) definiert die beiden  Ersteren so :

Seit es Frauenrechtlerinnen bzw. Feministinnen gibt, zerfallen sie in zwei Hauptströmungen. Die eine Strömung, das sind die Antibiologistinnen, genannt die Radikalen bzw. Universalistinnen bzw. Gleichheitsfeministinnen. Sie gehen von einer grundsätzlichen Gleichheit der Menschen und damit auch der Geschlechter aus. Nicht der biologische Unterschied, sondern die sozialen, ökonomischen und politischen Unterschiede sind für sie die Ursache der heutigen Differenz zwischen den Geschlechtern. (…)
Die andere Strömung beruft sich auf den Unterschied der Geschlechter, auf die Differenz. Die Differenzialistinnen halten den Unterschied zwischen Frauen und Männern für unabänderlich; sei es, dass er naturgegeben oder aber, dass er irreversibel geprägt, also quasi genetisch verankert sei. Sie sind für ‚Gleichberechtigung‘, aber gegen ‚Gleichheit‘ und wollen den bestehenden Unterschied nicht aufheben, sondern umwerten.²

  • Differenz

Memmi spricht hier von tatsächlichen oder fiktiven Unterschieden. Hier wird also herauszuarbeiten sein, ob der Feminismus an sich Unterschide zwischen Männern und Frauen macht. Memmi trifft bewußt keine Aussage, wie die Unterschiede vom Rassisten erklärt werden.

„[Der Rassismus]…… beschränkt sich weder auf die Biologie noch auf die Ökonomie, die Psychologie oder die Metaphysik; er ist eine vielseitig verwendbare Beschuldigung, die von allem Gebrauch macht, was sich anbietet, selbst von dem, was gar nicht greifbar ist, weil sie es je nach Bedarf erfindet“ (Memmi, S. 83).

und

„Wenn es keinen Unterschied gibt, dann wird er vom Rassisten erfunden; gibt es ihn hingegen, dann wird er von ihm zu seinem Vorteil interpretiert“ (Memmi, S. 167).[37]

Es muss sich also um keine biologisch begründbaren Unterschiede handeln, auch kulturelle oder gesellschaftliche Unterschiede erweisen sich als tauglich.

Bereits die Anwendung von Schwarzer´s Definition ein eigenen Worten ergibt die Konstruktion von Differenzen in beiden Feminismusströmungen :

„……sind für sie die Ursache der heutigen Differenz zwischen den Geschlechtern.“ bzw. „Die andere Strömung beruft sich auf den Unterschied der Geschlechter, auf die Differenz“

Für die Sparte Gleichheitsfeminismus möchte ich die Aussagen von Schwarzer selbst heranziehen, was sich aufgrund der Umstände geradezu anbietet. Nachdem Schwarzer sicher nicht dumm ist, entweichen ihr nicht oft Aussagen, die ihre wahre Gesinnung, die sie hinter dem Gleichheitsgeschwafel versteckt aufdecken. Ich danke meinem Bloggerkollegen Terminatus für die in akribischer Kleinarbeit zusammengetragenen Analysen von Schwarzers Aussagen über Männer. 1, 2, 3, 4

Nehmen wir uns aus der Vielzahl von Zitaten für die weitere Analyse beispielhaft 3 heraus :

Wir erkennen den typischen Tyrannen daran, dass er männlich ist; er macht, was er will; und es tödlich sein kann, ihm zu widersprechen.

Für uns Frauen bedeutet das: Eine jede ist Opfer von Sexualgewalt oder kann es werden – egal wie stark oder selbstbewusst sie ist. Für die Männer heißt das: Ein jeder ist Täter oder kann es werden – egal wie schwach oder bewusst er ist.

Aus “Mutterliebe” sind es Frauen vor allem, die sich verantwortlich fühlen für die Kindererziehung. Aus Gewöhnung an die “Mutterliebe” erwarten auch Männer, von Frauen bedient zu werden; treten Schwestern, Freundinnen, Kolleginnen, Ehefrauen die direkte Nachfolge der Mütter an. “Mutterliebe” bedeutet also heute vor allem eines: Arbeit.

Wie wir bemerken, versieht Schwarzer – obwohl selbst postulierte Anhängerin einer Anschauung, die Menschen keine Unterschiede zuschreibt – sehr wohl die beiden Geschlechter mit unterschiedlichen Eigenschaften. Nun wollen wir uns ansehen, wie das beim Differenzfeminismus aussieht.

Vandana Shiva, eine ökologische Differenzfeministin postuliert (Hervorhebungen von mir) :

Als ethischen Grundwert betont Vandana Shiva dabei aus der indischen Tradition übernommene ‚weibliche Lebensprinzip‘. Die Quantenphysikerin, Sozial- und Ökoaktivistin machte deutlich, dass die globalen Fehlentwicklungen alle auf einem männlich geprägten kolonialistischen Weltbild basieren. „Wenn wir das Umweltproblem lösen wollen ohne die Lage der ‚Dritten Welt‘ zu berücksichtigen, dann werden die Unternehmen einfach ihren Dreck woanders machen. Die Strukturen des kapitalistischen Patriarchats, die Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradieren, sind die gleichen, wie die, welche zur Beherrschung der Natur geführt haben. Ein Feminismus, der nicht ökologisch ist reicht mir deshalb ebenso wenig wie eine Ökologie, die nicht radikal genug ist, die Strukturen der menschlichen Beziehungen zu verändern.“

Der von Vandana Shiva mitbegründete ‚Öko-Feminismus‘ machte sich an die Aufgabe, einerseits herauszuarbeiten, wie männlich geprägte Werte zu ökologischer Zerstörung, Militarismus und Ausbeutung führen und andererseits daran, spezifisch weibliche Werte für den Umgang mit der Welt zu formulieren. Patriarchalische Gesellschaften, so argumentiert der Ökofeminismus, bauen seit Jahrtausenden auf hierarchische Strukturen unter dem Prinzip der Konkurrenz. Erfolg bemisst sich darin nicht nach dem Gemeinwohl, sondern nach dem individuellen Machtzuwachs, der durch repressive Kontrollmechanismen gesichert werden muss. Für Vandana Shiva ist deshalb die Wiederkehr der Kolonialismus in Gestalt der Globalisierung ebenso auf patriarchalische Werte zurückzuführen, wie die zunehmende Kontrolle männlich dominierter Unternehmen über das Leben selbst. „Heute werden mit der Gentechnik sogar die Innenwelten der Lebewesen – also der Menschen, Tiere und Pflanzen – kolonisiert. Zusätzlich zu den traditionellen Formen der Kontrolle wird damit sogar die Zukunft selbst kolonisiert.“

Im Mittelpunkt steht ihrer Meinung nach der männlich geprägte Begriff von ‚Macht‚, der auf Stärke durch Gewalt baut und auf die aggressive Überwindung, Dominanz und Beherrschung ausgerichtet ist. Diese Verhaltensweise wird zwar nicht als biologische Konstante verstanden, aber als herrschendes Rollenmodell immer wieder erneuert: „Was wir statt dessen brauchen ist ein ganz neues Verständnis von Macht“, sagt die Quantenphysikerin. „Macht, die von Innen kommt, deutlich ‚Nein‘ sagt zu allen Formen der Unterdrückung, eine Macht, die uns und andere ermutigt, anstatt Andere zu vernichten, um den eigenen Vorteil zu sichern.

Für den Realfeminismus nehme ich mir folgende Aussagen her (aus einem Interview mit Gabriele Heinisch-Hosek):

Gabriele Heinisch-Hosek: Beides. Wir leben in einer Geschlechterhierarchie und nicht in einer Geschlechterdemokratie. Männer geben ihre Funktionen gerne an Männer weiter, das ist das strukturelle Problem. Es braucht Überzeugungsarbeit und Sanktionen.
…………..
Falter: Vielleicht gibt es nicht-rationale Gründe?
Gabriele Heinisch-Hosek: Machtverlust von Männern, etwa. Das ist reflexartig.

  • Wertung

Nun wären ja diese festgestellten Differenzen nicht weiter schlimm, wenn sie nicht bewertet werden würden. Eine erkenntnisgeleitete Feststellung von Unterschieden macht noch keinen Rassismus. Es wäre also zu untersuchen, ob die obigen exemplarischen Aussagen eine Wertung zur Differenz enthalten.
Für den Gleichheitsfeminismus finden wir in den Aussagen von Schwarzer :

den Tyrannen, der männlich ist,
den Mann der Täter ist, und
Männer, die erwarten von Frauen bedient zu werden

Sowohl die Bezeichung Tyrann, als auch Täter und jemand der bedient werden möchte kann man ohne viel Federlesens negative Konnotationen bescheinigen.

Aber vielleicht ist es beim Differenzfeminisus anders ?
Vandana Shiva spricht von :

männlich geprägten kolonialistischen Weltbild
wie männlich geprägte Werte zu ökologischer Zerstörung, Militarismus und Ausbeutung führen
Patriarchats, die Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradieren
die zunehmende Kontrolle männlich dominierter Unternehmen über das Leben selbst
männlich geprägte Begriff von ‘Macht’, der auf Stärke durch Gewalt baut und auf die aggressive Überwindung, Dominanz und Beherrschung ausgerichtet ist

Alle verwendenten Zuschreibungen, also Kolonialismus, Zerstörung, Militarismus, Ausbeutung, Menschen degradieren, Kontrolle über das Leben, Gewalt, Dominanz, Aggressivität, Beherrschung sind exklusiv negativ und abwertend besetzte Begriffe.

Schwieriger wird es beim Realfeminismus, die handelnden Akteure sind oft rethorisch geschulte Machtpolitiker, denen selten eindeutig kompromittierendes über die Lippen kommt.
Heinisch-Hosek spricht von :

Männer geben ihre Funktionen gerne an Männer weiter, das ist das strukturelle Problem. Es braucht Überzeugungsarbeit und Sanktionen.
Machtverlust von Männern, etwa. Das ist reflexartig.

Heinisch-Hosek geht am subtilsten vor. Verständlich, denn zu offenene Männerfeindlichkeit könnte ihre politische Karriere kosten, zumindest ist das im Moment noch so. Trotzdem lässt sich analysieren, daß Männer ein Verhalten an den Tag legen, welches Sanktionen bedarf. Mit Sanktionen belegt man normalerweise sozial-inadäquates, unerwünschtes, oft verbotenes Verhalten. Und dann im zweiten Satz die pauschalierende Floskel, daß nur deswegen so wenig Frauen in Aufsichtsräten sitzen, weil sich Männer reflexartig gegen Machtverlust wehren. Beides unzweifelhaft Wertungen, beide unzweifelhaft negativ konnotiert.

  • Verallgemeinerung

Ein relativ kurz zu behandelnder Punkt. In den obigen Aussagen, wie auch sonst im Feminismus, wird man zum Terminus „Männer“ die einschränkenden Attribute einige, wenige e.t.c fast oder nie finden. Es ist verallgemeinernd, und es geht geradezu um die Verallgemeinerung, die im euphemistischen Kampfbegriff „das Patriarchat“ seinen Kulminationspunkt findet. Das Patriarchat entbindet die Feministin von der Notwendigkeit über „die Männer“ sprechen zu müssen und es erleichtert männlichen Sympathisanten oder Unterstützern sich Unterbewußt aus dem Begriff „Patriarchat“ ausnehmen zu können, eine Übung die naturgemäß bei der Verwendung von „die Männer“ um einiges schwerer zu bewerkstelligen wäre. Nichtsdestotrotz ist und bleibt das Patriarchat ein Sammelbegriff für alle Männer, welcher je nach Lust und Laune dann auch noch auf Frauen, Transsexuelle und oft sogar auf andersdenkende Feministen erstreckt wird.

Verabsolutiert nach Memmis Definiton werden die Behauptung darüberhinaus noch insofern, als mit Begriffen wie der „patriarchalen Dividende“ operiert wird. Dieser Begriff möchte aussagen, daß ein Mann gar nicht anders kann als Frauen zu unterdrücken und somit ein „Tyrann“ zu sein, selbst wenn er denn ganzen Tag nichts Anderes täte als darauf zu achten, solche Verhaltensweisen zu vermeiden. Er kann der Falle nicht entkommen, egal was er tut.

  • Funktion

Nach Memmi ist die Funktion definiert als :

„…………zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien
oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“

Ein ganz wichtiger Punkt der Definition, der bei anderen Definitionen von Rassismus oft vergessen oder ignoriert wurde.
Was also ist in den obigen Differenzierungen, die bewertet und verallgemeinert werden für den Feminismus drinnnen ?
In der Phase der späten 60er und 70er Jahre war es ganz klar die feministische Aggression, die dadurch gerechtfertig werden sollte.
Einen Tyrannen, der die Frauen seit Jahrtausenden unterdrückt, ja dem gegenüber darf man aggressiv sein.
Beispielhaft dazu Schwarzer´s Kommentar über eine amerikanische Frau, die ihrem Mann im Schlaf den Penis abgetrennt hat :

„Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!“

– Alice Schwarzer: Emma 1995

In der heutigen Phase des Feminismus, wo er sich bereits durchgesetzt und als die Ideologie der herrschenden Klasse etabliert hat geht es nur noch um die Rechtfertigung des Ausbaues oder Fortbestandes von Privilegien, so etwa die Durchsetzung einer Quote mit der Behauptung Frauen wären qua Geschlecht die besseren Unternehmenslenker.

Conclusio : Alle notwendigen Kriterien der gängigen Rassismusdefinition nach Albert Memmi werden vom Feminismus erfüllt, ja man ist sogar versucht zu sagen übererfüllt. Dabei ist es unerheblich, welche Richtung des Feminismus betrachtet wird. Der Feminismus gelangte an die Macht mittels stereotyp-rassistischer Zuordnungen zu Männern, die nicht zuletzt auch als ein Wegbereiter der heute in den Medien üblichen misandrischen Hetze und Abwertung gesehen werden können.
Er hat eine Kultur geschaffen, die es möglich macht in einer Art und Weise über eine definierte Menschengruppe herzuziehen, die man schon lange überwunden glaubte. Er macht aber hier nicht halt sondern benutzt diesselben rassistischen Mechanismen um seine Vormachtstellung auszubauen und seine Privilegien abzusichern und zu erweitern.

Der Feminismus kann daher zweifellos als rassistisch bezeichnet werden.

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¹ Der Realfeminismus ist eine Eigenbezeichnung von mir. Ich fand die Schöpfung deswegen notwendig, weil es im Prinzip keine Rolle spielt, welche Positionen von feministischen Theoriegebäuden vertreten werden,  sondern welche konkreten Forderungen, Initiativen und Gesetzesanträge von feministischen Vertretern im täglichen Leben erhoben und/oder durchgeführt werden. Dabei ist zu beobachten, daß die politisch aktive Feministin je nach Gusto, Situation und Erfolgswahrscheinlichkeit einmal gleichheitsfeministische und im nächsten Moment wieder differenzfeministische Positionen vertritt. Deswegen war die Schöpfung des Realfeminismusbegriffes notwendig. Ob eine Postition eine realfeministische ist lässt sich darauf aufbauend insofern Nachweisen, als man einfach untersucht, welche und wieviele politisch-aktive Feministen eine Position oder Forderung vertreten. Ein Beispiel : Im öffentlichen Raum sind einerseits Frauenbibliotheken, Frauencafes, Frauenräume e.t.c umgesetzt und staatlich gefördert. Das sind Auswüchse des Differenzfeminismus, der davon ausgeht, daß sich die biologische Andersartigkeit der Frauen nur dann ungestört entwickeln kann, wenn ihr dafür Mann-freie Freiräume gegeben werden. Auf der anderen Seite werden Quoten gefordert, weil ja Männer und Frauen gleich sind, und deshalb jede beliebige Gesamtheit die nicht gemäß der Geschlechterverteilung besetzt ist zwingend auf Diskriminierung zurückzuführen sein muss.

² Schwarzer, Alice (Hrsg.) (2002): Man wird nicht als Frau geboren. Köln: Kiepenheuer & Witsch, S. 13

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Was der Feminismus wirklich kritisiert. Eine unfreiwillige Demaskierung.

Posted by Clochard - 2. April 2012

Was mir oder anderen Feminismuskritikern schon länger klar ist, wird von den kritisierten Feministen sehr gerne abgestritten.

Manchmal aber ergibt es sich, daß der Zufall zu Hilfe kommt und sich eine Partei selbst ein Ei legt. Der vorliegende Artikel und die dazugehörige Analyse wird dazu beitragen, dem Phänomen Feminismus auf die Spur zu kommen.

Das ist kürzlich wieder einmal passiert als folgender Artikel auf dieStandard erschien :

http://diestandard.at/1332324254166/Twitter-Studie-Virtual-is-real

Der Artikel bespricht die sogenannte Twitter-Studie

Für alle nicht so technikaffinen Menschen eine kurze Erklärung was Twitter ist :
Twitter ist eine Internetanwendung in der man sogenannte Tweets (engl. „gezwitscher“) absetzen kann, was dann von anderen Menschen gelesen wird.
Ein Tweet ist eine Nachricht mit maximal 140 Zeichen und wird von den Menschen gelesen, die dem Ersteller der Nachricht folgen.
Für mehr Informationen dazu hier : http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter

Es ist wichtig an dieser Stelle Folgendes anzumerken :
1) Jeder Mensch mit Zugang zum Internet kann ein Twitter-Konto eröffnen und beginnen zu twittern.
2) Es steht jedem Menschen frei, worüber er twittert und wie er das formuliert
3) Es gibt keinen Zwang Tweets zu lesen oder bestimmten Usern zu folgen
Daraus ergibt sich zusammenfassend :
Twitter ist zu 100% aktiv und passiv demokratisch weil fast jeder mitmachen kann und weil jeder frei entscheiden kann, welche Informationen er dort verfolgt.
Twitter ist insofern vorurteilsfrei und gleichberechtigt, als niemand einen Vorteil davon hat einem bestimmten tweetenden User zu folgen, bzw. keinen Nachteil davon hat, einem anderen tweetenden User nicht zu folgen. Viele Accounts sind außerdem anonymisiert, indem sie weder den Klarnamen noch das Geschlecht des tweetenden Users preisgeben.

Gut, die Voraussetzungen sind geklärt, was wird denn nun eigentlich auf diestandard an Twitter kritisiert (blaue Ziffern von mir) :

Hierzulande sind die Nutzer zu 80 Prozent Männer.(1) Gezwitschert wird in erster Linie von Experten, Journalisten, Politiker und Organisationen.(2)

Der Erfolg bei Twitter(3) von möglichst vielen Nutzer gelesen, retweetet oder erwähnt zu werden, hängt nicht nur vom Gesagten ab, sondern auch vom Bekanntheitsgrad im realen Dasein der jeweiligen Nutzer. Unter den sogenannten Experten ist vor allem @HubertSickinger, Politikwissenschaftler, der sich auf Parteifinanzierung spezialisiert hat, beliebt. Der am häufigsten verfolgte Journalist ist @arminwolf, Moderator der „ZiB 2“. In den von den Wissenschaftlern erstellten Netzwerkwolken fällt vor allem die nach Geschlecht gesplittete auf (4): Frauen sind nicht nur massiv unterrepräsentiert(5), sondern befinden sich in den Netzwerken auch an der Peripherie, außerdem gibt es kaum nennenswerte Frauennetzwerke im Vergleich zu jenen der Männer(6).

Keine neuen Erkenntnisse

Der dichte Netzwerk-Kern ergibt eine blaue (männliche) Blase, während sich Frauen am Rande befinden. Einzig die Journalistin @corinnamilborn befindet sich im Vergleich zu anderen Frauen relativ zentral in der Wolke. @isabelledaniel kommt als zweite zentrale Journalistin vor, befindet sich aber an der Wolken-Peripherie. Interessanterweise wird die ORF-Diskussionsleiterin @ingridthurnher von auffällig vielen gefolgt, sie zwitschert aber kaum und ist damit in der grafischen Darstellung nicht aufzufinden. Die Überproportionalität der Männer und die gleichzeitige Randstellung der Frauen sind in der Web-2.0-Diskussion aber nicht neu: Politik- und Technikblogs, Wikipedia und andere Kanäle werden hauptsächlich von Männern bedient.(7)

Déjà-vu

Die Gründe für die wenigen Frauen auf Twitter sind vermutlich so unterschiedlich, wie die Lebensrealitäten der Frauen different sind.(8) Plakativer für gesellschaftliche Machtverhältnisse im Real Life könnte diese Twitter-Studie jedoch kaum sein. Die Studienautoren erklären diese Tatsache zum einen mit dem starken Sendungsbewusstsein der Männer, zum anderen führen sie dies auf gesellschaftliche Machtstrukturen zurück.(9) Und wie recht sie haben: Hier wie dort schaffen sich die Männer ihre Netzwerke, sind mehr oder weniger öffentlich aktiv und nehmen einen weiteren Raum für sich ein.(10) Diese virtuellen Netzwerke erklären dann auch, warum permanent die gleichen Experten – etwa Hubert Sickinger im „ZiB 2“-Studio – Rede und Antwort stehen. Elitär, verhabert und einflussreich sind sie allemal, die Netzwerke der Herren.(11) (eks, dieStandard.at, 30.3.2012)

Ok, also zerlegen wir die Kritik einmal, und nehmen uns die Punkte einzeln vor :

ad1) Keine Ahnung, wo die Zahl herkommt, die Studie gibt die 80% auf jeden Fall nicht her und ebenso der Social Media Radar Austria, welcher das Geschlecht gar nicht erhebt.

ad2) Hier lässt die Artikelautorin zum ersten Mal aufblitzen, daß sie die Studie entwder nicht gelesen oder nicht verstanden hat. Gezwitschert wird von allen möglichen Menschen, und je nachdem, welches Kriterium man für „vor allem“ anlegt kann man zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Es scheint hier nicht durchgedrungen zu sein, dass die Studie sich auf die Analyse innenpolitischer Themen beschränkt. Von den ausgewählten Accounts wurden außerdem nur jene 374 Innenpolitik-Twitterer verwendet und analysiert, die mindestens 100 Follower hatten, oft zitiert wurden und über möglichst viele verschiedene innenpolitische Themen getwittert hatten. Und sogar wenn man diese Parameter miteinbezieht so sagt die Studie selbst auf S.15 :

Wenige Politiker,
viele Bürger

Von den 374 Nutzer, die sich in der
Vorerhebungspahse als die politisch aktivsten gezeigt haben
und ausgwählt wurden, haben mehr als die Hälfte keinen
erkennbaren politischen Hintergrund. In der
österreichischen Twittersphäre spielen „Bürger“ eine
zentrale Rolle. Politiker sind insgesamt sehr schwach
vertreten, nur sehr wenige österreichische Politiker
haben überhaupt einen Twitter-Account.

Die Studie selbst teilt die analysierten Nutzer exklusiv in die Kategorien Politiker, Journalist, Experte oder Bürger ein, d.h. schon per definitionem sind Bürger weder Politiker, noch Journalisten oder Experten. Aus anderen Quellen kann diese Analyse auch nicht stammen, weil nur die Studie eine Einteilung der österreichischen Twitter Nutzer in diese Kategorien einteilt.

ad3) „Der Erfolg bei Twitter“ ? Was ist diese Phrase denn für ein Unfug. Auf jeden Fall lässt die Formulierung tief blicken. Vereinfachend gesagt ist Twitter eine elektronische Möglichkeit sich mitzuteilen und mit anderen Menschen über kurze Statements (beschränkung auf 140 Zeichen) in kurze Diskussionen einzutreten.  Wenn man so will, dann ist das aus Sicht der Studie innenpolitischer Smalltalk, denn wissenschaftlich und aussschweifend läßt es sich mit 140 Zeichen pro Tweet nicht werden. Das real-life Pendant dazu wäre wohl ein kurzer innenpolitischer Gedankenaustausch in der kurzen Kaffepause im Büro. Kann man dabei „Erfolg“ haben und wenn ja, wie sollte der aussehen ?
Die Antwort ist, es gibt keinen. Aber die Formulierung gewährt einen tiefen Einblick in die Psyche von Feministen. Offenbar wird die Welt durchanalysiert und in weiß und schwarz aufgeteilt (Frauen-Männer). Sollte es sich irgendwo ergeben, daß in einer beliebigen Gruppe, Organisation, Partei u.ä. Frauen nicht im Vorteil sind, so wird infantil mit dem Fuss aufgestampft und hysterisch „Diskriminierung !“ gebrüllt. Wer kennt diese Phase von Kindern nicht, in der sie bei allem und jedem „ich will aber auch“ schreien, ganz egal wie sehr sie das angestrebte Ziel wirklich benötigen oder es ihnen dienlich ist. Es ist das Kennzeichen einer labilen, sich entwickelnden Psyche, die für ein Kleinkind ganz normal ist.
Wenn das bei Erwachsenen auftritt, dann würde ich diesen Zustand klinisch bedenklich finden, und noch schlimmer ist es, wenn – so wie beim Feminismus- eine ganze Bewegung daraus wird. Das ist dann nicht mehr klinisch sondern eher pathologisch.

ad4) Natürlich fällt der Autorin vor allem diese Kategorie auf. Bei einem gesunden Menschen wäre das anders, aber ihr Verstand ist feministisch darauf konditioniert. Gleichsam wie ein Spürhund saust sie durch den Wald des Lebens immer die Nase am Boden um irgendwo eine Fährte zu finden, eine Spur für die (eingebildete) Unterdrückung der Frau. Die beiden groben Schnitzer aus (1) und (2) lassen bereits erahnen auf welchen Teil der Studie sich die Autorin sofort gestürzt hat. Es darf auch bezweifelt werden, ob die Studienautoren der müßigen Frage, welchem Geschlecht die Nutzer angehören, nachgegangen wären, würde nicht die Gleichstellungsmafia an den Universitäten mit Argusaugen darüber wachen, daß dort nichts ohne Frauenbezug geschieht und man darf wohl darüber spekulieren ob die Studie überhaupt publiziert hätte werden können, ohne den Geschlechterkontext explizit herauszuarbeiten.

ad5)  Aha, Frauen sind also massiv unterrepräsentiert. Nun, zum besseren Verständnis wollen wir das Wort Repräsentation analysieren. Die Wikipedia bietet für das Wort abhängig vom verwendeten Kontext unterschiedliche Erklärungen an.
http://de.wikipedia.org/wiki/Repräsentation

Aus naheliegenden Gründen können wir die Definitionen für Repräsentation aus den Gebieten Mathematik, Neurologie, Philosophie, Psychologie, der Datenrepräsentation sowie der Wissensrepräsentation ausschließen, ein kurzer Blick in die jeweiligen Abschnitte im oben verlinkten Wikipedia wird schnell klarmachen warum. Bleiben also die beiden Repräsentationsbegriffe der Politikwissenschaft und der Sozialwissenschaft.

Nachdem in der Bevölkerung der Begriff aus der Politikwissenschaft wohl eher geläufig ist, wollen wir mit diesem beginnen :

Man unterscheidet eine enge und eine weite Definition  :

„Repräsentation im engeren Sinn ist die rechtlich autorisierte Ausübung von Herrschaftsfunktionen durch verfassungsmäßig bestellte, im Namen des Volkes, jedoch ohne dessen bindenden Auftrag handelnde Organe eines Staates oder sonstigen Trägers öffentlicher Gewalt, die ihre Autorität mittelbar oder unmittelbar vom Volk ableiten und mit dem Anspruch legitimieren, dem Gesamtinteresse des Volkes zu dienen und dergestalt dessen wahren Willen zu vollziehen“

Es liegt auf der Hand, dass diese Definition für die Studie ausscheidet, denn bei Twitter ist weder etwas rechtlich autorisiert, noch handelt es sich um Herrschaftsfunktionen e.t.c

Die weite dagegen :

„Repräsentation bedeutet ganz allgemein das Gegenwärtigmachen in einer bestimmten Weise von etwas, das nichtsdestoweniger im wörtlichen Sinn oder tatsächlich nicht gegenwärtig ist.“

Damit diese Definition im Zusammenhang mit der Studie zutrifft müsste man davon ausgehen, dass die auf Twitter anwesenden Männer sich als Repräsentanten des männlichen Geschlechts verstehen und das auch im Sinne der Definition Gegenwärtig machen. Und hier liegt die Krux. Es fehlt der Nachweis, daß sich die twitternden Männer auch nur entfernt als Repräsentanten ihres Geschlechts verstehen und demgemäß auftreten. Wer ab und zu Tweets liest, dem wird auch sogleich völlig klar wie absurd und wirklichkeitsfremd diese Annahme ist. Es fehlt daher schlicht und ergreifend am Gegenwärtig machen, um der Definition zu entsprechen.

Nun, dann versuchen wir es mit der sozialwissenschaftlichen Bedeutung von Repräsentation. Wikipedia schweigt sich dazu aus, weil es noch keinen Artikel dazu gibt. Eine Recherche dazu ergibt, daß der Begriff der Repräsentation gerne in dem feministisch verseuchten Gebiet der Diskursanalyse benutzt wird. Hier kommen wir dem Kern der Sache näher. In Weiterführung des Foucault´schen Gedankengebäudes wird unterstellt, daß ein Diskurs  dann unausgewogen wird, wenn nicht jede direkt oder indirekt betroffene Gruppe in einem Diskurs ausreichend gehört wird.

Mit der passiven Form in vorangegangen Nebensatz ist eigentlich auch schon ausreichend dargestellt, warum und welche Themen aus dem Foucault´schen Theoriegebäude vom Feminismus so freudig rezipiert wurden. Demzufolge hat überall, wo Diskurs stattfindet ein ausgewogenes Verhältnis und Mitspracherecht aller betroffenen Gruppen sichergestellt zu werden. Jedoch, und hier liegt des Pudels wie des Feminismus Kern, wird das Mitspracherecht als eine Bringschuld der Sprechenden (i.e. Diskurshaltenden) aufgefasst und nicht als eine Holschuld der Gesprächsverweigerer. Das entspricht perfekt dem Konzept des Passiv-Aggressivem, welches dem Feminismus essentiell zugrunde liegt. Immer die Anderen haben dafür zu sorgen, daß Feministinnen nicht zu kurz kommen. Darum ist auch der Spagat notwendig sich einerseits in überhöhender Manier als den rundum besseren Menschen zu empfinden aber andererseits sicherzustellen, daß man immer und überall als Primäropfer bedacht wird. In diesem Punkt trifft diese narzißtische Bewegung auch meine besondere Verachtung. Es gibt tatsächlich sehr benachteiligte Menschengruppen mit berechtigten Interessen und kaum Gehör, seien es Behinderte, unheilbar Kranke, Kinder, Arme u.s.w. All diesen Gruppen nimmt der Feminismus die Luft zum Atmen, verdrängt sie aus dem Diskurs, marginalisiert deren Probleme durch die eigene Gerierung als Primäropfer jedweden Sachverhalts. Es gab und gibt in der gesamten Menschheitsgeschichte noch nie eine zahlenmässig bedeutsame Gruppe der es so gut gegangen wäre wie Frauen in heutigen westlichen Demokratien, egal welche Parameter man dafür zur Messung heranzieht (Lebenserwartung, Schwangerschaftskomplikationen, Konsumentscheidungen, Gesundheit, Freizeit  et.c…) und trotzdem ist es genau jene Gruppe, welche sich allenthalben durch Diskriminierungsgeschrei bemerkbar macht.

ad6)  Es gibt also weniger Frauennetzwerke als es derer bei Männern gibt. Was sich hier als Vorwurf liest wird schnell lächerlich, wenn man es eingehender betrachtet. Ein Netzwerk in der Lesart der Studie besteht dann wenn man einerseits selbst twittert, aber andererseits auch mit anderen Usern interagiert und diskutiert. Demnach wäre es für ein Frauennetzwerk nötig, daß Frauen sich bei Twitter anmelden und im Sinne der Studie zu innenpolitischen Themen Stellung nehmen. Um daraus ein Netzwerk zu machen müßten sie weiters mit anderen, ebenfalls twitternden Userinnen in einen diskussionsartigen Austausch treten. Bis zu diesem Zeitpunkt liegt notabene alles in der Hand von Frauen selbst. Die einzigen Einflussmöglichkeiten von Männern auf Twitter Frauennetzwerken zu mehr vorkommen zu verhelfen wären demnach :

  • Frauen freundlich, aber bestimmt aufzufordern einen Twitteraccount zu eröffnen und über innenpolitische Themen zu twittern
  • diese Frauen freundlich, aber bestimmt aufzufordern sich hauptsächlich mit anderen Frauen darüber mittels Tweets auszutauschen
  • als Männer selbst die Kommunikation mit Männern zu vermeiden, damit keine Männernetzwerke entstehen können

Klingt ziemlich lächerlich, zumindest für mich. So etwas würde man wohl maximal für Behinderte tun wenn man der Auffassung wäre, dies würde ihnen irgendeinen meßbaren Mehrwert bringen.

ad7) Hier wird lamentiert, daß im ganzen Bereich Web 2.0 die Beteiligung ziemlich mager ausfällt. Ironischerweise sind sämtliche namentlich genannten Bereiche ebenso demokratisch und freiwillig wie es Twitter ist : Politik- und Technikblogs, Wikipedia und andere Kanäle

ad8) Hier, wo die Autorin eigentlich ihre Hauptberufung sehen sollte, da sich Feminismus Definitionsgemäß mit den Lebensrealitäten von Frauen beschäftigt, hier hätte sie glänzen können. Allerdings vermeidet sie diese Tretmine elegant, indem sie ein lapidares „vermutlich“ hinschmiert. Eigentlich schade, aber ebenso bezeichnend wie von feministischer Seite gewohnt. Statt hier endlich „Butter bei de Fische“ zu geben zieht man sich auf inhaltsleere Floskeln zurück, offenbar um es als Frauenlobby zu vermeiden seiner vertretenen Gruppe auch nur im entferntesten die Verantwortung bzw. „Schuld“ für den kritisierten Zustand zu ersparen. Das ich mit meiner Vermutung nicht so falsch liege, zeigt der nächste Punkt.

ad9)Wieder eine glatte Lüge, aber das ist man ja von feministischer Seite gewohnt.

Die Aussage der Autorin :
Die Studienautoren erklären diese Tatsache zum einen mit dem starken Sendungsbewusstsein der Männer, zum anderen führen sie dies auf gesellschaftliche Machtstrukturen zurück.

Hier diesselbe Passage aus der Studie

im Originalzitat in der Studie (s.15) :
Die Überproportionalität von Männern
entspricht jedenfalls anderen einschlägigen Beobachtungen
von Twitter [30] und mag je nach Perspektive mit
Technologieaffinitat, stärkerem politischem Interesse,
Sendungsbewusstsein oder den allgemeinen
gesellschaftlichen Machtstrukturen zu erklären sein.

Nicht nur, dass die Autorin die beiden erstgenannten möglichen Gründe wissentlich unterschlägt (Technologieaffinität, stärkeres politisches Interesse) unterstellt sie den Autoren auch noch eine Behauptung, die in der Studie im Konjunktiv formuliert ist. Der Ausdruck „mag zu erklären sein“ bedeutet unmissverständlich, daß die Autoren die genannten Gründe für möglich halten, es jedoch im Rahmen der Studie nicht untersucht haben.
Und um den Brückenschlag zum Punkt davor zu machen, hier beginnt die unvermeidliche Suche nach dem Sündenbock, nach der Schuldzuweisung, die ja dann nicht besonders gut funktionieren würde, wenn man seine eigentliche Arbeit erledigt und im Absatz davor sich mit den „in den Lebensrealitäten“ der Frauen liegenden Gründen beschäftigt hätte, warum sie weniger auf Twitter vertreten sind.

ad10) Wir erreichen langsam den Höhepunkt.

Die Autorin :
Hier wie dort schaffen sich die Männer ihre Netzwerke, sind mehr oder weniger öffentlich aktiv und nehmen einen weiteren Raum für sich ein.

Ok, also Männer schaffen sich ihre Netzwerke. Im Sinne der Studie bedeutet das, daß Männer über Twitter miteinander sprechen. Nachdem kaum Frauen vorhanden sind und z.B. wie im Fall von Ingrid Turnherr auch kaum etwas Twittern lautet der implizite Vorwurf an die Männer also frei übersetzt : Wie könnt ihr es wagen über das elektronische Medium Twitter miteinander zu kommunizieren, ohne darauf zu warten oder es irgendwie zu schaffen gleich viele Frauen dazu zu bewegen ?
Es ist dieselbe passive-aggressive Grundhaltung wie unter Punkt 5) bereits besprochen, dieses ewig kleinkindlich-einfordernde „aber um die Frauen muss sich auch jemand kümmern!“

Ach und wir pöhsen Männer sind auch noch öffentlich aktiv. Das ist einer der Grundübeln und Missverständnisse der feministischen Ideologie. Frauen und hier Feministinnen im besonderen ist es unbegreiflich, wie es sein kann, daß sie im Privatleben von Männern ständig bevorzugt behandelt werden aber warum sich diesselbe Verhaltensweise im öffentlichen Raum partout nicht einstellen will.
Tja, die Sache ist einfach erklärt. Im statistischen Durchschnitt haben beide Geschlechter ihre Lebensschwerpunkte woanders. Die Männer im öffentlichen Raum (Beruf, Politik, Wissenschaft, Vereine, Hobbies e.t.c) und die Frauen im privaten Raum (Familie, Freunde, Haus oder Wohnung e.t.c). Im privaten Leben vergibt sich der Mann kaum etwas, wenn er der Frau den Vortritt lässt, während es im öffentlichen Bereich genau andersrum ist. Kaum ein Mann wird bescheiden zurücktreten und einer Frau den Spitzenjob überlassen so wie er ihr im Privatleben in den Mantel hilft.
Und das ist keine spezifisch männliche Verhaltensweise, stay-at-home dads können ein Lied davon singen, wie Frauen mit Zähnen und Klauen ihren angestammten Bereich im Privatleben verteidigen und mitnichten dem Mann dort den Vortritt lassen.

ad11)

Elitär, verhabert und einflussreich sind sie allemal, die Netzwerke der Herren.

Aber ja, der Kulminationspunkt der Sündenbocksuche.
Wie oben bei den Voraussetzungen besprochen ist gerade Twitter alles andere als elitär, es ist ganz im Gegenteil nachgerade basisdemokratisch. Im Vergleich zu Twitter ist ein Damenkaffeekränzchen um Längen elitärer, als dort tatsächlich nur ein begrenzter Personenkreis mitreden kann und darf.
Verhabert dann auch noch. Geht die Autorin tatsächlich davon aus, die Menschen, die über Twitter miteinander kommunizieren wären Freunde ? Das ist so absurd und lächerlich, das ich mir wegen der Offensichtlichkeit sogar erspare das hier zu kommentieren.
Ach und einflussreich ist ein Twitter Netzwerk auch. Inwiefern ? Hat ein Tweet schon jemals ein Gesetz beeinflusst, eine Förderung oder Subvention vergeben oder nicht, eine Steuer eingeführt oder abgeschafft, irgendeine sonstige Vergünstigung oder einen Nachteil für irgendjemanden bewirkt ?
Es ist tatsächlich bemerkenswert, was sich die Autorin in ihrer feministischen Paranoia da zusammenfabuliert.

Fazit : Der Artikel gibt ein vortreffliches Beispiel für das immanente Wesen des Feminismus ab.
Nachdem Gleichberechtigung vor dem Gesetz nur insofern noch nicht erreicht ist, als bereits seit Jahren ausschließlich Männer gesetzlich benachteiligt werden hat der Feminismus nach seinem ursprünglichen Verständnis seine Existenzberechtigung verloren. In der Zwischenzweit wurden aber bereits so viele Versorgungspöstchen für Feministen geschaffen (Gleichstellungsbeauftrage, Gleichbehandlungsanwältinnen, Frauenministerium, unzählige subventionierte Vereine mit zweifelhafter Extistenzberechtigung……) das es zur Perpetuierung des Status Quo unerlässlich ist, das Feministinnen immer neue Diskriminerungsmythen erfinden.
Zu Hilfe kommt ihnen dabei die systemantische Gehirnwäsche, welcher man unsere Jungend seit vielen Jahren unterzieht und die Tatsache, daß der schleichende Übergang von Gleichberechtigung zu Gleichstellung mit den darin enthaltenen Konsequenzen der breiten Bevölkerung noch nicht bewußt geworden sind.
Nachdem die letzen Strohhalme, an die sich die Systemerhalterinnen und Besitzstandswahrerinnen klammern können aber immer dürftiger werden (die Lohnscherenlüge wackelt gewaltig, einen Blogbeitrag gibt´s dazu von mir in Kürze, das weibliche Opfermonopol auf Gewalt wackelt, u.s.w) sind es so lächerliche Themen wie die Twitter-Diskriminierung, welche den endgültigen Untergang dieser unseligen, mneschenverachtenden Ideologie Feminismus einäuten werden.
Für eine Hassideologie wie den Feminismus darf im 21.Jahrhundert einfach kein Platz mehr sein.

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