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Das zweite Frauenvolksbegehren

Posted by Clochard - 9. Februar 2018

In Österreich startet in Kürze die Eintragungsfrist für Unterstützungserklärungen für das zweite Frauenvolksbegehren. Für alle deutschsprachigen Mitleser, die nicht aus Österreich sind, ein paar Erklärungen.

Ein Volksbegehren ist ein Element der direkten Demokratie. Zuerst müssen Unterstützungserklärungen (Unterschriften von wahlberechtigten Bürgern) im Ausmaß von 1 Promille der Bevölkerung gesammelt werden. Diese Frist dafür beginnt für das zweite Frauenvolksbegehren am 12.Februar und läuft vier Wochen. Wenn genügend Unterstützungserkärungen unterschrieben werden (dzt. von 8401 Personen) kann beim Bundesminister für Inneres ein Einleitungsantrag eingebracht werden. Dieser hat folgendes zu enthalten :

Der Einleitungsantrag hat zu enthalten:

  • den Text des Volksbegehren (ident mit jenem in der Anmeldung);
  • die Kurzbezeichnung (ident mit jener in der Anmeldung);
  • die Bezeichnung eines (einer) Bevollmächtigten sowie seines oder ihres Stellvertreters bzw. seiner oder ihrer Stellvertreterin sowie von drei weiteren Stellvertretern (Stellvertreterinnen) (Familienname, Vorname, Beruf, Adresse), die, ist der (die) Bevollmächtigte an der Ausübung seiner (ihrer) Funktion verhindert, in der bezeichneten Reihenfolge ermächtigt sind, die Unterzeichner (Unterzeichnerinnen) des Einleitungsantrages zu vertreten.

Einem Einleitungsantrag sind anzuschließen:

  • die Begründung des Volksbegehrens samt etwaigen Unterlagen;
  • der Nachweis darüber, dass der (die) Bevollmächtigte und seine (ihre) Stellvertreter (Stellvertreterinnen) zu dem bei der Antragstellung zum im Antrag bekanntgegebenen Konto nur gemeinsam zeichnungsberechtigt sind;
  • allenfalls ein Beiblatt oder mehrere Beiblätter, wenn der Text des Volksbegehrens das Ausmaß von 500 Zeichen übersteigt;

Der Innenminister legt dann einen acht Tage dauerernden Eintragungszeitraum fest, in welchem das eigentliche Volksbegehren stattfindet. Erhält ein Volksbegehren mindestens 100.000 Unterschriften, so wird damit erreicht, dass sich der Nationalrat damit befassen muss, der Nationalrat ist aber nicht verpflichtet ein entsprechendes Gesetz zu erlassen, ein Volksbegehren entspricht daher am Ehesten einem Initiativantrag für ein Gesetz.

Sehen wir uns also die neun (außerordentlich euphemistisch betitelten) Themenblöcke des zweiten Frauenvolksbegehrens einmal genauer an. Ich werde dann zu jedem Themenblock meine Kommentare direkt darunter abgeben :

Themenblock A : „MACHT TEILEN“

  1. Die Hälfte aller Plätze für Wahllisten und in Vertretungskörpern auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene für Frauen* und Männer*
  2. Die Hälfte aller Plätze in politischen Interessensvertretungen und der Sozialpartnerschaft sowie in diversen öffentlichen Beiräten, Gremien, Kommissionen etc. für Frauen* und Männer*
  3. Die Hälfte aller Plätze in Leitungs- und Kontrollgremien von Kapitalgesellschaften und Genossenschaften unabhängig von der Größe der Gremien für Frauen* und Männer*
  4. Wirksame Sanktionen, wenn die Quoten nicht erfüllt werden

ad A1) Das ist ein direkter Angriff auf die demokratische Grundordnung, nämlich auf das aktive und passive Wahlrecht. Heute ist es z.B: so dass sich einige Männer oder einige Frauen für eine Parteigründung zusammenfinden können, die Partei kann dann kandidieren und gewählt werden, womit sie in die Lage versetzt wird ihre gewählten Mandatare in ein politisches Gremium zu entsenden. In Zukunft wäre das nicht mehr möglich, wenn eine Partei nur 15 Mitglieder hat und davon sind 12 von einem Geschlecht und 3 vom anderen. Diese Partei könnte sich dann nicht mehr wählen lassen, weil sie nicht die Hälfte der Plätze mit jeweils einem Geschlecht beschicken kann.

ad A2) Das ist ein Angriff auf das aktive Wahlrecht. Bei vielen Wahlen gibt es heute in Österreich ein Vorzugsstimmensystem. Dieser Forderung folge zu leisten würde bedeuten, die vom Wähler erhaltenen Vorzugsstimmen zu ignorieren um eine Geschlechterparität durchzusetzen.

ad A3) Hier wird es vollends lächerlich. Für den gesamten Themenblock A wird mit Repräsentation argumentiert. In einem Wirtschaftsunternehmen, dass in jemandes Privateigentum steht hat der Gedanke der Repräsentation überhaupt gar nichts verloren. Hier handelt es sich schlicht und ergreifend um eine teilweise Enteignung, also den Eingriff in ein Menschenrecht. Nicht umsonst werden an den Bruch von Menschenrechten in den jeweiligen völkerrechtlichen Verträgen ganz besonders strenge Erfordernisse und Maßstäbe angelegt.

ad A4) jaja, Papa Staat soll es richten, wenn das kleine Mädchen nicht bekommt, was es will. Ich bin ja direkt froh, dass die Initiatoren die von ihnen favorisierten Sanktionen nicht ausformuliert haben, wahrscheinlich würde mir dabei Übel werden.

Abschließende Gedanken zum Themenblock A :

Wir sehen hier ein paar Dinge sehr deutlich. Erstens ist nichts heilig genug, um nicht auf dem Altar des Feminismus geopfert werden zu können, Verfassung, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie, Menschenrechte, you name it………..

Zweitens schwafeln die Initiatoren von Repräsentation, haben aber keine Ahnung was damit gemeint ist. In einer repräsentativen Demokratie sollen der Wille und die Weltanschauungen der Wähler repräsentativ im Parlament vertreten sein. Wie sehr die Auffassung der Initiatoren Unfug ist wird klar, wenn man den Gedanken konsequent ausdehnt : Was soll noch der Bevölkerungsanzahl entsprechend vertreten sein (und dann auch mit Sanktionen belegt) : kleine und große Menschen, Inter-und Transsexuelle, Rothaarige, dicke und dünne Menschen, geistig und körperlich Behinderte, jeder Beruf entsprechend seinem Anteil in der Bevölkerung, Kinder und Babies, aus jedem Ort des Landes eine Person ? Man merkt sofort was für ein Schwachsinn das ist. Aber wenn man die Debatten im Parlament beobachtet kommt man nicht umhin bei vielen weiblichen Abgeordneten eine gewisse Monothematik zu bemerken, und zwar parteiübergreifend. Wenn sie am Rednerpult stehen, dann geht es um Frauen, Frauen, Frauen. Kein Wunder also, das sie dasselbe anderen unterstellen. Wie der Schelm denkt, so ist er.

Drittens geht es um klassisches Rent-Seeking. In allen politischen Parteien ist bei den Mitgliedern der Frauenanteil geringer als der Männeranteil. Die Frauen scheinen aber weder die beschwerliche Basisarbeit machen zu wollen, noch sich im internen Aufstiegskampf mit anderen messen zu wollen, damit die Besten nach oben kommen. Nein. Sie setzen sich lieber ins gemachte Nest und erwarten, dass Männer, die diese ganze Mühsal auf sich genommen haben, die Frauen nach oben durchwinken. Es stehen heute Frauen alle Möglichkeiten offen, ein Wirtschaftsunternehmen oder eine Partei zu gründen, die harte Arbeit zu leisten um Erfolgreich zu sein und dann, so sie es möchten ihren eigenen Aufsichtsrat oder ihre eigene Fraktion mit 100% Frauen zu beschicken. Und ich sage deutlich : Gott sei Dank dürfen sie das. Aber Männer die Drecksarbeit machen lassen, um sich dann gemütlich ins gemachte Nest zu setzen, nein , das geht gar nicht.

Themenblock B : „EINKOMMENSUNTERSCHIEDE BESEITIGEN“

  1. Volle Lohntransparenz durch eine detaillierte Aufgliederung aller betrieblichen Einkommensberichte in sämtliche Gehaltsbestandteile
  2. Die verpflichtende Erstellung konkreter Maßnahmenpläne zum Abbau von Einkommensdifferenzen bei gleichwertiger Arbeit durch diejenigen Unternehmen, deren Einkommensberichte geschlechterdiskriminierende Unterschiede aufweisen
  3. Sozial- und wirtschaftliche Maßnahmen, die die eklatanten Lohnunterschiede zwischen verschiedenen Arbeitsmarktsegmenten, Branchen und betrieblichen Hierarchien eindämmen und in diesen zu einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis führen
  4. Zusätzliche und weiterführende Pilotprojekte mit Vorbildwirkung im öffentlichen Dienst im Bereich der objektiven Bewertung von Arbeit
  5. Die Koppelung von öffentlicher Auftragsvergabe und Förderungen an Aktivitäten zur Gleichstellung im Betrieb

ad B1) Ich weiß zwar, was die Initiatoren mit voller Lohntransparenz erreichen wollen, nämlich eine Lohnsteigerung für Frauen, dennoch sehe ich diesem Punkt sehr gelassen entgegen. Alle Zahlen deuten daraufhin, dass Frauen, selbst ohne gut zu verhandeln für die exakt gleiche Tätigkeit bei gleichen Voraussetzungen besser bezahlt werden. Erst kürzlich wurde wieder ein Fall bei der BBC publik.

ad B2) Bei gleicher Arbeit kann man ja noch irgendwie für gleiche Bezahlung argumentieren, selbst wenn man damit unterstellt, dass Frauen unfähig sind ihr Gehalt zu verhandeln und es auch niemals lernen werden. Das besondere Wort ist hier „gleichwertige“ Arbeit. Wenn man feministisches Material liest kommt man zu dem Schluß, dass letztendlich jede Arbeit mit jeder anderen Arbeit gleichwertig ist. Worauf wir hier also zusteuern ist nichts anderes als ein kommunistischer Einheitslohn. Wir schaffen damit quasi die Marktwirtschaft ab.

ad B3) Wir sehen hier die kommunistische Vision fortgesetzt und damit wird bestätigt, was unter B2 ausgeführt wurde.

ad B4) Jaja, macht nur eure Pilotprojekte. Kein Mann, der irgendwas auf dem Kasten hat geht noch in den öffentlichen Dienst. Im vorauseilenden Quotengehorsam werden selbst in Bereichen mit über 70% Frauenanteil noch Frauen bevorzugt eingestellt. Aber im öffentlichen Dienst kann man gut derartige dystopische Konzepte umsetzen, denn das größtenteils männliche Steuervieh muss den Unsinn zwangsweise finanzieren. Ein gutes Beispiel dafür ist Schweden, das bereits einen Überhang von 80% Frauen im öffentlichen Sektor aufweist.

ad B5) Hier gilt das unter A3 Ausgeführte analog.

Abschließende Gedanken zum Themenblock B :

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Initiatoren der Meinung sind, Frauen haben es einfach nicht drauf, man kann sie nicht für voll nehmen und muss sie deshalb mit besonderen Schutzmaßnahmen, die an Regelungen für Kinder oder Behinderte erinnern, bevorzugen. Ich habe Gott sei Dank nicht so ein negatives Frauenbild und bin der Meinung, dass Frauen sehr wohl das Zeug haben sich zu behaupten. Sie müssen dafür nur diesselben Anstrengungen unternehmen und sie müssen es vor Allem auch wollen. Die Erfahrung und die Wissenschaft zeigen deutlich, dass sich Frauen das seltener antun wollen, weil ihre Präferenzen im Schnitt ganz woanders liegen. Aber was interessiert Ideologen schon Wissenschaft ?

Themenblock C : „ARBEIT VERTEILEN“

  1. Eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung auf 30 Stunden pro Woche bei Lohn- und Personalausgleich
  2. Die staatliche Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen, um eventuelle Wettbewerbsnachteile auszugleichen.

ad C1) Einen besseren Vorschlag, um Österreichs Wirtschaft nachhaltig zu schädigen, kann man gar nicht bringen. In Zukunft müsste ein Arbeitgeber also für den gleichbleibenden Output von 3 Leuten eine zusätzliche Person einstellen. Wenn man bedenkt, dass schon heute in den meisten Branchen die Lohnkosten den Löwenanteil der Stückkosten ausmachen kann man sich leicht ausrechnen welchen Einfluss das auf den Preis der Produkte im Ausland hat.

ad C2) Dieser Punkt wird auf der Homepage weder präzisiert noch begründet, daher fällt es auch schwer hier Kritik anzubringen. Die Frage bleibt aber trotzdem offen, warum der Steuerzahler (und für nichts anderes steht „der Staat“) einen Wettbewerbsnachteil auszugleichen hat ?

Abschließende Gedanken zum Themenblock C :

Die Hauptargumentationslinie für den gesamten Themenblock C auf der Website ist, dass Frauen angeblich zwei Drittel (die Wahrheit dieser Zahl lassen wir jetzt einmal dahingestellt) aller „unbezahlten“ Arbeit im privaten Bereich verrichten. Als Allererstes ist gleich einmal anzumerken, dass die verrichtete Arbeit in keinem Fall „unbezahlt“ ist. Was würde die Frau sonst essen ? Außerdem hat die Frau automatisch Anspruch auf einen Teil des Partnereinkommens. Und für Pflegefälle gibt es staatliches Pflegegeld. Die private Arbeit ist also mitnichten „unbezahlt“. Oder soll ich mit meinen Steuergeldern eine Frau dafür „bezahlen“, dass sie ihr eigenes Geschirr abwäscht ?

Ein weiterer Punkt ist hier auch noch wichtig : Frauen sind im Schnitt hypergam. Daher ist es meistens auch so, dass der Mann auf Drängen der Frau weiter im Beruf bleibt, weil das den ökonomischen Nutzen für das Paar maximiert. Niemand verbietet Frauen sozial nach unten zu heiraten, wo sie dann die Top-Verdiener wären.

Als letzter Punkt bleibt anzumerken, dass verminderte Arbeit zu Hause (egal ob das Kinderbetreuung, Pflege oder Haushalt ist) auf keinen Fall zwingend zu mehr Erwerbstätigkeit von Frauen führt. Beispielhaft sei hier die Widerlegung der Mär, dass ausreichende und kostenlose Kinderbetreung zu einer Steigerung der Erwerbstätigkeit von Müttern führen würde angemerkt.

Themenblock D : „ARMUT BEKÄMPFEN“

  1. Einen staatlich garantierten Anspruch auf Unterhaltsvorschuss solange Familienbeihilfe bezogen wird
  2. Die Anpassung des Betrags an angemessene Regelbedarfssätze
  3. Entkoppelung der Zahlung von der Leistungsfähigkeit des*der Unterhaltspflichtigen, gleichzeitige Beibehaltung der Verpflichtung zur Rückzahlung nach Leistungsfähigkeit
  4. Bundesweiten Ausbau der staatlich finanzierten, rechtlich abgesicherten Frauen- und Mädchenberatungsstellen

ad D1) Mit der sogenannten „Frauenbefreiung“ wollten sich Frauen aus der Abhängigkeit von Männern emanzipieren. Ein nobles und nachvollziehbares Anliegen. Leider haben die damaligen Feministinnen nicht mit der Natur bestimmter Frauen nachfolgender Generationen gerechnet, die sich in einer maßlosen Anspruchshaltung niederschlägt. Die ehemaligen Ehemänner haben nämlich noch die eine oder andere Gegenleistung für die absolute Bereitschaft gefordert, die Frau lebenslang zu versorgen. Der Ersatzmann „Staat“ tut das nicht mehr.

Die Forderung bedeutet nämlich übersetzt nichts anderes als : Ich will immer ein Kind haben können. Mir zuzumuten, dafür sparen zu wollen ist eine Frechheit. Irgendjemand hat für mein Kind zu bezahlen. Da ich gleichzeitig von der Verpflichtung entbunden sein möchte, mir einen entsprechenden Partner zu suchen, möchte ich vögeln können mit wem ich will, selbst wenn es der namenlose Urlaubsflirt ist, und der Staat (=der Steuerzahler) übernimmt die Rolle des Zahlers für meinen egoistischen Kinderwunsch.

Und obwohl das zu sagen politisch unkorrekt ist (was mir offen gesagt am Allerwertesten vorbeigeht) eine ganze Menge Frauen instrumentalisieren Kinder dafür, sich selbst versorgt zu wissen und nicht arbeiten zu müssen. Daher kommt auch das Paradoxon, dass selbsternannte Frauenvertreter ständig die vermehrte Mitarbeit von Vätern einfordern, aber wenn es hart auf hart kommt (wie im Fall der Scheidung) wird plötzlich wieder auf den NS-Mutterkult zurückgegriffen und jede Verbesserung für Trennungsväter mit Zähnen und Klauen bekämpft. Das ist so durchsichtig, dass es fast schon weh tut.

ad D2) Bei den Regelsätzen für den Unterhaltsvorschuss sieht man sehr gut, in was für einem Unrechtsstaat wir leben. Wenn Männer zahlen sollen, kommen durch die Bank höhere Beträge zur Anwendung als wenn der Staat den Unterhalt bevorschusst. Diese Phantasiesätze werden dann auch noch durch himmelschreinde Ungerechtigkeiten wie den „Anspannungsgrundsatz“ ergänzt. Entweder gibt es einen neutralen Betrag, der einem Kind ein Auskommen ermöglichen soll, dann muss das auch für den Staat gelten oder eben nicht.

ad D3) Es gilt das unter D1 gesage analog. Natürlich wollen (bestimmte) Frauen von jeglicher Verantwortung für eigenes Handeln entbunden werden. Alle Vorteile, die irgendwo generiert werden, sollen Ihnen zugute kommen, alle Nachteile, die durch eigenes Handeln entstehen, sollen jemand anderem aufgebürdet werden. Im Englischen gibt es ein schönes Wort dafür, es nennt sich hypoagency.

ad D4) Das ist ein hier versteckter (weil thematisch nicht dazupassender), schamloser Punkt des rent-seeking. Die Mehrzahl der existierenden Frauenvereine und -beratungsstellen sind schon jetzt durch latenten Männerhass gekennzeichnet. Man(n) kann sich unschwer ausrechnen, welche Art von Frauen sich dort wohlfühlen und ihren Arbeitsplatz haben. Im Gegenzug gibt es bereits jetzt ein gravierendes Mißverhältnis zwischen genderspezifischer Beratung im Land, die einseitigen Frauenberatungen übertreffen die Männerberatungen in Quantität, Qualität, Anzahl der staatlich subventionierten Arbeitsplätze und staatlichen Transferleistungen um ein Vielfaches. Es geht hier schlicht und ergreifend darum, für die eigene Klientel (Gender-Studies Absolventinnen u.ä.), die im realen Wirtschaftsleben niemand braucht, neue – von Steuergeldern finanzierte – Jobs zu schaffen.

Abschließende Gedanken zum Themenblock D :

Armut wird hier ausschließlich als Frauenproblem dargestellt. Das ist menschenverachtend und widerlich. Obwohl es stimmt, dass Frauen leicht überdurchschnittlich arm oder armutsgefährdet sind, ist die Differenz nicht so groß (19% der Frauen bzw. 16% der Männer), außerdem ist zu berücksichtigen, dass Männer weitaus öfter berufstätig sind als Frauen und trotzdem arm sind. Das Ausblenden der armen Männer entspricht genau dem Empathy-Gap, dem Männer und Frauen gleichermassen erliegen, der aber bei Frauen weitaus stärker ausgeprägt ist.

Themenblock E: „WAHLFREIHEIT ERMÖGLICHEN“

  1. Den Rechtsanspruch auf kostenlose, qualitativ hochwertige Betreuung für jedes Kind bis zum 14. Lebensjahr unabhängig vom Alter des Kindes, Wohnort und Erwerbsstatus der Eltern
  2. Die Vereinbarkeit der Betreuungseinrichtung mit einer Vollzeitberufstätigkeit der Eltern, also ganztägige und ganzjährige Öffnungszeiten sowie leichte Erreichbarkeit
  3. Vereinheitlichte bundesweite Qualitätsstandards für eine bedarfsorientierte Betreuung und eine individuelle (Früh-)Förderung

ad E1) Die Forderungen sind oft unfreiwillig komisch. Auf der Website wird – entgegen den Tatsachen – angeführt, Kinderbetreuung und Altenpflege seien die Hauptgründe für weibliche Teilzeit. Implizit wird unterstellt, die Frauen würden ja alle gerne Vollzeit arbeiten, wenn sie nur könnten. Warum soll der Rechtsanspruch dann unabhängig vom Erwerbsstatus der Eltern sein ? Da will sich doch wohl niemand von des Steuerzahlers Geld finanzierte Freizeit genehmigen, oder ? Und warum soll die Betreuung kostenlos sein ? Ich meine, wenn der Staat Kinder in den Kindergarten zwingt, was in Österreich teilweise der Fall ist, ja dann gehe ich mit der Kostenlosigkeit konform, aber sonst ? In den weiteren Ausführungen auf der Website wird sogar darüber gejammert, dass das Mittagessen der eigenen Kinder zu bezahlen ist. Ja warum soll der Steuerzahler jemandes Kinder verköstigen ?

ad E2) Was soll das überhaupt bedeuten ? Ist 2 Stunden pendeln mit eingeschlossen, also Kindergarten bis 8 Uhr abends ? Und was heißt leichte Erreichbarkeit ? Leicht erreichbar für wen und womit ?

ad E3) Ich gehe, als gebranntes Kind, davon aus, dass mit Frühforderung Gender-Gedöhns gemeint ist. Gehirnwäsche kriegt mein Kind sicher nicht, und auch anderen Kindern sollte man das nicht zumuten.

Themenblock F : „VIELFALT LEBEN“

  1. Verbot von Werbungen, Marketingstrategien und sonstigen kommerziellen Medieninhalten, die Menschen in abwertender, stereotyper und/oder sexistischer Weise darstellen
  2. Gesetzliche Verankerung einer geschlechtersensiblen Ausbildung aller Pädagog*innen mit bundesweit einheitlichen Standards und Evaluationsmaßnahmen, sowie staatliche Finanzierung und gesetzliche Verankerung von Institutionen und Beratungsstellen, die in diesem Bereich Schulungen, Aus- und Weiterbildung anbieten.
  3. Verbot der sexualisierten Darstellung Minderjähriger
  4. Verbot von geschlechterdiskriminierenden und stereotypen Darstellungen in Kinder- und Jugendmedien, insbesondere in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen
  5. Presseförderungsbonus für alle Medien, die sich in der Blattlinie zu einer geschlechtersensiblen, klischeefreie Berichterstattung bekennen

ad F1) Diese Forderung sehe ich dreigeteilt. Den Wunsch, Menschen in Werbungen nicht abwertend darzustellen unterstütze ich vorbehaltslos. Bei sexistisch bin ich nicht so vorbehaltlos, da der Begriff nicht neutral, sondern ideologisch aufgeladen ist. Insbesondere bei Feministen ergibt sich hier ein Tunnelblick, der blind ist für Sexismus gegenüber Männern, ja manche bestreiten sogar, dass es Sexismus gegenüber Männern überhaupt geben könne. Deutlich wird dies z.B. an der Aussage auf der Website :

Frauen* sind entweder Mütter oder Karrieremenschen, fürsorglich und emotional oder egoistisch und kalt, leicht bekleidet und sexuell verfügbar oder prüde. Männer* werden hingegen als sportlich, beruflich erfolgreich, politisch aktiv und dominant abgebildet.

Wer die eindeutig vorhandene Abwertung von Männern in der Werbung nicht bemerkt, der ist entweder ideologisch blind, oder begrüsst sie sogar. Eine kleine witzige Geschichte in eine Werbung verpackt, in der ein Mann nicht zuhören kann, oder eine Frau nicht einparken empfinde ich nicht als schlimm, wenn klar wird, dass das komische Element überwiegt.

Ein Verbot von Stereotypen ist hingegen konsequent abzulehnen. In letzter Konsequenz dürfte in keiner Werbung mehr ein Mann am Arbeitsplatz oder eine Frau beim Stillen gezeigt werden. Das ist lächerlich und obendrein Gender-Gehirnwäsche. Big-Brother lässt grüßen.

ad F2) Und täglich grüßt das Murmeltier. Wir sind wieder beim rent-seeking. Zusätzlich zum oben gesagten, dass selbstberufene Männerhasser und Genderstudierte um ihre Jobchancen fürchten, und sich deshalb neue Plätze am steuerfinanzierten Futtertrog des Staates sichern wollen, steht hier sogar noch viel mehr auf dem Spiel. Es geht um die totalitäre Durchdringung aller Kindergärten mit rechtsextremer Genderideologie, sie möchten die Kleinsten so früh wie möglich staatlich unterstützt indokrinieren, nämlich schon dann, wenn sie am Wehrlosesten sind.

ad F3) Diesen Punkt unterstütze ich. Zu bedenken ist dabei sicherlich, dass die Werbebranche weiblich ist. Ich selbst wurde bei 2 verschiedenen Gelegenheiten Zeuge von Model-Nachwuchsveranstaltungen. Das waren 13-15 jährige Gören, die man dann später als Model mit Make-up künstlich älter machte. Man müsste dann eigentlich auch konsequent für ein Verbot von Szenen eintreten, in denen ein Junge einem Mädchen ein Eis spendiert oder es gegen Andere verteidigt.

ad F4) es gilt das zu F1 ausgeführte analog

ad F5) Ein indirekter Angriff auf die Pressefreiheit. Genehme Berichterstattung soll belohnt, das Gegenteil bestraft werden. Auch an diesem Beispiel wird wieder deutlich, wie sehr der Feminismus die Grundfreiheiten unseres Staates gefährdet. Es gilt die Maxime „Alles ist erlaubt“, solange es nur gegen oder für die Richtigen geht. Grund- und Menschenrechte, zentrale Werte einer aufgeklärten westlichen Demokratie, Rechtsstaat, vor Feminismus ist nichts sicher.

Abschließende Gedanken zum Themenblock F :

Themenblock F hat mit seiner Überschrift „Vielfalt leben“ genausoviel zu tun wie der Sprichwörtliche Reissack in China mit dem Wetter in Tirol. Es geht um Einschränkungen, Verbote, Rent-Seeking und Beeinträchtigung der Pressefreiheit. George Orwell lässt grüßen.

Themenblock G : „SELBST BESTIMMEN“

  1. Die Verankerung und Finanzierung von zeitgemäßer Bildung zu den Themen Sexualität, Verhütung und Schwangerschaft in Schulen und Bildungseinrichtungen
  2. Staatlich finanzierte, rechtlich abgesicherte, anonyme und kostenfreie Beratungsstellen in ausreichender Zahl zu Sexualität, Geschlechtsidentität, Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
  3. Gratis in Beratungsstellen zur Verfügung gestellte Verhütungsmittel
  4. Die volle Kostenübernahme von Schwangerschaftstests, Verhütungsmitteln, die eine ärztliche Untersuchung und Beratung voraussetzen sowie von Schwangerschaftsabbrüchen durch Krankenkassen
  5. Angebot und Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen in allen öffentlichen Krankenanstalten

ad G1) And again : rent seeking. Was werden sich die Initiatoren wohl dabei gedacht haben ? Neue Themenfelder und steuerzahlerfinanzierte Arbeitsplätze für Gendertanten u.ä.

ad G2) and again and again : rent-seeking. Was werden sich die Initiatoren wohl dabei gedacht haben ? Neue Themenfelder und steuerfinanzierte Arbeitsplätze für Gendertanten u.ä.

ad G3) ähh, warum ? Ich lasse mir gerade noch einreden unter gewissen Voraussetzungen für Teenager staatliche subventionierte Verhütungsmittel bereitzustellen. Aber so ? Die an der Armutsgrenze dahinvegetierende Mehrkindfamilie soll der promovierten Gendertante aus Steuergeld die Pille bezahlen ?

ad G4) ähh, warum ? Es gilt selbiges wie bei G3. Wer auf gar keinen Fall Kinder haben will, der sollte keinen Sex haben, das gilt für Männlein wie Weiblein.

ad G5) Die Initiatoren haben wohl vergessen, dass Abtreibung nach wie vor kein Recht ist, sondern aufgrund bestimmter Umstände und nur unter gewissen Voraussetzungen ausnahmsweise straffrei ist. Und das ist gut so, immerhin reden wir hier von der Vernichtung von Menschenleben.

Themenblock H : „GEWALT VERHINDERN“

  1. Den bundesweiten Ausbau von staatlich finanzierten und rechtlich abgesicherten, leicht zugänglichen, kostenfreien Einrichtungen und Beratungsstellen für alle gewaltbetroffenen Frauen* und ihre Kinder
  2. Den Ausbau der Kooperation zwischen Behörden, Gerichten und Gewaltschutzzentren
  3. Verstärkte Sensibilisierungsprogramme in Schulen, der Justiz und der Polizei sowie Präventionsprogramme und Antigewalttrainings für Gefährdende

ad H1) und da haben wir es wieder : rent seeking. Wer soll wohl in den steuergeldfinanzierten Einrichtungen tätig werden ? Und obendrein haben die Hauptbetroffenen von Gewalt, nämlich Männer und ihre Kinder im Moment 0, in Worten NULL staatliche finanzierte Einrichtungen an die sie sich wenden können, und das obwohl Männer in fast allen Gewaltkategorien die Hauptbetroffenen von Gewalt sind und Gewalt gegen Kinder in der Mehrzahl von Frauen ausgeübt wird. Die von diversen staatlichen Stellen genannten Einrichtungen für Männer sind auf die Täterarbeit mit Männern spezialisiert und können mit Männern als Opfer von Gewalt gar nichts anfangen.

ad H2) na klar, Gerichte sollen noch weniger objektiv entscheiden, als sie das jetzt schon tun, und lieber den „objektiven“ Frauenhäusern- und verbänden zuhören. Ich krieg mich nicht mehr ein vor Lachen.

ad H3) Ob damit Sensibilisierungsprogramme gemeint sind, die Bezwecken sollen, dass man bei der Polizei männliche Opfer häuslicher Gewalt und deren Kinder nicht lächerlich macht und wegschickt, obwohl Männer zu mehr als 50% Opfer häuslicher Gewalt sind ? Ich denke wohl eher nicht. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass damit Präventionsprogramme und Antigewalttrainings für Frauen gemeint sind, obwohl sie es sind, die hauptsächlich Gewalt gegen Kinder ausüben. Und so bleibt der übliche sexistische, menschenverachtende Nonsense übrig, der sich durch das gesamte Pamphlet zieht, welches sich Frauenvolksbegehren nennt.

Themenblock I : „SCHUTZ GEWÄHREN“

  1. Die gesetzliche Verankerung von frauen- und geschlechtsspezifischen Fluchtgründen nach UNHCR-Richtlinien sowie eine geschlechtersensible Auslegung und Anwendung von Migrationsrecht, wie es etwa die UN-Frauenrechtskonvention und Istanbul-Konvention vorsehen
  2. Verpflichtende Weiterbildungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen für Polizei, Dolmetscher*innen sowie behördliche und gerichtliche Entscheidungsträger*innen
  3. Das Recht auf schnelle und sichere Familienzusammenführung
  4. Einen eigenständigen und vom/von der Ehepartner*in unabhängigen Aufenthaltsstatus
  5. Die geschlechtergetrennte Unterbringung, spezielle Schutzräume sowie Zugang staatlich finanzierter, geschlechtsspezifischer, medizinischer und psychologischer Therapie und Beratung

ad I1) Gleich zu Anfang, die UN-Frauenrechtskonvention ist sexistischer Unsinn übelster Sorte, genauso wie die Istanbul Konvention. Österreich sollte sofort, aber besser gestern als heute, diesen Quatsch aufkündigen. UNHCR blendet wenigstens die Probleme von Männern nicht aus, insofern ist er ehrlicher und glaubwürdiger als der Rest der Bande.

ad I2) huch wie überraschend. rent-seeking. Preisfrage : Wer soll das wohl sein, der Polizei, Behörden, Dolmetscher und Gerichte „sensibilisert“ ?

ad I3 und I4)  Die beiden Punkte widersprechen sich größtenteils.

ad I5) sexistische Geschlechtersegregation (weil basierend auf einer eindimensionalen Täter-Opfer Schiene) und rent seeking – oh Überraschung – die Forderung von weiteren Finanzzitzen, an denen man bei Mama Staat, die von Papa Steuerzahler gefütter wird, saugen kann. Oder wer soll wohl die Therapie und Beratung übernehmen ?

 

FAZIT :

Dieses Frauenvolksbegehren transportiert ein Frauenbild in dem :

  • wesentliche Werte wie Freiheits-, Grund- und Menschenrechte zum Vorteil von Frauen nicht mehr für alle gelten sollen (Themenblock A)
  • Frauen unfähig sind in einer sozialen Marktwirtschaft im Wettbewerb zu bestehen, zu dumm sind ihr Gehalt zu verhandeln und zu beschränkt um sich die Jobs auszusuchen die sie für sich selbst für richtig halten (Themenblock B)
  • ein ganzes Land für eine verrückte Ideologie in den wirtschaftlichen Abgrund getrieben wird (Themenblock C)
  • Frauen jetzt auch noch die Verantwortung für ihr eigenes Sexualleben und dessen Folgen abgenommen werden soll und stattdessen dem Steuerzahler aufgebürdet wird (Themenblock D)
  • der Steuerzahler für Betreuung und Mittagsverköstigung der Kinder aufkommen soll, womit im Zusammenhang mit Themenblock D fast gar keine Pflichten und keine Verantwortung mehr bei der Frau übrigbleibt (Themenblock E)
  • Mädchen und Frauen so blöd, unselbstständig und naiv sind, dass man sie vor Werbung und vor Bildchen in Büchern schützen muss (Themenblock F)
  • Frauen nicht zugemutet werden kann, sich über ihre Sexualität selbst zu informieren und die Kosten für ihr Sexualleben (Verhütung, Abtreibung e.t.c) selbst zu bezahlen, so dass man diese Kosten einer Versichertengemeinschaft aufbürden muss, d.h. wirklich Kranke und Leidende haben dann weniger Geld zur Verfügung (Themenblock G)
  • ausschließlich Frauen Opfer von Gewalt sind was ihnen die Chance nimmt ihre eigenen Täteranteile an Gewalthandlungen zu reflektieren und menschenverachtend gegenüber allen anderen Opfern ist (Themenblock H)
  • bereits Bestrebungen erkennbar sind nur Frauen einen sexistischen Asylstatus einzuräumen, und wer seine Pappenheimer kennt der weiß, was am Ende eines solchen Prozesses herauskommen wird, nämlich die Forderung Männern gar kein Asyl mehr zu gewähren, bloß weil sie Männer sind. (Themenblock I)
  • sich über alle Themenbereiche erstreckt, dass sich die Initiatoren und deren Günstlinge ganz stark in den öffentlichen Sektor hineinreklamieren wollen mit ein paar echten und vielen herbeiphantasierten Problemen den Steuerzahler ausnehmen wollen. (Themenbereichsübergreifend => rent seeking)

Es ist ein schreckliches Frauenbild, welches da propagiert wird und ich bin froh und zuversichtlich zugleich, dass nur ein Bruchteil der Frauen so ticken. Bei all der gezeigten Unmündigkeit müsste man ja fast schon wieder darüber nachdenken, ob das Wahlrecht für Frauen überhaupt gerechtfertigt ist (wer Ironie findet, darf sie behalten).

Und für den privaten Bereich kann ich nur sagen, wer mit einer Frau anbandelt, die sich für das Frauenvolksbegehren einsetzt oder es befürwortet (und weiß was da gefordert wird) dann kann es nur heißen, nichts wie Hände weg. So eine Frau willst du dir nicht eintreten.

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Männerpolitische Betrachtungen zur neuen Regierung in Österreich – Teil 2

Posted by Clochard - 5. Februar 2018

Es gibt eine Strömung innerhalb der Männerrechtsbewegung die denkt, wenn nur eine konservative bzw. rechtslastige Regierung an der Macht sei, würde sich alles zum Besseren wenden, würde dem Feminismus und der ungerechtfertigten und unbegründeten Frauenbevorzugung Einhalt geboten und alles würde sich irgendwie wieder in geordneten Bahnen bewegen.

Ich persönlich sehe auch in der rechten/konservativen Ecke eine Ideologie, mit der ich wenig anfangen kann.

Ich stehe Ideologien grundsätzlich äußerst kritisch gegenüber. Als ein Mindset von Wertvorstellungen sind Ideologien anfällig für alles Mögliche, weil Werte sehr volatil sind. Ideologien tendieren auch sehr zur Exlusivität, d.h. andere Ideologien sollen ausgeschlossen werden. Für mich bedeutet Ideologie, dass mir jemand anderer das Denken abnimmt. Das geht gar nicht !

Im ersten Artikel dieser Reihe, in dem ich mir das Regierungsprogramm der ÖVP/FPÖ Koalition vorgenommen habe, hatte ich berechtigte Bedenken geäußert, dass es mit dem Ende der Frauenbevorzugung wohl nicht so werden wird, wie sich das manche in der Männerrechtsbewegung das vorstellen.

Die neue Regierung arbeitet, und gestern wurde eine Reform des Strafrechts angekündigt, wie mehrere Zeitungen berichten (die Presse; Salzburg24; WienerZeitung; Kurier; Salzburger Nachrichten; heute; die Kronenzeitung; Tiroler Tageszeitung; NÖN ; der standard).

Die wichtigsten Passage aus männerpolitischer Sicht :

Die Regierung geht jetzt die angekündigte Reform des Strafrechts an. Dafür verantwortlich sein wird Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP), die im Auftrag der Regierungsspitze eine Task Force einsetzen soll. Die geplanten Änderungen sollen höhere Mindeststrafen bei Sexualdelikten und bei Gewalt gegen Frauen und Kinder bringen.

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) meint dazu: “Es gibt Urteile, wo die Menschen nur noch den Kopf schütteln.” Der ÖVP-Chef versichert nun, härter gegen “abscheuliche Vergehen” wie sexuelle und körperliche Gewalt an Frauen und Kindern vorzugehen. FPÖ-Obmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache ergänzt, dass jemand, der sich an Frauen vergehe, die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen müsse.

Die meisten raschelnden „Qualitäten“ im Blätterwald, die wir größtenteils mit staatlicher, steuerfinanzierter Presseförderung durchfüttern, haben ganz einfach den APA-Artikel kopiert. Falls im Übrigen irgendjemand denkt, die linke Hälfte des Spektrums sei da irgendwie besser oder gerechter aufgestellt, den kann ich schnell eines Besseren belehren :

Die SPÖ ist offen für härtere Strafen bei Sexualdelikten. Das macht Justizsprecher Hannes Jarolim heute gegenüber dem SPÖ-Pressedienst klar. „Für die SPÖ stand immer fest: Bei sexueller Gewalt, bei Gewalt gegen Frauen und Kindern und gerade bei Übergriffen in der Familie müssen wir hart durchgreifen“, erklärte Jarolim.

Quelle: APA-OTS

Was ist nun aus männerpolitischer Sicht dazu zu sagen ?

  1. Die Mehrzahl der Gewaltopfer sind männlich

    In allen Kategorien von Gewalt sind die Opfer in der Mehrzahl Männer. Die einzige Ausnahme ist dabei sexuelle Gewalt, wo Frauen die Mehrheit stellen. Man würde von einer klar denkenden Regierung erwarten, dass sie dort ansetzt, wo das größte Problem liegt. Und allen beschränkten Vollkoffern, die jetzt mit dem blöden Standardsatz : „Aber die meisten Täter sind auch männlich“ daherkommen sei gesagt : Na und ? Wollen wir nach dieser bescheuerten Logik eine vergewaltigte Lesbe nicht schützen, weil der Täter weiblich war ?

  2. auch Männer werden Opfer von sexueller Gewalt

    Auch wenn vorwiegend Frauen die Opfer sexueller Gewalt sind, so ist doch nicht einzusehen, warum gerade Frauen in dieser Hinsicht besonders geschützt werden sollen. Ist eine Gruppenvergewaltigung für einen 16 jährigen Burschen denn nicht extrem traumatisierend ? Gab es nicht genug Burschen, die von „Würdenträgern“ der katholischen Kirche systematisch missbraucht wurden ? Gibt es nicht genügend männliche Gefängnisinsassen die Höllenqualen durchmachen ? Was genau ist es, das diese Verbrechen weniger strafwürdig erscheinen lässt ?

  3. wenn Kinder Opfer werden

    Das ist ein Punkt, der bei mir offene Türen einrennt. Kinder sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft und in meiner persönlichen Werteskala noch vor allen anderen Mitgliedern der Gesellschaft besonders schützenswert. Was ich allerdings befürchte ist, dass wieder nur weibliche Kinder von der Justiz und der Gesellschaft als besonders schutzbedürftig angesehen werden. Wie ich auf so etwas komme ? Nun das Zurücklassen der Burschen, die in den Schulen für gleiche Leistung nachweislich schlechtere Noten bekommen interessiert niemanden, wenn nicht genug  Studentinnen die Medizin-Aufnahmeprüfung an der Uni schaffen wird sofort die Aufnahmeprüfung geändert, wenn männlichen Säuglingen ohne Anästhesie an den Genitalien herumgeschnippelt wird, wird das mit Religionsfreiheit relativiert, beim Schnippeln an weiblichen Genitalien gibt es einen Aufschrei, wenn BokoHaram Jungen dazu zwingt die abgeschnittenen Penisse ihrer Väter zu essen und sie danach umbringt ist das Zeitungen nichtmal eine Meldung wert, während die blosse Verschleppung von Mädchen und Frauen zu einem weltweiten #saveourgirls führt.

  4. Es ist menschenrechtswidrig

    Österreich ist, obwohl nach eigenem Selbstverständnis ein internationaler Musterschüler, bei der Unterzeichnung, Ratifizierung und Umsetzung von Menschenrechten äußerst nachlässig. Es gibt in Österreich keinen eigenen Grundrechtskatalog im Verfassungsrang, sondern ein Stückwerk aus verschiedensten Gesetzen und internationalen Verträgen mit einem undurchsichtigen Dschungel an zuständigen Behörden für die Grundrechtsdurchsetzung. Obwohl in den meisten Rechtsordnungen ein Recht auf körperliche Unversehrtheit im Rang eines Menschenrechts besteht, ist das in Österreich nicht der Fall. Es gibt einen Verfassungskonvent, der auch eine Implementierung von Grundrechtsgarantien in Österreich vorsieht. Der Entwurf zu den sozialen Grundrechten sieht vor, dass der Staat die körperliche Unversehrtheit auch im Verkehr zwischen Privaten zu garantieren hat. (siehe Erläuterungen zu Punkt d, Ziffer 6). In Verbindung mit dem Gleichheitsgrundsatz gibt es keine wie immer geartete Rechtfertigung Gewalt an Frauen härter zu bestrafen als Gewalt an Männern. Die Kategorie „Geschlecht“ ist hierfür einfach nicht ausreichend. Und wer jetzt nur Stereotype im Kopf hat der möge sich einfach nur die Frage stellen, ob folgende Aussage zutreffend ist :

SIE körperlich anzugreifen………………

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Caroline Wang, Vizelandesmeisterin im Kickboxen, Staatsmeisterin im Armdrücken, Vize-Weltmeisterin im Bodybuilding

 

ist ein abscheulicheres Verbrechen als IHN anzugreifen :

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behinderter, alter Mann im Rollstuhl

 

Na, klingelts ?

 

Abschliessen will ich den heutigen Beitrag mit einem seltsamen Paradoxon :

Die Rechten diskriminieren Männer, weil sie Frauen für inferior halten, die Linken diskriminieren Männer, weil sie Männer für inferior halten.

Wer entdeckt den Fehler ?

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Mädchen und Reiche werden in der Schule besser benotet

Posted by Clochard - 30. Juli 2013

Wie die Kleine Zeitung berichtet werden laut PISA Sonderauswertung in Österreich bei den Schulnoten zwei Kategorien von Schülern bevorzugt : Mädchen und Reiche

Wenn man kurz überlegt, was bleibt da noch über ?

Nach Abzug der Reichen noch die mittleren und Armen, von deren Gesamtheit man noch die Mädchen abziehen muss :

Also die gesamte männliche Mittel- und Unterschicht.

Jetzt sind wir endlich dort, wo Feministen die Gesellschaft haben wollen. Direkt auf dem Weg in ein neues männliches Prekariat. Wer glaubt unsere männlichen Dödeln in den politischen Entscheidungspositionen hätten da was dagegen ist auf dem Holzweg, denn schließlich ist ihr eigener Nachwuchs – Geschlecht egal – doch auch noch privilegiert.

Was wir aus anderen Ländern schon länger belegt haben, ist damit nun auch für Österreich offiziel, zumal es bei uns ganz besonders schlimm zu sein scheint. Nur in Singapur und Belgien ist die Korrelation zwischen Leistung und Schulnote noch zusammenhangloser als bei uns.

Zitat aus der Kleinen Zeitung :

Schulnoten sagen in den OECD-Ländern nicht nur etwas über die Leistung und damit zusammenhängende Verhaltensweisen aus – es werden auch systematisch Schülermerkmale belohnt oder bestraft, die nicht mit dem Lernen zusammenhängen. So bekommen etwa Mädchen und Schüler mit höherem sozioökonomischem Status in allen Ländern und Volkswirtschaften bessere Noten als ihre Mitschüler, zeigt eine Sonderauswertung der PISA-Studie. Österreich schneidet dabei besonders schlecht ab.

Zitatende

Kleine Buben und Teenagerburschen werden also inzwischen strukturell diskriminiert, in allen westlichen Industrienationen.

Ich weiß nicht was noch passieren muß, damit Österreichs Männer ihren Arsch in Bewegung kriegen. Natürlich habe ich Kenntnis von der männlichen Psyche und deren Bestreben bestimmte Dinge einfach auszusitzen, besonders wenn es um einen selbst geht.

Aber ich weiß auch um die besonders guten Eigenschaften der männlichen Psyche, nämlich den Schwachen beizustehen.

Väter, Großväter, Onkeln (aber auch Mütter, Großmütter, Tanten) hier geht es nicht um euch, hier geht es um die wehrlosesten der Gesellschaft, kleine Buben auf die die feminisierte Gesellschaft eindrischt. Die können sich nicht wehren und werden von euch ganz alleine gelassen.

 

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Kurzmeldung : Frau fordert weibliches Vetorecht für Samenspende

Posted by Clochard - 13. Juni 2013

Heute nur eine Kurzmeldung.
Der verlinkte Artikel ist zwar schon etwa älter, aber immer noch für ein paar Lacher gut.
Schließlich soll hier auf dem Blog der Humor auch nicht zu kurz kommen.

In Enland forderte eine Frau nach einer Samenspende ihres Mannes ein Vetorecht für Ehefrauen bei Samenspenden.

Ich kann da nur sagen : „Mein Sack gehört mir“ und dies sei zum wiederholten Male eine Warnung an alle männlichen Einfaltspinsel die von Mutti nicht genug Liebe bekommen haben und glauben dies wäre eine bessere Welt, wenn sie nur von Feministen oder Frauen geführt werden würde.

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Über die juristische Abtreibung

Posted by Clochard - 31. Mai 2012

Im deutschen Sprachraum herrscht im Bereich der Fortpflanzung ein großes Ungleichgewicht, was die Rechte der Geschlechter betrifft.

Das Ungleichgewicht läßt sich so beschreiben :

In der Kette :

  1. Zeugung des Kindes
  2. 3 Monate nach Zeugung
  3. 9 Monate nach Zeugung
  4. Geburt
  5. ein halbes Jahr nach der Geburt

endet die legal erlaubte Einflussmöglichkeit des Mannes bei Punkt 1, die der Frau bei Punkt 5, denn die letzte Möglichkeit ein legal und einvernehmlich gezeugtes Kind zu entsorgen endet für eine Frau in Österreich 6 Monate nach der Geburt, der letzten Frist an dem sich eine Frau entscheiden kann ihr eigenes Kind zur Adoption freizugeben und fortan nichts mehr mit dem Kind zu tun zu haben.

Die Diskrepanz der beiden Zeitpunkte könnte kaum größer sein, die Konsequenzen ebenfalls nicht. Immerhin liegen zwischen beiden Entscheidungszeitpunkten 15 Monate (!). Und was die Konsequenzen betrifft bedeutet die obige Unterscheidung letztlich nichts Anderes, als das die einzige Möglichkeit des Mannes, der keinesfalls ein Kind haben möchte darin besteht, für sein ganzes Leben komplett auf heterosexuellen Geschlechtsverkehr zu verzichten (denn es gibt kein 100% sicheres Verhütungsmittel), während die Frau in dieser Hinsicht keinerlei Einschränkungen unterliegt.

Woher kommt das ?

Es gibt zwei große Kategorien an Argumenten, die für den derzeitigen untragbaren Zustand verantwortlich sind.

Einerseits geht es um den Themenkomplex Frau und Verantwortung. Historisch betrachtet hatte die (Durchschnitts-) Frau zu allen Zeiten weniger Rechte als der (Durchschnitts-) Mann, aber auch weniger Verantwortung. Man betrachtete die Frau lange Zeit als Zwischenstufe zwischen Mann und Kind, weswegen man auch, wie bei Kindern noch heute, die Frau von jeglicher Verantwortung für ihr Handeln entband. für entsprechendes weibliches Fehlverhalten in jeglicher Form wurde der Mann bestraft, ähnlich wie heute noch Eltern für ihre Kinder haften. Die Regeln zur Fortplanzung sind auch heute noch direkter Ausfluß dieser überkommenen Denkweise. Obgleich inzwischen mit mehr Rechten als das männliche Geschlecht ausgestattet wird dem weiblichen Geschlecht auch heute noch Verantwortung abgenommen, wo immer es nur irgendwie möglich ist. Was für absurde Formen das zuweilen annehmen kann zeigt der bekannt gewordene Fall zweier Lesben, die einen gutgläubig helfenden Samenspender später vereinbarungswidrig auf Unterhalt verklagten und damit durchkamen. Diese paradoxe Situation, nämlich daß das mit mehr Rechten ausgestattete Geschlecht mit größtmöglicher Anstrengung von jeglicher Verpflichtung befreit wird erinnert an die Metapher des Kindes mit dem Brennglas über dem Ameisenhaufen. Solange wir noch von Altherren-Politikern alten Schlages regiert werden, die in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sozialisiert wurden und die meinen, auf Kosten der männlichen Bevölkerung den weißen Ritter spielen zu müssen, solange wird sich an den Zuständen nichts ändern. Die Lösung dieser Problematik ist daher abwählen oder abwarten.

Zweitens geht es um die staatlichen Pensionssysteme (=Rentensysteme), welche in unserem Kulturraum je nach Staat spätestens nach dem 2.Weltkrieg auf eine Umlagefinanzierung umgestellt wurden. Damit ein umlagefinanziertes Rentensystem funktionieren kann benötigt man sehr vereinfachend gesprochen ein stetes Bevölkerungswachstum (und man muß befürchten, daß viele Politker in ihrem Verständnis der Zusammenhänge und Funktionsweisen des umlagefinanzierten Pensionssystems über diesen vereinfachten Zusammenhang nicht hinauskommen). Der Durchschnittsdumpfbackenpolitker folgert nun daraus diesen Syllogismus :

  • Ich will wiedergewählt werden
  • Wenn ich wiedergewählt werden will, dann darf das Volk nicht beunruhigt sein
  • Das Volk ist beunruhigt, wenn die Pensionen nicht sicher sind
  • Die Pensionen sind sicher, wenn genug Kinder geboren werden
  • Frauen gebären Kinder
  • Wenn ich Frauen nur genug in den Hintern krieche (finanziell, rechtlich .e.t.c. also in jeder Hinsicht), dann werden sie Kinder gebären, und ich werde wiedergewählt.

Was kann man dagegen tun ?

Abgesehen von der oben bereits angedeuteten Abwahl der betreffenden Altherrenpolitiker stellt sich die Frage, wie denn eine Alternative zu den herrschenden Zuständen aussehen könnte. Eine Zwischenstufe hat sich in Frankreich etabliert  und zwar in einer Konstruktion die sich sehr gut mit dem Titel dieses Beitrags umschreiben läßt, nämlich juristischer Abtreibung.

Bei der juristischen Abtreibung wird dem werdenden Vater dasselbe Recht eingeräumt wie der werdenden Mutter, er kann sich nämlich mit rechtlichen Konsequenzen und als geregeltes Rechtsinstitut gegen das Kind entscheiden. Wenn er das tut, verliert er alle Rechte, aber auch alle Pflichten am Kind und hat danach dem Kind gegenüber denselben Status wie ein Fremder.

Eine Kurzdarstellung findet sich hier, etwas ausführlicher (mit den jeweiligen Gesetzesstellen) hier.

Temporär oder permanent ?

Die Frage, die sich nun stellt ist jene, ob mit der oben skizzierten französischen Regelung bereits der Gerechtigkeit genüge getan und alles in Ordnung ist.

Die Antwort darauf ist zwiespältig.

In einem Versuch objektiv zu sein würde ich sagen fast, was die Gerechtigkeit betrifft. Mit obiger Regelung ist annähernd gleiches Mitspracherecht und Entscheidungsfreiheit gegeben mit einem kleinen Nachteil zulasten der Frauen, da sie bei potentiell gleicher Entsorgungsmöglichkeit die Zusatzlast der Abtreibung bzw. Geburt hat. Quasi : „der Bauch gehört ihr“, nun aber andersherum. Noch immer nicht hundert prozentig gerecht, aber um Welten besser, als das, was wir jetzt haben.

Davon zu trennen ist die Antwort auf die Frage, ob das denn der erstrebenswerte Endzustand sein kann, also im Sinne der Überschrift dieses Absatzes eine temporäre oder permanente Lösung sein kann. Hier enden die Fakten und gleichzeitig beginnt hier die Meinung und Ideologie. Deswegen folgt von hier an nur mehr meine subjektive Ansicht und die Meinungen darüber werden so weit auseinandergehen, wie das politische Spektrum breit ist.

Als liberaler bzw.libertärer Mensch missfällt es mir, wenn es immer weiter um sich greift, daß die Menschen ihre Eigenverantwortung an der Garderobe abgeben. Egal ob es sich um Dinge, Tiere oder Menschen handelt, immer mehr wird Alles zum Wegwerfartikel. Es ist meine feste Überzeugung, daß eine liberale Gesellschaft, die den Menschen größeren Handlungsspielraum zugesteht auch dafür Sorge tragen muß, daß mit diesem größerem Handlungsspielraum auch die dazu nötige Bildung und intellektuelle Ausstattung einhergeht und es muß ebenso sichergestellt sein, daß die Menschen mit der notwendigen größeren Verantwortung umgehen können.

Genau aus diesem Grund im Verbund mit meiner humanistischen Einstellung kann die juristische Abtreibung für den Mann mE nur ein Übergangszustand sein. Im Endergebnis muß wieder sichergestellt sein, daß sich weder Mann noch Frau der Verantwortung entziehen können, die mit einem Geschlechtsverkehr einhergeht, nämlich daß daraus trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Kinder entstehen können und mithin man die Verantwortung für diese Kinder zu tragen hat.

Humane Wesen zu shreddern kann auf jeden Fall nicht die Antwort auf die Problematik sein.

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Der entbehrliche Mann oder “Wann ist ein Mann ein Mann ?” Teil 3 1/2

Posted by Clochard - 26. April 2012

Eigentlich hatte ich die Artikelserie mit Teil 3 schon abgeschlossen gesehen.

Ein Kommentar von Victor von freimann.at hat mich dann dazu veranlaßt, noch diesen weiteren Teil zu verfassen, um noch ein paar Gedanken zum Thema auszuführen.

Erster Gedanke :

Victor sagte in dem Kommentar, er lehne den Gedanken ab, Männer besser zu behandeln. Ein für mich nachvollziehbarer Einwand. Es ist zumindest am Anfang so gewesen, daß es sich komisch anfühlte Männer besser zu behandeln, weil es gegen unsere soziale/genetische Programmierung ist. Und bei all diesen Aktivitäten ist mir immer bewußt, daß das kein dauerhafter Zustand und auch nicht das Ziel sein kann. Aber ich halte es zumindest temporär für notwendig. Leid tut es mir ein bißchen für all jene Frauen, die diese Behandlung nicht verdient haben, was mich zum nächsten Punkt führt :

Zweiter Gedanke :

Nicht alle Frauen sind so. In der angloamerikanischen Männerrechtsbewegung in der englischen Übersetzung ist das Akronym ein geflügeltes Wort : NAWALT (not all women are like that) oder wahlweise NAFALT (not all feministis are like that) und wird dort zumeist als lächerliches darstellen eines bekannten Einwandes von Diskurspartnern verstanden.
Wenn man sich täglich mit dem hautpsächlich von Frauen (aber nicht nur) getragenen und vom Feminismus institutionalisierten Männerhaß beschäftigt, dann fällt es zuweilen schwer nicht in einen direkt gegengerichteten Frauenhaß zu verfallen.
Das Internet ist voll von derartigen Haßausbrüchen gedemütigter Männer, und ich habe für sie Verständnis. Nein, daß bedeutet nicht, daß ich deren Frauenhaß gut heiße oder ich den teilweise schädlichen Einfluß auf die berechtigten Forderungen unserer Bewegung negiere, ich sage bloß ich verstehe wo der Haß herkommt und das weniger reflektierende Menschen dann sehr leicht in einen pauschalen Frauenhaß abgleiten können.

Wahrscheinlich ist es auch gut, daß es so ein Ventil gibt. Besser unkontrollierte Wutausbrüche im Internet, als wenn einer von denen vor lauter Frust zum Amokläufer wird. Aber eines vergessen die Kollegen sehr gerne, und das führt mich zum nächsten Punkt :

Dritter Gedanke :

Das moderne Heruntermachen alles Männlichen ist so „modern“ und neu nun auch wieder nicht, das hat bereits im 18.Jahrhundert begonnen. Was man aber darüber nicht vergessen darf ist, daß es gerade immer Frauen waren, welche Männer verteidigt und sich dabei exponiert und angreifbar gemacht haben, oft zu ihrem eigenen Schaden. Natürlich, und das ist mir bewußt, war und ist es für Frauen leichter, Partei für Männer zu ergreifen, als es das für Männer ist, trotzdem soll das den Respekt nicht schmälern.

Es gibt einige Frauen, die ich hier in diesem Zusammenhang ganz besonders herausstreichen und damit ehren möchte :

  1. Ester Vilar : Sie hat geradezu visionär in einer Zeit, in der die Frauenbewegung massiven Zulauf hatte bereits erkannt, was meine Artikelserie ausführt. Ihre Bücher „Der dressierte Mann“, „Das polygame Geschlecht“ und „Das Ende der Dressur“ können in ihrer Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und enthalten sogar noch für die heutige Zeit wichtige Ideen und Impulse für die Männerrechtsbewegung.
  2. Erin_Pizzey : Auch sie hat für die Wahrheit bezahlt. Details im verlinkten Wikipedia Artikel.
  3. Doris Lessing :Mit ihrem Hauptwerk „The golden notebook“wurde sie von Feministen vereinnahmt, sodaß sie sich zu einer Gegenwehr veranlasst sah, als sie den Feminismus durchschaut hatte :

    „Die Feministinnen verlangen von mir einen religiösen Akt, den sie nicht genauer untersucht haben. Sie wollen, dass ich Zeugnis ablege. Am liebsten möchten sie, dass ich sage: ‚Ich stehe auf eurer Seite, Schwestern, in euerm Kampf für den goldenen Tag, an dem all die brutalen Männer verschwunden sind.‘ Wollen sie wirklich, dass man allzu vereinfachende Aussagen über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen macht? Genau das wollen sie. Mit großem Bedauern bin ich zu diesem Schluss gelangt.“

    und :

    ‘It is time we began to ask who are these women who continually rubbish men. The most stupid, ill-educated and nasty woman can rubbish the nicest, kindest and most intelligent man and no one protests.’

    „Es ist Zeit, dass wir uns fragen wer diese Frauen sind die fortwährend Männer herabwürdigen. Die dümmste, ungebildetste und widerlichste Frau kann den nettesten, liebenswürdigsten und intelligentesten Mann herabwürdigen und niemand protestiert.“

  4. Astrid van Friesen : Auch sie hat sich mit ihrem Buch : Schuld sind immer die anderen! Die Nachwehen des Feminismus: frustrierte Frauen und schweigende Männer“ exponiert und angreifbar gemacht. Wer des vielen Lesens überdrüßig ist, hier ein 25 Minuten Podcast, in dem sie sehr bewegend zum Thema referiert. Auch sie war Feministin, aber hat den Feminismus durchschaut.
  5. Monika Ebeling, deren Blog ich rechts verlinkt habe, war Gleichstellungsbeauftragte in Goslar. Dort wurde sie politisch entfernt, weil sie es gewagt hat, sich auch für Benachteiligungen von Männern und Jungen einzusetzen. Welcher Männerrechtler hat schon deswegen seinen Job riskiert ?
  6. Aber man muß nicht immer so bekannte Beispiele hernehmen. Hier ein aktueller Blogeintrag von Gabriele Wolff : Das verteufelte Geschlecht Mann ein sehr, sehr lesenswerter Blogeintrag.

Also, an alle meine manchmal zum Frauenhaß tendierenden Kollegen und Brüder da draußen : Macht nicht einen auf schwarz-weiß, ruft euch in Erninnerung was für sagenhaft tolle Frauen es da draußen auch gibt. Es sind tatsächlich nicht alle so ! Die vernünftigen, guten und fairen Frauen verdienen unsere Unterstützung und haben es sich nicht verdient, mit dem Femi-Gesocks nur wegen ihres Geschlechts in einen Topf geworfen zu werden.

Vierter Gedanke :

Durch das Querlesen zum Thema der Serie bin ich auf diverse wunderliche Dinge gestoßen (zugegeben, es hat mich nicht wirklich verwundert). Diskussionswidersprüche im Feminismus, völlig kranke Argumentationsmuster, und diverse andere Dinge.
Zusammen mit meiner angehäuften Erfahrung im Genderdiskurs reift in mir die Ahnung, daß Realfeminismus irgendwie einem Krankheitsbild entsprechen könnte. Bei vielen Gegenheiten im Diskurs stellt man sich unwillkürlich die (rethorische ?) Frage : Die sind doch nicht ganz dicht ?

Ich nehme mir vor, daß in Kürze in einem Artikel zu untersuchen.

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Der entbehrliche Mann oder “Wann ist ein Mann ein Mann ?” Teil 2

Posted by Clochard - 17. April 2012

Willkommen zur Fortsetzung.

Wer hier zu lesen beginnt, ohne die vorangegangenen Ausführungen zu kennen wird nichts außer Bahnhof verstehen. Denjenigen empfehle ich daher zuerst die Lektüre von Teil 1.

Im ersten Teil der Serie waren wir dabei stehen geblieben zu erörtern, welche Anzeichen auf gesellschaftlicher Ebene es dafür gibt, daß die im Lauf der Evolution herausdifferenzierten Unterscheidungen der wertvollen, gebärmutterbesitzenden Frau und des wertlosen (weil gebärmutterlosen) Mannes auch heute noch mehr oder weniger uneingeschränkt gelten.

Sehr gut beobachten lässt sich der unterschiedliche Wert der Geschlechter in Krisen- und Gefahrensituationen. Wer kennt nicht die unselige Standardphrase von Medienmachern, egal ob männlich oder weiblich : „Es gab 20 Oper, darunter 3 Frauen“. Was bedeutet diese Aussage eigentlich ? Nun, sie bedeutet zweifelsohne, daß hier eine Opfergruppe besonders hervorgehoben wird. Die implizite Wertung, die hier zugrunde liegt ist die, daß es eben besonders tragisch ist, daß hier auch 3 Frauen Opfer wurden. Wären die 20 Opfer nur Männer gewesen, ja dann wäre es auch bedauerlich, aber die Tatsache, daß Frauen darunter waren gibt der Tragik dieser Geschichte eine ganz andere Dimension, eine Dimension, die , wollte man das ganze sozusagen mathematisch aufrechnen in der Gleichung münden muss : 3 > 17, denn die Tragik von 17 männlichen Opfern tritt hinter die Tragik von 3 weiblichen Opfern zurück. Auch der Norm „Frauen und Kinder zuerst“ liegt, obschon nie rechtlich verbindlich, eine unmißverständliche Wertung zugrunde. So hatte etwa beim Untergang der Titanic eine Frau in der 3 Klasse eine weitaus höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als ein Mann der 1.Klasse.1

Ein anderes Beispiel, über das ich auch schon einen Blogeintrag verfasst habe : Beim Erdbeben in Haiti Anfang 2010 hatte die UNO keinerlei Skrupel wegen ein paar drängelnder Männr bei der Essensausgabe das ganze Geschlecht Mann komplett von der Nahrungsmittelverteilung auszuschließen und damit dem Hungertod preiszugeben. Ob das mit umgekehrten Rollen denkbar wäre ?

Aber es muss sich nicht immer um Krisen- oder Gefahrensituationen handeln. Schon im alltäglichen Leben wird gerne, auch gesellschaftlich, mit zweierlei Maß gemessen.

Nehmen wir zum Beispiel die wissenschaftlich recht gut untersuchten Partnerwahlkriterien der beiden Geschlechter. Der amerikanische Forscher David Buss hat Partnerwahlkriterien in 37 Kulturen auf allen 5 Kontinenten untersucht und kommt dabei zu einem eindeutigen Ergebnis :

Frauen suchen Resourcen (Geld), Status, und die Bereitschaft der Männer deren eigene Bedürfnisse zugunsten der Frauen hintanzustellen. Dieselben Kriterien spielen bei Männern keine oder nur eine ganz unwesentliche Rolle, deren Hauptkriterien sind dagagen Attraktivität, Jugendlichkeit und Treue. Die Partnerwahlkriterien der Frau kann man wieder mit dem Wort Nutzen zusammenfassen. Und dabei spielt es auch keine Rolle, wie wohlhabend die Frau selbst ist.

Abgeleitet davon kann man auch beobachten, wie ein und dieselbe Verhaltensweise interpretiert wird, je nachdem welchem Geschlecht die handelnde Person angehört. Kollege Hans Alef kann zum Beispiel ein Lied davon singen. Er entschied sich dafür bei den Kindern zu bleiben, während seine Frau die Brötchen verdiente. Während uns Feministen erklären ein Mann würde eine Frau unterdrücken, wenn sie bei den Kindern bleibt, kehren sich bei umgekehrten Rollen die Anschuldigungen plötzlich um und Alef wurde als Parasit bezeichnet.2 Weltweit erhobene Werte belegen, daß viele Männer nichts dagegen hätten, bei den Kindern zu Hause zu bleiben, aber regelmäßig ist die Prozentzahl tatsächlich kinderbetreuender Väter weit darunter.3

Wie sieht es in anderen Gebieten aus ? Nun vergleichen wir einmal die mediale und politische Aufmerksamkeit für bestimmte Frauen bzw. Männer betreffende Phänomene. Wir kennen die Tatsache, daß Frauen in Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften nicht gleich wie Männer vertreten sind recht gut, weil Artikel über Artikel und politische Beschäftigung mit dem Thema sehr hohe Priorität genießt. Wie sieht es demgegenüber mit speziellen männlichen Problemen aus ?
Nun, 90% der Obdachlosen sind Männer, die Selbstmordraten von Männern liegen in allen Alterskohorten um ein Vielfaches über dem von Frauen, die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle pro Jahr für Männer übersteigt die der Frauen um mehrere tausend Prozent jährlich. Was ist davon in den Medien und womit beschäftigt sich die Politik ?
Mit den Frauen in Aufsichtsräten oder dem Gender Pay Gap. Wir können also festhalten : Das Einkommen oder die Karriere von Frauen interessiert die Gesellschaft mehr als der Tod von Männern.
Hier auch ein Video, daß die Situation schön veranschaulicht :

Einige Sequenzen des Videos führen uns gleich zum nächsten Problem nämlich der unterschiedlichen Wahrnehmung im Bereich Gewalt.
Selbst wenn eine 120 Kilo Frau einen magersüchtigen 35 Kilo Mann ohrfeigt, ist das in unseren Breiten öffentlich akzeptierte Gewalt, das Beispiel mit umgekehrten Rollen wäre kaum denkbar, ohne daß jemand einschreitet. Oft wird behauptet das läge an der Tatsache, daß von Frauen weniger starke Verletzungen ausgehen können als von Männern. Das ist natürlich hanebücherner Unsinn und eine reine Rechtfertigungsstrategie vor sich selbst, daß man – und das gilt für Männer wie für Frauen – der männlichen Gesundheit und dem männlichen Leben einen geringeren Wert beimisst als bei weiblichen Personen. Das ist auch gewollt und gefordert, denn die Gesellschaft lebt von männlicher Opferbereitschaft.
Wie wollte man sonst junge Männer mit 19, 20 Jahren in einen Krieg zwingen, wenn man ihnen nicht von Kindesbeinen an die Achtung für die eigenen Gesundheit, den eigenen Körper, ja die Wahrnehmung des eigenen Wertes systematisch abtrainiert ?
Die dafür sensibilisierten Frauen würde ich gerne in ihren Reaktionen beobachten wenn eine Regierung beschließen würde eine ausschließlich weibliche Wehrpflicht einzuführen.
Die unterschiedliche Wahrnehmung von Männer- und Frauengewalt lässt sich im folgenden Video sehr gut beobachten :

Ein weiteres Beispiel in diesem Kontext sind die in praktisch allen westlichen Staaten gefahrenen Kampagnen gegen Gewalt an Frauen. Jede Statistik belegt unzweifelhaft, daß Männer in viel höherem Ausmaß von Gewalterfahrungen als passiver Akteur betroffen sind, dennoch wird nur Gewalt an Frauen thematisiert. Woran könnte das wohl liegen ?
Der Mann ist weniger wert, seine Gewalterfahrung nicht so schlimm wie die des „wertvolleren Geschlechts“, das ist der Grund.

Der Artikel ist länger geworden als ich dachte, deswegen wird es noch einen dritten Teil geben.
Dort werde ich mich dann tatsächlich mit der Frage beschäftigen, wie man dagegen vorgehen kann.

_______________________________________________________________

1 http://cuncti.net/streitbar/115-erzwungener-opfertod-wie-werden-soziale-normen-durchgesetzt
2 http://cuncti.net/lebbar/85-hans-alef-qmir-wurde-vorgeworfen-ich-waere-kein-mann-sondern-ein-parasitq
3 http://en.wikipedia.org/wiki/Stay-at-home_dad#cite_note-3

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„Ein Gleichheitsprinzip, das Populismus fördert“

Posted by Clochard - 10. April 2012

Ein gestern Abend beim Online-Standard erschienener Artikel :
http://derstandard.at/1333528699073/Ein-Gleichheitsprinzip-das-Populismus-foerdert
zeigt meiner Ansicht nach sehr schön, wie es um das Menschenbild, wie auch um das Verständnis von Freiheit, Gleichheit und Demokratie in der Linken bestellt ist.

Der Autor kritisiert, daß in Frankreich für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen ein absolutes Gleichheitsgebot gilt.
Vertreter aller wahlwerbenden Gruppierungen bekommen bekommen so z.B. exakt die gleiche Redezeit in TV-Diskussionssendungen, auf Wahlwerbeplakaten müssen alle 10 Kandidaten in einer durch das Los bestimmten Reihenfolge gleich beworben werden, TV-Berichten über einen Präsidentschaftskandidaten müssen TV-Berichte in gleicher Länge und zu vergleichbarer Tv-Quotenzeit über die anderen Kandidaten gegenüberstehen.

So neutral gesehen eigentlich keine schlechte Idee, sollte es doch zumindest erheblich dazu beitragen, den Einfluss der Medien auf die Entscheidung am Wahltag zu verringern. Naturgemäß sieht es der Autor nicht so.
Im Prinzip läuft die ganze Kritik in seinem Artikel auf einen Satz hinaus :
Diese Chancengleichheit (nennen wir sie vorbereitend „Gleichberechtigung“) gefällt ihm nicht, weil damit nicht sichergestellt ist, daß am Ende, also nach der Wahl, etwas herauskommt, das ihm gefallen könnte.

Das ist ein zentraler Satz, den man als thematische Überschrift über die gesamte heutige Linksbewegung setzen könnte.
Gleichheit ja, aber nur wenn das linkerseits Erwünschte dabei herauskommt. Demokratie ja, aber nur wenn sie linken Positionen nützt (vgl. auch Vassilakous diktatorische Maßnahmen bezüglich der Parkraumbewirtschaftung in Wien gegen den deklarierten Willen der Bevölkerung). Ja es kommt noch schlimmer. Im Bereich der Menschenrechte heißt es dann sogar universale, unteilbare Menschenrechte ja, aber nur für von Linken präferierte Gruppen (wozu der männliche, weiße Europäer nicht gehört).
Ich hatte das in einem früheren Artikel schon einmal thematisiert :
https://maennergedanken.wordpress.com/2012/03/27/kann-umerziehung-eine-staatsaufgabe-sein/

Naive Zeitgenossen sollten sich langsam von der Vorstellung verabschieden, daß Links für das ewig Gute steht. Macht korrumpiert. Und linke Themen sind inzwischen teilweise im Mainstream angekommen. Die Zeit der Defensive ist daher für die Linke vorbei, gefaselt hat man noch von dem Wert der Demokratie, der Menschenrechte, des Rechtsstaates für alle als man selbst noch in der Defensive war.
Der bekannte Satz „in vino veritas“ liesse sich daher mit dem gleichen Wahrheitsgehalt darstellen als :
in potestati veritas (in der Macht liegt die Wahrheit), also etwa umschreibbar mit den Worten : beweise mir den Wahrheitsgehalt deiner Aussagen und damit verbundenen Absichten durch dein Verhalten, wenn du an der Macht bist, vorher haben sie keine Aussagekraft.
Man mag jetzt kritisch mit dem Einwand kommen, daß das doch alle Parteien so machen.
Da sage ich : Ja, das ist richtig. Aber die anderen Parteien spielen sich eben gerade nicht als ewiggute, moralische Oberinstanz auf, im Gegensatz zu Linken. Das macht es besonders schlimm.

Nun der Brückenschlag zum Hauptthema des Blogs und zu einem Linken Lieblingsthema : Feminismus
Genau wie sonst auch in der Linken sind die Schlagwörter im Feminismus krtisch zu betrachten und zu hinterfragen.
Beispiele gefällig ? Im historischen Zeitverlauf war das erste Schlagwort der Frauenbewegung :
Gleichberechtigung.
Beginnend mit Olympe de Gouges forderte die Frauenbewegung lange Zeit die gleichen Rechte vor dem Gesetz für Frauen und Männer. Das galt aber nur solange, als Frauen objektiv und summarisch betrachtet weniger Rechte vor dem Gesetz als Männer hatten. Mit dem Übergang zu einer Rechtsbevorteilung von Frauen in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wandelte sich auch das Schlagwort der Bewegung. Es hieß nun nicht mehr Gleichberechtigung, sondern
Gleichstellung
Die Tatsache, daß Männer nun per Gesetz benachteiligt waren, spielte plötzlich keine Rolle mehr. Stattdessen fand das Schlagwort der Gleichstellung ein, daß die gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen über die rechtliche Gleichberechtigung von Männern stellte. Die (fadenscheinige) Argumentation dahinter : Wir wollen und wollten ja gar nie, daß alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, viel wichtiger ist es, daß sich die Gesetze so auswirken, das alle Menschen die gleichen Chancen an Teilhabe bekommen.
Ein schlauer Winkelzug, dem aber genauso nicht zu trauen ist, wie dem obigen, inhaltsleeren Schlagwort der Gleichberechtigung.
Erste Anzeichen dafür, wie inhaltsleer diese Floskel war und ist zeigt ein Blick nach Schweden, wo in einigen Studien eine Geschlechterquote als Zulassungsbeschränkung existierte :

Das angestrebte Ziel wurde glatt verfehlt, gut sieben Jahre später sind es vor allem Frauen, denen die Quote zum Verhängnis wird. Von denen, die aufgrund ihres Geschlechtes keinen Studienplatz erhalten haben, so Schwedens Hochschul- und Forschungsminister Tobias Krantz, seien 95 Prozent weiblich. Deshalb will die bürgerliche Regierung das Gesetz noch in diesem Jahr abschaffen, so Krantz:

„Die Gleichstellung wird dadurch an den Hochschulen nicht gefördert, erreicht wird das Gegenteil. Und Leidtragende sind vor allem studienmotivierte junge Frauen.“

Wer erkennt die Scheinheiligkeit ? Nein, Gleichstellung gibt es nur für Frauen.
Und damit passt der Feminismus genau in die heutigen Denkschemata und Verhaltensmuster der Linken.
Egal welches euphemistisch gut-klingende Schlagwort genommen wird, sei es Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte, Gleichberechtigung, Gleichstellung e.t.c., es wird immer nur dort in der Realität tatsächlich so umgesetzt, wo für den Linken wie für den Feministen das gewünschte Ergebnis herauskommt.

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Ist der Feminismus rassistisch ?

Posted by Clochard - 7. April 2012

Ob der Feminismus faschistisch ist, habe ich ja bereits einmal untersucht

Heute will ich mich der Frage widmen, ob der Feminismus rassistisch ist.

Zuerst einmal Grundsätzliches :

1) Wie kann Feminismus rassistisch sein, Feminismus beschäftigt sich doch mit Geschlecht und nicht mit Rassen ?

Nun Geschlecht und „Rasse“ liegen nicht so weit auseinander, wie man vielleicht vermuten würde.  Die Sektion Etymologie des Wortes Rasse in der deutschssprachigen Wikipedia
beschreibt die Entwicklung des Begriffes Rasse als eine aus dem Französischen („race“) übernommene Bezeichung mit der

weiten Bedeutung von „Geschlecht, Stamm, Abstammung, Nachkommenschaft, Gattung, Sorte, Art (von Menschen und Tieren), also für eine Gruppe von Individuen mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften.“

Ohne weitere Probleme findet also der Begriff „Geschlecht“ im herkömmlichen Sinn des Begriffes Rasse Deckung, da es sich ursprünglich um eine Einteilung einer Gruppe von Individuen mit bestimmten, gemeinsamen Eigenschaften (hier: primäre bzw. sekundäre Geschlechtsmerkmale) handelt.

2) Und wie soll man anhand dieser schwammigen Definiton nun bestimmen, ob der Feminismus rassistisch ist ?

Ausgangspunkt soll die heute in der Rassismusforschung unbestritten vorherrschende Rassismusdefinition von Albert Memmi sein :

„Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver
Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien
oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“
(Memmi 1982/1987/1992, S. 175)

Wie wir sehen, ist auch für Memmi das Kriterium Geschlecht unproblematisch. Er geht von einem Ankläger und einem Opfer aus, also gerade nicht von unterschiedlichen „Rassen“.
Diese Definition wird mitunter auch in Deutschland kritisiert, daher möchte ich in eventu auch eine daneben bestehende in Deutschland sehr gebräuchliche Definiton erwähnen :

“Rassismus liegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale von Menschen (z.B. Hautfarbe, Herkunft,
Geschlecht usw.) mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden (z.B. wenn von der Herkunft
auf geistige, sexuelle oder kriminelle Energie o.ä. geschlossen wird) und durch diese Konstruktion
eine Abwertung praktiziert wird.”
(AG SOS Rassismus NRW 1997, 11; 1998, 30; 1999, 53; ähnlich 1993, 102)

Da ich es mir nicht leicht machen möchte, ja ganz im Gegenteil, werde ich anhand der Definition von Memmi als der Anerkannteren, Verbreiteteren fortfahren und der Versuchung widerstehen, diesen Eintrag durch Gebrauch der zweiten Definition zu einer Kurzmeldung verkommen zu lassen.

Um Etwas als rassistisch im Sinne von Memmis Definition bezeichnen zu können, müssen also 4 Dinge vorliegen :

Differenz, Wertung, Verallgemeinerung und Funktion.

In den folgenden Abschnitten werden wir daher untersuchen, ob und inwieweit der Feminismus diesen Punkten entspricht. Um dem erwartbaren Argument zuvorzukommen, daß es ja DEN Feminismus so nicht gäbe, werde ich bei der Analyse auf 3 große Gruppen von Feminismus eingehen :
Gleichheitsfeminismus, Differenzfeminismus und  Realfeminismus¹

Alice Schwarzer (die sich selbst zu den Gleichheitsfeministinnen zählt) definiert die beiden  Ersteren so :

Seit es Frauenrechtlerinnen bzw. Feministinnen gibt, zerfallen sie in zwei Hauptströmungen. Die eine Strömung, das sind die Antibiologistinnen, genannt die Radikalen bzw. Universalistinnen bzw. Gleichheitsfeministinnen. Sie gehen von einer grundsätzlichen Gleichheit der Menschen und damit auch der Geschlechter aus. Nicht der biologische Unterschied, sondern die sozialen, ökonomischen und politischen Unterschiede sind für sie die Ursache der heutigen Differenz zwischen den Geschlechtern. (…)
Die andere Strömung beruft sich auf den Unterschied der Geschlechter, auf die Differenz. Die Differenzialistinnen halten den Unterschied zwischen Frauen und Männern für unabänderlich; sei es, dass er naturgegeben oder aber, dass er irreversibel geprägt, also quasi genetisch verankert sei. Sie sind für ‚Gleichberechtigung‘, aber gegen ‚Gleichheit‘ und wollen den bestehenden Unterschied nicht aufheben, sondern umwerten.²

  • Differenz

Memmi spricht hier von tatsächlichen oder fiktiven Unterschieden. Hier wird also herauszuarbeiten sein, ob der Feminismus an sich Unterschide zwischen Männern und Frauen macht. Memmi trifft bewußt keine Aussage, wie die Unterschiede vom Rassisten erklärt werden.

„[Der Rassismus]…… beschränkt sich weder auf die Biologie noch auf die Ökonomie, die Psychologie oder die Metaphysik; er ist eine vielseitig verwendbare Beschuldigung, die von allem Gebrauch macht, was sich anbietet, selbst von dem, was gar nicht greifbar ist, weil sie es je nach Bedarf erfindet“ (Memmi, S. 83).

und

„Wenn es keinen Unterschied gibt, dann wird er vom Rassisten erfunden; gibt es ihn hingegen, dann wird er von ihm zu seinem Vorteil interpretiert“ (Memmi, S. 167).[37]

Es muss sich also um keine biologisch begründbaren Unterschiede handeln, auch kulturelle oder gesellschaftliche Unterschiede erweisen sich als tauglich.

Bereits die Anwendung von Schwarzer´s Definition ein eigenen Worten ergibt die Konstruktion von Differenzen in beiden Feminismusströmungen :

„……sind für sie die Ursache der heutigen Differenz zwischen den Geschlechtern.“ bzw. „Die andere Strömung beruft sich auf den Unterschied der Geschlechter, auf die Differenz“

Für die Sparte Gleichheitsfeminismus möchte ich die Aussagen von Schwarzer selbst heranziehen, was sich aufgrund der Umstände geradezu anbietet. Nachdem Schwarzer sicher nicht dumm ist, entweichen ihr nicht oft Aussagen, die ihre wahre Gesinnung, die sie hinter dem Gleichheitsgeschwafel versteckt aufdecken. Ich danke meinem Bloggerkollegen Terminatus für die in akribischer Kleinarbeit zusammengetragenen Analysen von Schwarzers Aussagen über Männer. 1, 2, 3, 4

Nehmen wir uns aus der Vielzahl von Zitaten für die weitere Analyse beispielhaft 3 heraus :

Wir erkennen den typischen Tyrannen daran, dass er männlich ist; er macht, was er will; und es tödlich sein kann, ihm zu widersprechen.

Für uns Frauen bedeutet das: Eine jede ist Opfer von Sexualgewalt oder kann es werden – egal wie stark oder selbstbewusst sie ist. Für die Männer heißt das: Ein jeder ist Täter oder kann es werden – egal wie schwach oder bewusst er ist.

Aus “Mutterliebe” sind es Frauen vor allem, die sich verantwortlich fühlen für die Kindererziehung. Aus Gewöhnung an die “Mutterliebe” erwarten auch Männer, von Frauen bedient zu werden; treten Schwestern, Freundinnen, Kolleginnen, Ehefrauen die direkte Nachfolge der Mütter an. “Mutterliebe” bedeutet also heute vor allem eines: Arbeit.

Wie wir bemerken, versieht Schwarzer – obwohl selbst postulierte Anhängerin einer Anschauung, die Menschen keine Unterschiede zuschreibt – sehr wohl die beiden Geschlechter mit unterschiedlichen Eigenschaften. Nun wollen wir uns ansehen, wie das beim Differenzfeminismus aussieht.

Vandana Shiva, eine ökologische Differenzfeministin postuliert (Hervorhebungen von mir) :

Als ethischen Grundwert betont Vandana Shiva dabei aus der indischen Tradition übernommene ‚weibliche Lebensprinzip‘. Die Quantenphysikerin, Sozial- und Ökoaktivistin machte deutlich, dass die globalen Fehlentwicklungen alle auf einem männlich geprägten kolonialistischen Weltbild basieren. „Wenn wir das Umweltproblem lösen wollen ohne die Lage der ‚Dritten Welt‘ zu berücksichtigen, dann werden die Unternehmen einfach ihren Dreck woanders machen. Die Strukturen des kapitalistischen Patriarchats, die Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradieren, sind die gleichen, wie die, welche zur Beherrschung der Natur geführt haben. Ein Feminismus, der nicht ökologisch ist reicht mir deshalb ebenso wenig wie eine Ökologie, die nicht radikal genug ist, die Strukturen der menschlichen Beziehungen zu verändern.“

Der von Vandana Shiva mitbegründete ‚Öko-Feminismus‘ machte sich an die Aufgabe, einerseits herauszuarbeiten, wie männlich geprägte Werte zu ökologischer Zerstörung, Militarismus und Ausbeutung führen und andererseits daran, spezifisch weibliche Werte für den Umgang mit der Welt zu formulieren. Patriarchalische Gesellschaften, so argumentiert der Ökofeminismus, bauen seit Jahrtausenden auf hierarchische Strukturen unter dem Prinzip der Konkurrenz. Erfolg bemisst sich darin nicht nach dem Gemeinwohl, sondern nach dem individuellen Machtzuwachs, der durch repressive Kontrollmechanismen gesichert werden muss. Für Vandana Shiva ist deshalb die Wiederkehr der Kolonialismus in Gestalt der Globalisierung ebenso auf patriarchalische Werte zurückzuführen, wie die zunehmende Kontrolle männlich dominierter Unternehmen über das Leben selbst. „Heute werden mit der Gentechnik sogar die Innenwelten der Lebewesen – also der Menschen, Tiere und Pflanzen – kolonisiert. Zusätzlich zu den traditionellen Formen der Kontrolle wird damit sogar die Zukunft selbst kolonisiert.“

Im Mittelpunkt steht ihrer Meinung nach der männlich geprägte Begriff von ‚Macht‚, der auf Stärke durch Gewalt baut und auf die aggressive Überwindung, Dominanz und Beherrschung ausgerichtet ist. Diese Verhaltensweise wird zwar nicht als biologische Konstante verstanden, aber als herrschendes Rollenmodell immer wieder erneuert: „Was wir statt dessen brauchen ist ein ganz neues Verständnis von Macht“, sagt die Quantenphysikerin. „Macht, die von Innen kommt, deutlich ‚Nein‘ sagt zu allen Formen der Unterdrückung, eine Macht, die uns und andere ermutigt, anstatt Andere zu vernichten, um den eigenen Vorteil zu sichern.

Für den Realfeminismus nehme ich mir folgende Aussagen her (aus einem Interview mit Gabriele Heinisch-Hosek):

Gabriele Heinisch-Hosek: Beides. Wir leben in einer Geschlechterhierarchie und nicht in einer Geschlechterdemokratie. Männer geben ihre Funktionen gerne an Männer weiter, das ist das strukturelle Problem. Es braucht Überzeugungsarbeit und Sanktionen.
…………..
Falter: Vielleicht gibt es nicht-rationale Gründe?
Gabriele Heinisch-Hosek: Machtverlust von Männern, etwa. Das ist reflexartig.

  • Wertung

Nun wären ja diese festgestellten Differenzen nicht weiter schlimm, wenn sie nicht bewertet werden würden. Eine erkenntnisgeleitete Feststellung von Unterschieden macht noch keinen Rassismus. Es wäre also zu untersuchen, ob die obigen exemplarischen Aussagen eine Wertung zur Differenz enthalten.
Für den Gleichheitsfeminismus finden wir in den Aussagen von Schwarzer :

den Tyrannen, der männlich ist,
den Mann der Täter ist, und
Männer, die erwarten von Frauen bedient zu werden

Sowohl die Bezeichung Tyrann, als auch Täter und jemand der bedient werden möchte kann man ohne viel Federlesens negative Konnotationen bescheinigen.

Aber vielleicht ist es beim Differenzfeminisus anders ?
Vandana Shiva spricht von :

männlich geprägten kolonialistischen Weltbild
wie männlich geprägte Werte zu ökologischer Zerstörung, Militarismus und Ausbeutung führen
Patriarchats, die Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradieren
die zunehmende Kontrolle männlich dominierter Unternehmen über das Leben selbst
männlich geprägte Begriff von ‘Macht’, der auf Stärke durch Gewalt baut und auf die aggressive Überwindung, Dominanz und Beherrschung ausgerichtet ist

Alle verwendenten Zuschreibungen, also Kolonialismus, Zerstörung, Militarismus, Ausbeutung, Menschen degradieren, Kontrolle über das Leben, Gewalt, Dominanz, Aggressivität, Beherrschung sind exklusiv negativ und abwertend besetzte Begriffe.

Schwieriger wird es beim Realfeminismus, die handelnden Akteure sind oft rethorisch geschulte Machtpolitiker, denen selten eindeutig kompromittierendes über die Lippen kommt.
Heinisch-Hosek spricht von :

Männer geben ihre Funktionen gerne an Männer weiter, das ist das strukturelle Problem. Es braucht Überzeugungsarbeit und Sanktionen.
Machtverlust von Männern, etwa. Das ist reflexartig.

Heinisch-Hosek geht am subtilsten vor. Verständlich, denn zu offenene Männerfeindlichkeit könnte ihre politische Karriere kosten, zumindest ist das im Moment noch so. Trotzdem lässt sich analysieren, daß Männer ein Verhalten an den Tag legen, welches Sanktionen bedarf. Mit Sanktionen belegt man normalerweise sozial-inadäquates, unerwünschtes, oft verbotenes Verhalten. Und dann im zweiten Satz die pauschalierende Floskel, daß nur deswegen so wenig Frauen in Aufsichtsräten sitzen, weil sich Männer reflexartig gegen Machtverlust wehren. Beides unzweifelhaft Wertungen, beide unzweifelhaft negativ konnotiert.

  • Verallgemeinerung

Ein relativ kurz zu behandelnder Punkt. In den obigen Aussagen, wie auch sonst im Feminismus, wird man zum Terminus „Männer“ die einschränkenden Attribute einige, wenige e.t.c fast oder nie finden. Es ist verallgemeinernd, und es geht geradezu um die Verallgemeinerung, die im euphemistischen Kampfbegriff „das Patriarchat“ seinen Kulminationspunkt findet. Das Patriarchat entbindet die Feministin von der Notwendigkeit über „die Männer“ sprechen zu müssen und es erleichtert männlichen Sympathisanten oder Unterstützern sich Unterbewußt aus dem Begriff „Patriarchat“ ausnehmen zu können, eine Übung die naturgemäß bei der Verwendung von „die Männer“ um einiges schwerer zu bewerkstelligen wäre. Nichtsdestotrotz ist und bleibt das Patriarchat ein Sammelbegriff für alle Männer, welcher je nach Lust und Laune dann auch noch auf Frauen, Transsexuelle und oft sogar auf andersdenkende Feministen erstreckt wird.

Verabsolutiert nach Memmis Definiton werden die Behauptung darüberhinaus noch insofern, als mit Begriffen wie der „patriarchalen Dividende“ operiert wird. Dieser Begriff möchte aussagen, daß ein Mann gar nicht anders kann als Frauen zu unterdrücken und somit ein „Tyrann“ zu sein, selbst wenn er denn ganzen Tag nichts Anderes täte als darauf zu achten, solche Verhaltensweisen zu vermeiden. Er kann der Falle nicht entkommen, egal was er tut.

  • Funktion

Nach Memmi ist die Funktion definiert als :

„…………zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien
oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“

Ein ganz wichtiger Punkt der Definition, der bei anderen Definitionen von Rassismus oft vergessen oder ignoriert wurde.
Was also ist in den obigen Differenzierungen, die bewertet und verallgemeinert werden für den Feminismus drinnnen ?
In der Phase der späten 60er und 70er Jahre war es ganz klar die feministische Aggression, die dadurch gerechtfertig werden sollte.
Einen Tyrannen, der die Frauen seit Jahrtausenden unterdrückt, ja dem gegenüber darf man aggressiv sein.
Beispielhaft dazu Schwarzer´s Kommentar über eine amerikanische Frau, die ihrem Mann im Schlaf den Penis abgetrennt hat :

„Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!“

– Alice Schwarzer: Emma 1995

In der heutigen Phase des Feminismus, wo er sich bereits durchgesetzt und als die Ideologie der herrschenden Klasse etabliert hat geht es nur noch um die Rechtfertigung des Ausbaues oder Fortbestandes von Privilegien, so etwa die Durchsetzung einer Quote mit der Behauptung Frauen wären qua Geschlecht die besseren Unternehmenslenker.

Conclusio : Alle notwendigen Kriterien der gängigen Rassismusdefinition nach Albert Memmi werden vom Feminismus erfüllt, ja man ist sogar versucht zu sagen übererfüllt. Dabei ist es unerheblich, welche Richtung des Feminismus betrachtet wird. Der Feminismus gelangte an die Macht mittels stereotyp-rassistischer Zuordnungen zu Männern, die nicht zuletzt auch als ein Wegbereiter der heute in den Medien üblichen misandrischen Hetze und Abwertung gesehen werden können.
Er hat eine Kultur geschaffen, die es möglich macht in einer Art und Weise über eine definierte Menschengruppe herzuziehen, die man schon lange überwunden glaubte. Er macht aber hier nicht halt sondern benutzt diesselben rassistischen Mechanismen um seine Vormachtstellung auszubauen und seine Privilegien abzusichern und zu erweitern.

Der Feminismus kann daher zweifellos als rassistisch bezeichnet werden.

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¹ Der Realfeminismus ist eine Eigenbezeichnung von mir. Ich fand die Schöpfung deswegen notwendig, weil es im Prinzip keine Rolle spielt, welche Positionen von feministischen Theoriegebäuden vertreten werden,  sondern welche konkreten Forderungen, Initiativen und Gesetzesanträge von feministischen Vertretern im täglichen Leben erhoben und/oder durchgeführt werden. Dabei ist zu beobachten, daß die politisch aktive Feministin je nach Gusto, Situation und Erfolgswahrscheinlichkeit einmal gleichheitsfeministische und im nächsten Moment wieder differenzfeministische Positionen vertritt. Deswegen war die Schöpfung des Realfeminismusbegriffes notwendig. Ob eine Postition eine realfeministische ist lässt sich darauf aufbauend insofern Nachweisen, als man einfach untersucht, welche und wieviele politisch-aktive Feministen eine Position oder Forderung vertreten. Ein Beispiel : Im öffentlichen Raum sind einerseits Frauenbibliotheken, Frauencafes, Frauenräume e.t.c umgesetzt und staatlich gefördert. Das sind Auswüchse des Differenzfeminismus, der davon ausgeht, daß sich die biologische Andersartigkeit der Frauen nur dann ungestört entwickeln kann, wenn ihr dafür Mann-freie Freiräume gegeben werden. Auf der anderen Seite werden Quoten gefordert, weil ja Männer und Frauen gleich sind, und deshalb jede beliebige Gesamtheit die nicht gemäß der Geschlechterverteilung besetzt ist zwingend auf Diskriminierung zurückzuführen sein muss.

² Schwarzer, Alice (Hrsg.) (2002): Man wird nicht als Frau geboren. Köln: Kiepenheuer & Witsch, S. 13

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Valentinstagsboykott

Posted by Clochard - 13. Februar 2012

Für heute nur eines, bevor es zu spät ist :

 

Etwas ausführlicher darüber dann morgen.

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