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Archive for April 2012

Der entbehrliche Mann oder “Wann ist ein Mann ein Mann ?” Teil 3 1/2

Posted by Clochard - 26. April 2012

Eigentlich hatte ich die Artikelserie mit Teil 3 schon abgeschlossen gesehen.

Ein Kommentar von Victor von freimann.at hat mich dann dazu veranlaßt, noch diesen weiteren Teil zu verfassen, um noch ein paar Gedanken zum Thema auszuführen.

Erster Gedanke :

Victor sagte in dem Kommentar, er lehne den Gedanken ab, Männer besser zu behandeln. Ein für mich nachvollziehbarer Einwand. Es ist zumindest am Anfang so gewesen, daß es sich komisch anfühlte Männer besser zu behandeln, weil es gegen unsere soziale/genetische Programmierung ist. Und bei all diesen Aktivitäten ist mir immer bewußt, daß das kein dauerhafter Zustand und auch nicht das Ziel sein kann. Aber ich halte es zumindest temporär für notwendig. Leid tut es mir ein bißchen für all jene Frauen, die diese Behandlung nicht verdient haben, was mich zum nächsten Punkt führt :

Zweiter Gedanke :

Nicht alle Frauen sind so. In der angloamerikanischen Männerrechtsbewegung in der englischen Übersetzung ist das Akronym ein geflügeltes Wort : NAWALT (not all women are like that) oder wahlweise NAFALT (not all feministis are like that) und wird dort zumeist als lächerliches darstellen eines bekannten Einwandes von Diskurspartnern verstanden.
Wenn man sich täglich mit dem hautpsächlich von Frauen (aber nicht nur) getragenen und vom Feminismus institutionalisierten Männerhaß beschäftigt, dann fällt es zuweilen schwer nicht in einen direkt gegengerichteten Frauenhaß zu verfallen.
Das Internet ist voll von derartigen Haßausbrüchen gedemütigter Männer, und ich habe für sie Verständnis. Nein, daß bedeutet nicht, daß ich deren Frauenhaß gut heiße oder ich den teilweise schädlichen Einfluß auf die berechtigten Forderungen unserer Bewegung negiere, ich sage bloß ich verstehe wo der Haß herkommt und das weniger reflektierende Menschen dann sehr leicht in einen pauschalen Frauenhaß abgleiten können.

Wahrscheinlich ist es auch gut, daß es so ein Ventil gibt. Besser unkontrollierte Wutausbrüche im Internet, als wenn einer von denen vor lauter Frust zum Amokläufer wird. Aber eines vergessen die Kollegen sehr gerne, und das führt mich zum nächsten Punkt :

Dritter Gedanke :

Das moderne Heruntermachen alles Männlichen ist so „modern“ und neu nun auch wieder nicht, das hat bereits im 18.Jahrhundert begonnen. Was man aber darüber nicht vergessen darf ist, daß es gerade immer Frauen waren, welche Männer verteidigt und sich dabei exponiert und angreifbar gemacht haben, oft zu ihrem eigenen Schaden. Natürlich, und das ist mir bewußt, war und ist es für Frauen leichter, Partei für Männer zu ergreifen, als es das für Männer ist, trotzdem soll das den Respekt nicht schmälern.

Es gibt einige Frauen, die ich hier in diesem Zusammenhang ganz besonders herausstreichen und damit ehren möchte :

  1. Ester Vilar : Sie hat geradezu visionär in einer Zeit, in der die Frauenbewegung massiven Zulauf hatte bereits erkannt, was meine Artikelserie ausführt. Ihre Bücher „Der dressierte Mann“, „Das polygame Geschlecht“ und „Das Ende der Dressur“ können in ihrer Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden und enthalten sogar noch für die heutige Zeit wichtige Ideen und Impulse für die Männerrechtsbewegung.
  2. Erin_Pizzey : Auch sie hat für die Wahrheit bezahlt. Details im verlinkten Wikipedia Artikel.
  3. Doris Lessing :Mit ihrem Hauptwerk „The golden notebook“wurde sie von Feministen vereinnahmt, sodaß sie sich zu einer Gegenwehr veranlasst sah, als sie den Feminismus durchschaut hatte :

    „Die Feministinnen verlangen von mir einen religiösen Akt, den sie nicht genauer untersucht haben. Sie wollen, dass ich Zeugnis ablege. Am liebsten möchten sie, dass ich sage: ‚Ich stehe auf eurer Seite, Schwestern, in euerm Kampf für den goldenen Tag, an dem all die brutalen Männer verschwunden sind.‘ Wollen sie wirklich, dass man allzu vereinfachende Aussagen über das Verhältnis zwischen Männern und Frauen macht? Genau das wollen sie. Mit großem Bedauern bin ich zu diesem Schluss gelangt.“

    und :

    ‘It is time we began to ask who are these women who continually rubbish men. The most stupid, ill-educated and nasty woman can rubbish the nicest, kindest and most intelligent man and no one protests.’

    „Es ist Zeit, dass wir uns fragen wer diese Frauen sind die fortwährend Männer herabwürdigen. Die dümmste, ungebildetste und widerlichste Frau kann den nettesten, liebenswürdigsten und intelligentesten Mann herabwürdigen und niemand protestiert.“

  4. Astrid van Friesen : Auch sie hat sich mit ihrem Buch : Schuld sind immer die anderen! Die Nachwehen des Feminismus: frustrierte Frauen und schweigende Männer“ exponiert und angreifbar gemacht. Wer des vielen Lesens überdrüßig ist, hier ein 25 Minuten Podcast, in dem sie sehr bewegend zum Thema referiert. Auch sie war Feministin, aber hat den Feminismus durchschaut.
  5. Monika Ebeling, deren Blog ich rechts verlinkt habe, war Gleichstellungsbeauftragte in Goslar. Dort wurde sie politisch entfernt, weil sie es gewagt hat, sich auch für Benachteiligungen von Männern und Jungen einzusetzen. Welcher Männerrechtler hat schon deswegen seinen Job riskiert ?
  6. Aber man muß nicht immer so bekannte Beispiele hernehmen. Hier ein aktueller Blogeintrag von Gabriele Wolff : Das verteufelte Geschlecht Mann ein sehr, sehr lesenswerter Blogeintrag.

Also, an alle meine manchmal zum Frauenhaß tendierenden Kollegen und Brüder da draußen : Macht nicht einen auf schwarz-weiß, ruft euch in Erninnerung was für sagenhaft tolle Frauen es da draußen auch gibt. Es sind tatsächlich nicht alle so ! Die vernünftigen, guten und fairen Frauen verdienen unsere Unterstützung und haben es sich nicht verdient, mit dem Femi-Gesocks nur wegen ihres Geschlechts in einen Topf geworfen zu werden.

Vierter Gedanke :

Durch das Querlesen zum Thema der Serie bin ich auf diverse wunderliche Dinge gestoßen (zugegeben, es hat mich nicht wirklich verwundert). Diskussionswidersprüche im Feminismus, völlig kranke Argumentationsmuster, und diverse andere Dinge.
Zusammen mit meiner angehäuften Erfahrung im Genderdiskurs reift in mir die Ahnung, daß Realfeminismus irgendwie einem Krankheitsbild entsprechen könnte. Bei vielen Gegenheiten im Diskurs stellt man sich unwillkürlich die (rethorische ?) Frage : Die sind doch nicht ganz dicht ?

Ich nehme mir vor, daß in Kürze in einem Artikel zu untersuchen.

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Kurzmeldung

Posted by Clochard - 26. April 2012

Gestern in der „Qualitätszeitung“ heute gelesen :

Die „Grünen Frauen“ wollen am Ring zelten und damit darauf hinweisen, wie arm und unterdrückt sie nicht sind.
Stammleser dieses Blogs werden sich ein Lachen nicht verkneifen können.

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Der entbehrliche Mann oder “Wann ist ein Mann ein Mann ?” Teil 3

Posted by Clochard - 24. April 2012

Willkommen zum dritten Teil der Serie. Es ist ratsam zuerst Teil 1 und Teil 2 zu lesen.

Wie wir gesehen haben, ist es kein leichtes Los als Mann. Die Tatsache sich die grundlegende Menschenwürde nur aufgrund seines Mannseins erst erarbeiten zu müssen ist zutiefst menschenverachtend und in dieser Form eigentlich nicht hinnehmbar. Eine simple Tatsache, die das nachfolgend Geschriebene leichter verdaulich macht : Wir leben nicht mehr in der Urzeit und wir leben auch nicht mehr in kleinen, regional abgegrenzten Stammesverbänden. Ganz im Gegenteil. Die durchschnittliche Bevölkerung eines modernen mittleren Staates entspricht der gesamten Weltbevölkerung der Urzeit, wir haben global gesehen eine grassierende Überbevölkerung. Eigentlich wäre es für die Umwelt, für den Planeten ja für alle heute besser, wenn viel weniger Menschen leben würden. Nun, in Anbetracht dieser Tatsache kehren sich die Argumente aus Teil 1, die ich für die geschichtlich-evolutionär begründete Höherbewertung weiblichen Daseins aufgrund von Gebärmutterbesitz ausgeführt habe heute um. In Teil 1 sahen wir, daß die Anzahl weiblicher Mitglieder der limitierende Faktor für die Nachkommen der nächsten Generation ist.

Also 100 Männer und 1 Frau bedeuten 1 mögliches Baby pro Jahr, 100 Frauen und 1 Mann bedeuten 100 mögliche Babies pro Jahr. Im Prinzip spricht die gravierende Überbevölkerung des Planeten für Variante 1. Je weniger Frauen es gibt, desto weniger Nachwuchs, desto besser für die Zukunft. Um hier nicht mißverstanden zu werden, natürlich verwehre ich mich gegen Pendants zu feministischen Männerausrottungsphantasien und die Tatsache, daß der Wohlstand im Westen bereits zu Geburtenraten unterhalb der Bevölkerungsreproduktionsmarke von 2,1 geführt hat, spielt auch eine gewichtige Rolle, aber nichtsdestotrotz gibt es heute keinen wie immer gearteten Grund mehr, weibliches Leben per se höher als männliches zu bewerten, weil der Gebärmutterbesitz aufgrund der Bevölkerungsexplosion kontraproduktiv ist.

Was kann man also dagegen tun ?

Es ist so gleichzeitig so einfach und so schwierig. Die Sache sitzt evolutionär in unseren Gehirnen fest und ist über diesen Umweg auch ganz tief in der Gesellschaft verankert. Viele, viele Institutionen verlassen sich auf die gesellschaftliche Verankerung des Mannes als wertloses Geschlecht und darauf, das Männer das verinnerlicht haben.
Es gäbe keinen Wehrdienst, es gäbe keine (fast ausschließlich) männlichen Todesjobs, es gäbe keine Heerscharen von männlichen Obdachlosen, die Gewalt – sowohl jene die Männer ausüben als auch jene, die Männer erleiden, wäre wesentlich geringer.
Obendrein müsste man Männer für Tätigkeiten, in denen sie ihr Leben oder ihre Gesundheit riskieren wesentlich besser bezahlen als heute. Sehen wir dem Offensichtlichen ins Auge : Große Teile unserer Gesellschaft, unseres Wohlstands, unserer Sicherheit sind auf dem Leid und der Verachtung gegenüber Männern aufgebaut. Deswegen wird es schwierig werden. Im Moment ist der Widerstand aller zu überwinden, der Gesellschaft, der Frauen und sogar der meisten Männer selbst.
Das macht die Sache kompliziert.

Aber gleichzeitig ist es auch einfach.
Angesichts der Übermacht ist der Beitrag, den der Einzelne zu leisten imstande ist ohnehin nur ein geringer, aber gleichzeitig unendlich wichtig. Was also ist zu tun ?

1) Der Feminismus muss weg

Ja, ganz banal. Um es vorwegzunehmen. Nein, der Feminismus hat den entbehrlichen Mann nicht erfunden. Leser von Teil 1 und 2 wissen das bereits. Aber er verläßt sich zu hundert prozent darauf und verstärkt die Tendenz. Sehr vereinfachend ausgedrückt verlangt der Feminismus vom Mann sich abermals, und stärker als jemals zuvor in der Geschichte zugunsten der Gesellschaft und der Frauen zurückzunehmen, sich gaaanz hinten anzustellen und seine Bedürfnisse zu  ignorieren, ja gar zu unterdrücken. Der Feminismus propagiert eine Männerverachtung, die weit über die Verachtung aufgrund von fehlendem Gebärmutterbesitz hinausgeht, er macht den Mann zum Bösen, zur Wurzel allen Übels schlechthin. Feministische Holocaustphantasien für Männer sind zwar nicht Mainstream, beschränken sich aber bei weitem nicht auf ein Manifest einer geistesgestörten Amerikanerin. Jeder Beitrag den man leistet um den Feminismus zu stoppen ist letztlich ein Beitrag für einen selbst, für sein Menschenrecht als Mann Kraft Geburt mit Wert und Wertschätzung versehen zu sein.

2) Frage nicht was andere Männer für dich tun können, sondern frage, was du für deinen Mitmann tun kannst !

Ein ausgesprochen wichtiger Punkt. Worum geht es ?

Es geht darum Bewußtsein zu schaffen. Wenn wir Männer uns selbst nicht ernst nehmen und uns mehr Wichtigkeit und weniger Entbehrlichkeit zugestehen, wie sollen es dann die anderen jemals tun ? Wir müssen aufhören unsere Mitmänner primär als Konkurrenten zu sehen, als Konkurrenten um Jobs, um Status, um Frauen und um was-weiß-ich-was-noch-alles.

Schon heute, ohne irgendwelche Änderungen verlassen wir uns in hohem Maße auf Männer, ohne ihnen dafür gebührend zu danken, nein, stattdessen sehen wir sie als Konkurrenten. Aber denken wir mal nach : Wer ist es, der dir bei einem Feuer den Arsch rettet, wer wird als Soldat dein Leben schützen, wer haut dich raus, wenn du wo als Geisel genommen wirst ?

Richtig, es sind Männer ! Mitmänner ! Es wird Zeit etwas zurückzugeben. Wie kann man das tun. Nun ein paar Beispiele aus meinem Alltag :

  • Wenn ich in eine Bank gehe und dort sitzen an 2 offenen Schaltern ein Mann und eine Frau, dann gehe ich zum Mann
  • Wenn ich weiß, daß Verkäufer Provision bekommen, dann mache ich den Vertrag bei einem Mann
  • Wenn ein Mann, in einem Geschäft oder einer Firma wo ich Kunde bin, exzellente Arbeit leistet, lasse ich es ihn wissen, und dann rufe ich dort an oder schreibe ein Feedback, um die Firma das ebenfalls wissen zu lassen.
  • Wenn ich irgendwo im öffentlichen Raum eine Frau sehe, die Hilfe benötigt frage ich mich immer zuerst : Würde ich dasselbe auch für einen Mann tun ? Ist die Antwort darauf „nein“, dann gibt es eben keine Hilfe.
  • Ich habe mir vorgenommen im öffentlichen Raum besonders dann einzugreifen, wenn ein Mann von einer Frau Gewalt erfährt. So seltsam das klingt, aber erst wenn man durch so einen Vorsatz sensibilisiert dafür ist, fällt einem auf, wie oft das vorkommt. In den letzten drei Jahren griff ich über fünfzig Mal ein !!!
  • Wenn ich beim Autofahren einen Mann sehe, der über die Strasse will, halte ich extra für ihn an, für eine Frau nicht. Warum ? Nun, die nächsten 100 Autos würden nur für die Frau anhalten. Ein Funken ausgleichender Gerechtigkeit.
  • In überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln halte ich besonders nach gebrechlichen oder älteren Männern ausschau, denen ich meinen Platz anbieten kann.
  • In einem Lokal widerstehe ich der Versuchung einer Kellnerin extra Trinkgeld zu geben, ja ganz im Gegenteil. Der Kellner erhält von mir extra Trinkgeld, von hunderten anderen bekommt er sowieso weniger, bloß weil er ein Mann ist
  • Ein obdachloser Mann erhält von mir fast immer ein bißchen Kleingeld.
  • Verhaltensweisen und Anwandlungen meiner Freundin oder im Familienumfeld, die auf der historischen Männerverachtung beruhen (du mußt das tun, weil du bist der Mann u.ä.), werden von mir sofort thematisiert und gerade nicht hingenommen. Sie war ohnehin nie radikal in dieser Richtung (sonst wäre sie nie meine Freundin geworden), aber sie ist zuweilen selbst bestürzt darüber, wie sehr gesellschaftliche Männerverachtung selbst bei ihr noch ab und an durchdringt.
  • Ich versuche im allgemeinen jedem Mann, dem ich begegne von vorneherein gebührenden Respekt zu teil werden zu lassen, einfach weil er da ist. Er muß seine Nützlichkeit für mich nicht beweisen, um diesen Respekt zu verdienen.
  • Ich schreite auch ein, wenn sich Männer über einen anderen Mann lustig machen, weil er irgendwo nicht dem traditionellen Bild als Nutztier entspricht. Das natürlich nur, wenn es über das normale Herumblödeln unter Freunden oder Bekannten hinausgeht.
  • Wenn ich Geld spende, dann auf gar keinen Fall an Organisationen, die „woman-only“ Hilfen anbieten. Entweder neutral, oder bevorzugt „men-only“. Mit einem Blick auf die jeweiligen Webseiten läßt sich das zumeist sehr gut erkennen, zumal die Männerverachtung in der Gesellschaft schon soweit gediehen ist, daß sich die diversen Hilfsorganisationen schon auf der Willkommensseite damit brüsten, ganz oder teilweise Hilfe nur für Frauen anzubieten.
  • u.s.w., u.s.f., ……………………………..

Es dürfte dem Leser nicht schwer fallen, die Liste beliebig fortzusetzen, denn ich denke die Grundtendenz ist angekommen. Der wichtigste Punkt fehlt aber noch :

  • Wann immer ich so ein Verhalten setze und es in der Situation möglich oder angemessen ist,  dann teile ich meinem Geschlechtskumpel mit, warum ich so gehandelt habe. Erst dieses Verhalten stattet die Handlung mit einem Sinn aus, der darüber hinausgeht, daß sich mein Mitmann für ein paar Minuten besser fühlt. Erst dieses Verhalten vermag in einem Effekt zu münden, den man Multiplikatoreffekt bezeichnen könnte. Denn zu einem Bewußtseinswandel kann dieses Verhalten erst führen, wenn es viele tun.

Das zu erwartende Gegenargument :

Ist das nicht frauenhassend und machen wir dann nicht genau dasselbe, was der Feminismus tut und wie schrecklich arm sind die Frauen denn dann, wenn sich niemand mehr um sie kümmert ?

Die Antwort läßt sich auf einen kurzen Nenner bringen :

Im Jetztzustand bevorzugt der Staat Frauen, die Gesellschaft bevorzugt Frauen, Frauen bevorzugen Frauen und Männer bevorzugen Frauen. Es steht 4:0

Im Übergangszustand bevorzugt der Staat Frauen, die Gesellschaft bevorzugt Frauen, Frauen bevorzugen Frauen und Männer bevorzugen Männer. Es steht 3:1

Im Endzustand bevorzugt niemand mehr niemanden nur aufgrund des Geschlechts. (global ausgedrückt, bei wenigen Einzelpersonen wird man das nicht verhindern können).

Ich wiederhole daher das oben gesagte : Männer müssen Männer zuerst ernstnehmen und unterstützen, die Gesellschaft wird folgen.

3) Erziehe deinen Sohn zu einem Menschen, nicht zu einem Sklaven

Auch ein wichtiger Punkt. Wie komme ich auf das Wort „Sklave“ ? Nun, auch Sklaven sind menschliche Wesen, deren primärer Wert an deren Nützlichkeit gemessen wurde. Ein alter Sklave, ein todkranker Sklave war nichts mehr wert, weil er nicht mehr arbeiten konnte, er war nicht mehr nützlich. Es ist eine vergleichsweise leichte Möglichkeit Einfluss zu nehmen und Dinge zu verbessern. Man sollte dem Verlangen aktiv widerstehen, seinen Sohn auf Nützlichkeit zu drillen. Dein Sohn hat einen Wert als Mensch, egal ob er nützlich ist oder nicht. Er hat einen Anspruch auf eine Erziehung, die ihm eine Wertschätzung für sich selbst (ganz ohne Leistung) und eine Wertschätzung für seinen Körper und seine Gesundheit vermittelt. Dein Sohn muss für niemand den Affen machen nur weil du das auch tun mußtest. Er ist wertvoll als Mensch, einfach weil er da ist. Dein Sohn muss nicht das Schicksal teilen, daß seine Bedürnisse ignoriert werden, weniger mit ihm gesprochen wird, seine Verletzlichkeit heruntergespielt, seine Emotionen kastriert werden (siehe Teil 1). Der Generationenwechsel ist die große Chance, dein Sohn hat die erstmals in der Geschichte die Chance nicht dadurch vom Jungen zum Mann zu werden, indem er seine Nützlichkeit für alle anderen unter Beweis stellt, es reicht, daß er für sich selbst nützlich ist. Die Anderen können sich gut um sich selbst kümmern. Für männliche Enkel, Neffen, Cousins e.t.c gilt das gerade Geschriebenen analog. Wir stehen an einer Schwelle und es bietet sich die historisch einzigartige Chance aus dem seit Ewigkeiten perpetuieten Sklaventum auszubrechen. Dein Sohn kann dereinst ein freier Mann sein und muß nicht als Sklave leben, so wie du.

Gib ihm die Chance dazu !

Fazit :

Wir als Männer haben es schwer genug. Machen wir es uns doch wenigstens für uns selbst ein bißchen leichter !

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Die österreichische Politikskandalsammlung Teil 5/2012

Posted by Clochard - 21. April 2012

Feministische (Miss-)Planwirtschaft

Ein schönes Beispiel für die Mißstände, die der Feminismus im Großen verursacht gab es kürzlich im Kleinen.  Was ist passiert ?

Dazu ein kleiner Ausflug in das österreichische Hochschulwesen. Die sogenannte ÖH (Österreichsiche Hochschülerschaft) ist die gesetzlich geregelte Vertretung aller Studenten. Wie in Österreich leider üblich besteht eine Zwangsmitgliedschaft, das bedeutet jede an einer österreichischen Universität oder Fachhochschule inskribierte Person hat Zusammen mit der Studiengebühr einen Zwangsbeitrag zu entrichten, den sogenannten ÖH-Beitrag.
Die Rechte und Pflichten der ÖH sind gesetzlich im Hochschülerschaftsgesetz geregelt.

Die ÖH-Wahl in der Studenten ihre Zwangsvertreter wählen findet alle 2 Jahre statt. Die Wahlbeteiligung ist seit Einführung der ÖH Wahl von einstmals 70% auf nahezu unterirdische 28,38% bei der Wahl 2011 gesunken. Das ist verständlich wenn man weiß, wie die Perzeption der ÖH bei den Studenten ist. Besonders die größeren Gremien der ÖH werden einfach als Spielwiese und geschützte Werkstätte späterer Parteisoldaten angesehen. Dies wird auch noch dadurch bestärkt, als die Mehrheit der wählbaren Fraktionen der ÖH Wahl mehr oder weniger Vorfeldorganisationen etablierter österreichischer Parteien sind. Als ehemaliger Student an österreichsichen Hochschulen weiß ich, wovon ich spreche. In dem hier interessierenden Zeitraum seit 2009 gingen aus den beiden Wahlen jeweils linksgerichtete Koalitionen unter Führung der GRAS (Grüne & alternative Studenten) hervor.

Diese fühlten sich nun bemüßigt mit den Mitgliedsbeiträgen der Studenten (die viele sich sprichwörtlich vom Mund absparen) ein ideologisches Caféhaus zu eröffnen.
http://www.cafe-rosa.at/
Abgesehen von der zweifelhaften Vorgehensweise dafür einen Trägerverein zu gründen, während das Hochschülergesetz von Kapitalgesellschaften zur Führung von Wirtschaftsbetrieben spricht, stellt sich natürlich die Frage, was eine Studentenvertretung mit einem Caféhaus zu schaffen hat. Meiner Meinung nach ist das bereits ein Skandal, aber es kommt noch schlimmer.
Ein Blick auf die oben verlinkte Homepage des Café verrät die Ausrichtung :

basisdemokratisch, feministisch, antisexistisch, progressiv, antidiskriminierend, antirassistisch, emanzipatorisch, ökologisch-nachhaltig, antifaschistisch, antinationalistisch, antiklerikal, antipatriarchal, antiheteronormativ, antikapitalistisch und solidarisch

Unter Zugrundelegung dieser Ausrichtung wurde auch die Mitarbeitersuche betrieben. Der Bloggerkollege von erstaunlich.at hatte das damals untersucht und war auf rechtlich sehr bedenkliche Sachverhalte gestoßen, welche auch dem RFS aufgefallen sind, welcher daraufhin eine Klage bei der Gleichbehandlungsanwaltschaft veranlasst hat, womit wiedereinmal bewiesen ist, daß es Extremisten beider Lager mit den staatlichen Grundwerten und der Troika Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte beid er Umsetzung ihrer Ideologien nicht so genau nehmen. Die Tatsache, daß die ÖH eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, macht die Sache nur umso bedenklicher.

Meiner Meinung nach steht so ein Projekt der ÖH der Uni Wien nicht zu. Abgesehen vom dilettantischen Businessplan (einen – immer noch ausgesprochen groben – Überblick über den Inhalt eines solchen Plans gibt es hier ) ist es eine Zumutung, ja gar eine Frechheit, wenn Prä-Parteisoldaten iher ideologischen Ideen mit Geldern der Studenten realisieren.
So mancher Start-up wäre froh über eine staatliche Bezuschußung von ca. 500.000 .-€ für ein ordinäres Beisl.

Was die Sache aber jetzt noch schlimmer macht. Das angestrebte Ziel des kostendeckenden Betriebes wurde weit verfehlt, und der Fall geisterte deshalb kürzlich durch die Medien :1 ,2 ,3 , 4, 5, 6,

Nun ist es nicht gerade so, daß das Scheitern nicht vorhersehbar gewesen wäre. Man lese etwa die Kommentare zu diesem Artikel bei der Eröffnung.

Die Folgen sind unter anderem eine Klage des RFS wegen Untreue, eine Pressekonferenz der ÖH zum Thema und ein Abwahlantrag der ÖH-Opposition gegen Janine Wulz, die neben ihrer Tätigkeit als Vorsitzende der Bundes-ÖH auch Kassier des Trägervereins war, was sie selbst wohl aufgrund einer temporären Amnesie vergessen hat. Müßig zu Erwähnen, daß der Abwahlantrag mit den Stimmen der ÖH-Mehrheit abgeschmettert wurde.

 
Fazit : Ein schönes Beispiel, wie die Kleinen im Politiksandkasten schon üben, was sie später einmal brauchen werden. Im Fall des Bloghauptthemas zeigt sich auch sehr schön im Kleinen, wie feministische Schwachsinnsexperimente mit Steuerzahlergeldern scheitern, im Falle der ÖH ist das traurig, weil tatsächliche viele Studenten sich die ÖH-Beiträge vom Mund absparen, die dann für utopisch-egoistische Selbstverwirklichungsträume unreifer zu kurz Gekommener herhalten müssen, aber ein paar Ebenen höher geht bei den gleichen utopisch egoistischen Selbstverwirklichungsträumen etwas älterer zu kurz Gekommener unser Land vor die Hunde.

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Warum ich auch mit dem konservativen, rechten Männerbild nichts anfangen kann

Posted by Clochard - 18. April 2012

Kürzlich hatte ich in einem Blogeintrag parallelen zwischen dem Feminismus und der Linken herausgearbeitet und damit auch das zeitgenössische Verfaßt-Sein der Linken kritisiert, insbesondere die Scheinheiligkeit sich als moralische Instanz zu gerieren, aber bei Machterlangung den moralisch-ethischen Anspruch schneller über Bord zu werfen als man das Wort „Diskriminierung“ aussprechen kann.

Bloggerkollege James.T.Kirk hat mich dann zurecht darauf hingewiesen, daß das ja bei politischen Parteien rechts der Mitte, insbesondere jenen die sich selbst einen christlichen Anstrich geben, ja auch nicht anders sei.

Zuersteinmal möchte ich beschreiben, was ich unter einem konservativen, rechten Männerbild verstehe.
Der Konservative scheint mit der einstmals bestehenden Rollenverteilung recht zufrieden zu sein, als der Mann vollerwerbstätig war und sich die Frau zu Hause um Haushalt und Kinder gekümmert hat. Er befürwortet einen starken kirchlichen Einfluss auch in einem laizistischen Staat. Für ihn ist es das unentrinnbare Männerschicksal die Verteidigung eines Landes (aber auch den Angriff) qua Geschlecht alleine inne zu haben, weil Frauen dafür zu schwach sind. Er sieht sehr oft und in vielen Bereichen Männer als das überlegene Geschlecht an (was sie in einigen Bereichen ja auch sind), läßt aber die notwendige Differenzierung außer acht, daß solche Betrachtungen eben nur im Schnitt gültig sind und für den Einzelfall beschränkte Aussagekraft haben. So wird z.B. gerne argumentiert, daß Männer das intelligentere Geschlecht sind ohne einerseits zu bedenken das aufgrund des breiten Verteilungsspektrums Männer eben auch qua Geschlecht zu den dümmsten Menschen gehören und andererseits die persönlichen Erfahrungen außer Acht gelassen werden (ich denke jeder hat schon mindestens einmal im Leben die Erfahrung gemacht, daß ihm eine Frau einfach in Punkto Intelligenz und Eloquenz voraus war). Für mich ist es hier wie da ein problematisches Verhalten, wenn man einer ganzen Gruppe in wertender Weise eine Eigenschaft zuweist und daraus Aggression, Konsequenzen und Vorteile für die eigenen Grupe reklamieren will. Das trifft so ziemlich genau die von mir in einem früheren Artikel besprochene Rassismusdefinition.
Da der Konservative sehr oft in archaisch-typischen Männerbildern denkt und handelt, sind aber auch oft andere Männer von seinem Männerbild betroffen, was die Vergangenheit beweist. Homosexuelle Männer, einfühlsame Männer, weiche Männer, feige Männer und noch viele mehr haben unter dem Konservativismus von ihren Geschlechtsgenossen ihr Fett abbekommen.

Der Konservative versucht auch das Stereotyp vom „starken Mann“ zu konservieren, weil er daraus einen Teil seiner männlichen Identität zieht. In meiner Artikelserie Der entbehrliche Mann bespreche ich genau dieses Problem und die damit verbundene gesellschaftliche und Selbstabwertung.

Mit viel von dem oben gesagten habe ich so meine Probleme z.B. was die Rollenbilder betrifft.
Ich bin der Auffassung, daß der Staat Rahmenbedingungen zu schaffen hat das jedes Pärchen sein präferiertes Rollenbild leben kann, ohne davon gravierende (gesetzliche) Nachteile zu haben, und da schließe ich das konservative Rollenbild mit ein.
Ich, mit einer libertären Auffassung bin der Meinung es geht weder den Staat noch den Rest der Gesellschaft etwas an, wie ich meine Paarbeziehung ausgestalte (immer unter der Prämisse sich im Rahmen der Gesetze bewegen d.h. eine pädophile oder inzestiöse Paarbeziehung ist demnach trotzdem zu unterbinden). Ich persönlich könnte mit einem konservativen Rollenbild nichts anfangen, denn ich sehe nicht ein für eine Frau lebenslänglich den Trottel zu spielen, während sie sich zu Hause einen Lenz macht.
Aber wenn andere so leben möchten, dann will ich ihnen das zugestehen, sie sollen so leben können wenn sie es so wollen.
Und das sind dann eben die Punkte, wo man in der libertären Mitte Druck von rechts wie von links bekommt.
Der Linke hätte gerne und möchte es allen anderen aufzwingen, daß die erwerbstätige Frau bundesweit Realität wird, die den Säugling am Besten direkt aus dem Kreissaal in die Kita gibt. Der Rechte dagegen hätte gerne und möchte es allen anderen aufzwingen, daß die Frauen lebenslänglich zu Hause bleiben und die Männer für ihren sorgenfreien Unterhalt zu rackern haben.

Beides möchte ich nicht, denn ich bin der Meinung der Staat hat sich aus den Lebensentwürfen der Menschen herauszuhalten. Siehe dazu auch meinen früheren Artikel. Mit libertären Ansichten steht man in Europa oft alleine da, weil der Liberalismus (und nein, nicht im wirtschaftlichen Sinne) auf unserem Kontinent nicht wirklich eine Geschichte hat. „Freiheit“ ist gerade nicht das Schlagwort, mit dem man Europas Geschichte lakonisch beschreiben kann, dann doch viel eher „Zwang“. Und in dieser Tradition scheinen wir auch heute noch zu verharren.

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Der entbehrliche Mann oder “Wann ist ein Mann ein Mann ?” Teil 2

Posted by Clochard - 17. April 2012

Willkommen zur Fortsetzung.

Wer hier zu lesen beginnt, ohne die vorangegangenen Ausführungen zu kennen wird nichts außer Bahnhof verstehen. Denjenigen empfehle ich daher zuerst die Lektüre von Teil 1.

Im ersten Teil der Serie waren wir dabei stehen geblieben zu erörtern, welche Anzeichen auf gesellschaftlicher Ebene es dafür gibt, daß die im Lauf der Evolution herausdifferenzierten Unterscheidungen der wertvollen, gebärmutterbesitzenden Frau und des wertlosen (weil gebärmutterlosen) Mannes auch heute noch mehr oder weniger uneingeschränkt gelten.

Sehr gut beobachten lässt sich der unterschiedliche Wert der Geschlechter in Krisen- und Gefahrensituationen. Wer kennt nicht die unselige Standardphrase von Medienmachern, egal ob männlich oder weiblich : „Es gab 20 Oper, darunter 3 Frauen“. Was bedeutet diese Aussage eigentlich ? Nun, sie bedeutet zweifelsohne, daß hier eine Opfergruppe besonders hervorgehoben wird. Die implizite Wertung, die hier zugrunde liegt ist die, daß es eben besonders tragisch ist, daß hier auch 3 Frauen Opfer wurden. Wären die 20 Opfer nur Männer gewesen, ja dann wäre es auch bedauerlich, aber die Tatsache, daß Frauen darunter waren gibt der Tragik dieser Geschichte eine ganz andere Dimension, eine Dimension, die , wollte man das ganze sozusagen mathematisch aufrechnen in der Gleichung münden muss : 3 > 17, denn die Tragik von 17 männlichen Opfern tritt hinter die Tragik von 3 weiblichen Opfern zurück. Auch der Norm „Frauen und Kinder zuerst“ liegt, obschon nie rechtlich verbindlich, eine unmißverständliche Wertung zugrunde. So hatte etwa beim Untergang der Titanic eine Frau in der 3 Klasse eine weitaus höhere Überlebenswahrscheinlichkeit als ein Mann der 1.Klasse.1

Ein anderes Beispiel, über das ich auch schon einen Blogeintrag verfasst habe : Beim Erdbeben in Haiti Anfang 2010 hatte die UNO keinerlei Skrupel wegen ein paar drängelnder Männr bei der Essensausgabe das ganze Geschlecht Mann komplett von der Nahrungsmittelverteilung auszuschließen und damit dem Hungertod preiszugeben. Ob das mit umgekehrten Rollen denkbar wäre ?

Aber es muss sich nicht immer um Krisen- oder Gefahrensituationen handeln. Schon im alltäglichen Leben wird gerne, auch gesellschaftlich, mit zweierlei Maß gemessen.

Nehmen wir zum Beispiel die wissenschaftlich recht gut untersuchten Partnerwahlkriterien der beiden Geschlechter. Der amerikanische Forscher David Buss hat Partnerwahlkriterien in 37 Kulturen auf allen 5 Kontinenten untersucht und kommt dabei zu einem eindeutigen Ergebnis :

Frauen suchen Resourcen (Geld), Status, und die Bereitschaft der Männer deren eigene Bedürfnisse zugunsten der Frauen hintanzustellen. Dieselben Kriterien spielen bei Männern keine oder nur eine ganz unwesentliche Rolle, deren Hauptkriterien sind dagagen Attraktivität, Jugendlichkeit und Treue. Die Partnerwahlkriterien der Frau kann man wieder mit dem Wort Nutzen zusammenfassen. Und dabei spielt es auch keine Rolle, wie wohlhabend die Frau selbst ist.

Abgeleitet davon kann man auch beobachten, wie ein und dieselbe Verhaltensweise interpretiert wird, je nachdem welchem Geschlecht die handelnde Person angehört. Kollege Hans Alef kann zum Beispiel ein Lied davon singen. Er entschied sich dafür bei den Kindern zu bleiben, während seine Frau die Brötchen verdiente. Während uns Feministen erklären ein Mann würde eine Frau unterdrücken, wenn sie bei den Kindern bleibt, kehren sich bei umgekehrten Rollen die Anschuldigungen plötzlich um und Alef wurde als Parasit bezeichnet.2 Weltweit erhobene Werte belegen, daß viele Männer nichts dagegen hätten, bei den Kindern zu Hause zu bleiben, aber regelmäßig ist die Prozentzahl tatsächlich kinderbetreuender Väter weit darunter.3

Wie sieht es in anderen Gebieten aus ? Nun vergleichen wir einmal die mediale und politische Aufmerksamkeit für bestimmte Frauen bzw. Männer betreffende Phänomene. Wir kennen die Tatsache, daß Frauen in Aufsichtsräten von Aktiengesellschaften nicht gleich wie Männer vertreten sind recht gut, weil Artikel über Artikel und politische Beschäftigung mit dem Thema sehr hohe Priorität genießt. Wie sieht es demgegenüber mit speziellen männlichen Problemen aus ?
Nun, 90% der Obdachlosen sind Männer, die Selbstmordraten von Männern liegen in allen Alterskohorten um ein Vielfaches über dem von Frauen, die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle pro Jahr für Männer übersteigt die der Frauen um mehrere tausend Prozent jährlich. Was ist davon in den Medien und womit beschäftigt sich die Politik ?
Mit den Frauen in Aufsichtsräten oder dem Gender Pay Gap. Wir können also festhalten : Das Einkommen oder die Karriere von Frauen interessiert die Gesellschaft mehr als der Tod von Männern.
Hier auch ein Video, daß die Situation schön veranschaulicht :

Einige Sequenzen des Videos führen uns gleich zum nächsten Problem nämlich der unterschiedlichen Wahrnehmung im Bereich Gewalt.
Selbst wenn eine 120 Kilo Frau einen magersüchtigen 35 Kilo Mann ohrfeigt, ist das in unseren Breiten öffentlich akzeptierte Gewalt, das Beispiel mit umgekehrten Rollen wäre kaum denkbar, ohne daß jemand einschreitet. Oft wird behauptet das läge an der Tatsache, daß von Frauen weniger starke Verletzungen ausgehen können als von Männern. Das ist natürlich hanebücherner Unsinn und eine reine Rechtfertigungsstrategie vor sich selbst, daß man – und das gilt für Männer wie für Frauen – der männlichen Gesundheit und dem männlichen Leben einen geringeren Wert beimisst als bei weiblichen Personen. Das ist auch gewollt und gefordert, denn die Gesellschaft lebt von männlicher Opferbereitschaft.
Wie wollte man sonst junge Männer mit 19, 20 Jahren in einen Krieg zwingen, wenn man ihnen nicht von Kindesbeinen an die Achtung für die eigenen Gesundheit, den eigenen Körper, ja die Wahrnehmung des eigenen Wertes systematisch abtrainiert ?
Die dafür sensibilisierten Frauen würde ich gerne in ihren Reaktionen beobachten wenn eine Regierung beschließen würde eine ausschließlich weibliche Wehrpflicht einzuführen.
Die unterschiedliche Wahrnehmung von Männer- und Frauengewalt lässt sich im folgenden Video sehr gut beobachten :

Ein weiteres Beispiel in diesem Kontext sind die in praktisch allen westlichen Staaten gefahrenen Kampagnen gegen Gewalt an Frauen. Jede Statistik belegt unzweifelhaft, daß Männer in viel höherem Ausmaß von Gewalterfahrungen als passiver Akteur betroffen sind, dennoch wird nur Gewalt an Frauen thematisiert. Woran könnte das wohl liegen ?
Der Mann ist weniger wert, seine Gewalterfahrung nicht so schlimm wie die des „wertvolleren Geschlechts“, das ist der Grund.

Der Artikel ist länger geworden als ich dachte, deswegen wird es noch einen dritten Teil geben.
Dort werde ich mich dann tatsächlich mit der Frage beschäftigen, wie man dagegen vorgehen kann.

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1 http://cuncti.net/streitbar/115-erzwungener-opfertod-wie-werden-soziale-normen-durchgesetzt
2 http://cuncti.net/lebbar/85-hans-alef-qmir-wurde-vorgeworfen-ich-waere-kein-mann-sondern-ein-parasitq
3 http://en.wikipedia.org/wiki/Stay-at-home_dad#cite_note-3

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Kritik zum Standard-Artikel : Was ist bloß mit den Babyboomer-Männern los ?

Posted by Clochard - 16. April 2012

Im am 14.April erschienenen Artikel auf der.standard.at kritisiert die deutsche Autorin Katja Kullmann das Buch des deutschen Autors Ralf Bönt : Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann.

Vorausschickend ist anzumerken, daß der Autor und sein Buch deswegen gerade ganz gut in einem österreichsichen Medium besprochen werden kann, weil er vor kurzem aufgrund einer völlig verfehlten Einladungspolitik zum Thema : „MYTHOS EINKOMMENSSCHERE – EIN SCHLECHTER SCHERZ? “ zu Gast im Club 2 war.
Es hätte in Österreich durchaus Männerrechtler gegeben, die so Einiges zu dem Thema hätten beitragen können, aber es war wohl das erklärte Ziel der Club 2 Redaktion durch Einladung – neben dem Profilredakteur – einer Staatsoperntänzerin, eines Entertainers und eines Buchautors, der sich gerade nicht mit der Einkommensschere beschäftigt die Pro-Seite des Einkommensmythos in der Diskussion entscheidend zu schwächen und so der Lächerlichkeit preiszugeben.

Um es gleich vorwegzunehmen, ich habe das Buch von Ralf Bönt noch nicht gelesen, mir geht es hier rein um die Mechanismen und die Methodik, die die Autorin des Standard-Artikels verwendet, und die so typisch für die Geschlechterdebatte sind. Mir geht es auch nicht darum, die Autorin an sich zu kritisieren. Ihre oben verlinkte Website gäbe dafür sehr viel her, aber ich will mich hier einzig und allein auf den Artikel beschränken.
Da der Artikel nicht allzulang ausgefallen ist, werde ich die einzelnen Absätze hierher kopieren und absatzweise durchbesprechen :

Zu Beginn kurz dies: Selten hat die Autorin sich so sehr auf einen Schreibauftrag gefreut. Endlich hat sie mal ein wirklich interessantes Thema zugeteilt bekommen. Es geht um ein Buch mit dem bombastischen Titel(1): Das entehrte Geschlecht. Ein notwendiges Manifest für den Mann. Keine Frage, dass sie sich voller Spannung und Neugierde auf das Buch gestürzt hat.
Geschrieben hat es der Berliner Autor Ralf Bönt, besprochen haben es bisher vor allem Männer(2), und der überwiegend begeisterte Tenor lautet: “ Endlich sagt es mal einer!“ In der Tat stellt Bönt mit seinem „Manifest“(3) die richtige Frage zur richtigen Zeit, er ringt um die Antwort auf ein nervenzehrendes Dilemma: Auf dem Papier ist die Geschlechterparität erreicht – nun gilt es, sie im Alltag umzusetzen. Männern fällt da eine Schlüsselrolle zu. Sie müssen als Verbündete ins Projekt “ Gleichberechtigung“(4) einsteigen, dazu müssen sie sich bewegen (5) – in der Familie, im Job und in dem, was Bönt den „Eros“ nennt.

(1): Nun, das Wort bombastisch hätte man sich an dieser Stelle sparen können. Den Titel zu kritisieren ist unnötig zynisch-polemisch, jeder Autor bzw. sein Verlag versucht einen griffigen, reißerischen Titel zur Absatzsteigerung von Druckwerken zu finden. Es gibt aber bereits einen guten Vorgeschmack auf den Rest der Rezension und auf den Grad an Voreingenommenheit der Autorin.

(2):Man fragt sich an dieser Stelle unwillkürlich, wozu diese Information gut sein soll. Ähnliches habe ich in noch keiner Rezension vernommen, und es stellt sich auch die Frage, welchen Einfluss es auf die vorliegende Rezension einerseits oder auf die Güte oder den Inhalt des Buches andererseits haben soll, daß es bisher eine bestimmte Gruppe von Menschen besprochen hat. Es darf vermutet werden, daß nur für jemanden, der die ganze Welt krampfhaft in schwarz und weiß, gut und böse, männlich und weiblich einteilt es eine Rolle spielt, wer das Buch bisher besprochen hat.

(3): Wieder ein Faux-Pas. Die Anführungszeichen sollen andeuten, daß der vom Buchautor gewählte Begriff für den Kritiker nicht passend ist. Eine „Rezension“, die ihrem Namen gerecht werden soll, hätte an dieser Stelle ausgeführt, warum der vom Buchautor gewählte Begriff nicht passend ist, anstatt in infantiler Manier den Begriff in Anführungszeichen zu setzen. Ein Manifest ist eine öffentliche Erkärung von Zielen und Absichten, nicht mehr und nicht weniger. Leider versagt Kullmann dabei dem Leser zu erklären, warum der Begriff Manifest nicht zutrifft.

(4): Es dürfte der Autorin entgangen sein, daß Gleichberechtigung im Sinne der Frauen schon erreicht ist. Gleichberechtigung bedeutet gleiche Rechte vor dem Gesetz. Es steht der Autorin daher schlecht an, daß sie die Begriffe Gleichberechtigung und Gleichstellung offenbar nicht auseinanderhalten kann. Das sie nach ihrem Selbstverständnis eine ausgewiesenen Feministin ist, macht die Sache nicht unbedingt besser.

(5): Es verwundert zuerst, daß die Autorin hier miteinstimmt, nämlich zu Bönts Forderung der Mann habe sich zu ändern. Verständlich wird das erst, indem man den Auffassungsunterschied an dieser Stelle darlegt. Bönt geht nämlich, und das meiner Meinung nach völlig zurecht, an dieser Stelle davon aus, d er Mann müsse sich zuerst von den an ihn von außen herangetragenen Forderungen, insbesondere von feministischer Seite kommend, emanzipieren und sich dann in einem Sinne ändern, der Männern zugute kommt. Eine Perspektive, die in feministischen Betrachtungen gerade nicht vorkommt und gerade hier liegt das Mißverständnis, welches die Rezensentin jubeln läßt, denkt sie doch Bönt wäre ein Verbündeter in der feministischen Forderung, der Mann habe sich dem feministischen Verhaltensimperativ zu beugen.

Immer geht es bei Emanzipationsbewegungen um Freiheit und Gleichheit (6), im fortgeschrittenen Stadium auch um das Prinzip Vielfalt. So wie Frauen sich nicht auf die Scheinalternativen „Heilige oder Hure“ reduzieren lassen wollen, so haben Männer keine Lust mehr auf das Los des Aktenkofferträgers mit Mittelklassewagen, Magen- geschwür, Puff-Abonnement und einer niedrigen Lebenserwartung. „Weil er falsch lebt, stirbt der Mann zu früh“, konstatiert Bönt. „Gut, dass er mit dem frühen Sterben jetzt aufhören will!“, denkt die Rezensentin(7), die sich, genau wie der Männer-Autor, eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ wünscht – nicht nur im Privaten, sondern auch in der Gesellschaft(8).
Sie nimmt das Buch also voller Optimismus in die Hand. Es beginnt mit einem Showdown im Sandkasten, einer ersten „Entehrung“(9) des männlichen Geschlechts: Ein Vater besucht mit seiner Tochter einen Spielplatz. “ Beobachtende Mütter“ sitzen am Rand. Als dem Mädchen die Wollstrumpfhose verrutscht, greift der Vater unter den Rock, um das Kleidungsstück zurechtzuzuckeln. Prompt rufen die Mütter die Polizei – der Mann, der als aktiver Vater alles richtig machen wollte, muss sich als rechtmäßiges Elternteil ausweisen.

(6) Was die Autorin bei dieser, der französischen Revolution entliehenen, Phrase geflissentlich übersieht ist die Tatsache, daß die Gleichheit auf Rousseau zurückgeht, der sie allerdings als Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz verstanden haben wollte und gerade nicht, wie der Feminismus, im Sinne einer tatsächlichen Gleichheit aller Menschen welche nur durch Unterdrückung und Diskriminierung zu erreichen ist, also den idealen der französischen Revolution geradzu diametral widerspricht. Deswegen ist es in diesem Zusammenhang geradzu ketzerisch, die Gleichheit mit der feministischen Gleichstellung auf eine Stufe stellen zu wolllen.

(7) Abgesehen von der jenseitigen Formulierung, die eine absolute Verachtung gegenüber dem Geschlecht Mann durchblicken läßt übersieht die Autorin den weiblichen Anteil an der kürzeren Lebenserwartung des Mannes. Egal ob es sich um mütterliche Erziehung, weibliche Partnerwahlkriterien oder gesellschaftliche Bewertung männlichen Tuns handelt, Frauen tragen schon ihr Päckchen an Mitverantwortung für die kürzere männliche Lebenserwartung.

(8)Ob Kullmann unter einer „Partnerschaft auf Augenhöhe“ dasselbe versteht wie Bönt darf bezweifelt werden. Zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe gehören unter anderem auch gleiche Rechte und gleiche Pflichten. Wie man weiß nimmt es der Feminismus mit den gleichen Pflichten nicht so genau.

(9)Wieder ein absolut mißlungener Versuch die Ansicht des Autors in einer für eine ernstzunehmende Rezension unzulässigen Art und Weise zu entkräften. Die infantilen Anführungszeichen können nicht über die Argumentelosigkeit der Autorin hinwegtäuschen.

Ralf Bönt ist ein belesener Autor, und in der geschickt komponierten Anfangsszene(10) stecken schon die drei Kernthesen seines Buches. Erstens: Noch immer gibt es zu wenige real existierende Väter, auch zum Schaden des Mannes. Zweitens: Der Mann leidet darunter, dass er als durchsexualisiertes Untier gilt. Drittens: Hysterische Frauen machen mit einer reflexhaften Männerskepsis eine Annäherung der Geschlechter zunichte. Im O-Ton liest sich das so: „Für ihre Ziele sind Frauen mit Äxten und Suchscheinwerfern in die Büros der Gesellschaft eingedrungen und haben Männer verhört, um mit unterschriebenen Geständnissen wieder herauszukommen.“

(10) Der Ausdruck „geschickt komponierte Anfangsszene“ soll unterstellen, daß die von Bönt beschriebene Szene seiner wilden Phantasie entspringe, in der Realität mehr oder weniger undenkbar ist und deswegen von Bönt erst noch „komponiert“ werden muss. Ein weiterer Beweis dafür, wie fremd und unbekannt der Autorin männliche Lebensrealitäten sind.

Das klingt wie das Wutgeheul eines überforderten Maskulisten (11). Doch der Klappentext des Buches verspricht einen Essay „jenseits von Diffamierungen, Klischees und Schuldzuweisungen“. So liest sie weiter: „Junge Frauen wollen immer weniger vom Feminismus hören … Auf keinen Fall wollen sie mit dem Opferstatus in Kontakt kommen.“ Einige Sätze später: „Manche ältere Frauen reden vielleicht deshalb umso lauter vom Feminismus.“ Die ewigen Streiterinnen „wirken verbissen, denn sie reden Fortschritte klein und blasen Defizite zu Monstern auf.“ Die Leserin weiß jetzt nicht, ob sie mit 41 zu den „jungen Frauen“ zählt oder zu den “ älteren“. Einen „Opferstatus“ möchte sie nicht vor sich hertragen, „Fortschritte“ gibt es tatsächlich. Andererseits hat sie durchaus einen Höllenspaß daran, gewisse „Defizite zu Monstern aufzublasen“.

(11) Eine bekannte Unterstellung in einer neuen Variation des Themas : „Männer kommen mit starken Frauen nicht klar“. Ich werde mich dazu weiter gar nicht auslassen, die psychologischen Hintergründe dieses Anwurfs sind in der maskulistischen Literatur hinreichend analysiert.

Die Top-Fünf-Lieblings-Monster-Defizite der Rezensentin sind:
•1.Frauen stellen die Mehrheit der Bevölkerung, aber nur einen Bruchteil der Führungsposten in Politik, Kultur und Wirtschaft.(12)

•2. Frauen schreiben bessere Noten und Abschlüsse, verdienen aber ein Viertel weniger als Männer.(13)

•3. Frauen übernehmen die meiste Fürsorge-Arbeit, Kinder-, Kranken-, Altenpflege, und zwar unter- oder unbezahlt.(14)

• 4. Frauen verursachen weniger gesellschaftliche Kosten, etwa weil sie weniger Gewalt ausüben und Verkehrsunfälle bauen, und als Belohnung für all die Sternchen-Leistungen erwartet sie ein signifikant höheres Risiko für Altersarmut.(15)

• 5. Schließlich kommen auf einen halbnackten Mann, der, sagen wir, für Duschgel wirbt, etwa vierzehn Millionen dreiviertelnackte Frauen, die für Sportwagen, Fleischwurst und Club-Urlaube werben.(16)

(12)Vorausschickend muß hier gesagt werden, daß eine Passage wie die folgende in einer Rezension überhaupt nichts zu suchen hat, hier einzig und allein dazu dient das aufgeblasene Ego der Autorin zu befriedigen. Abgesehen davon sind ihre 5 Punkte längst widerlegter feministischer Nonsens, weswegen ich auch nur ganz kurz auf die einzelnen Punkte eingehen werde. Zu diesem hier : Frauen stellen die Mehrheit der Bevölkerung, aber nur einen Bruchteil der Soldaten, der tödlichen Arbeitsunfälle, der Obdachlosen und der Selbstmörder.

(13)Abgesehen davon, daß das Märchen von der ungleichen Bezahlung niemand mehr glaubt, war mir bisher entgangen, daß Arbeitgeber Schulnoten entlohnen.

(14) Abgesehen davon, daß niemand Frauen dort sozusagen „hineinprügelt“ stellt sich natürlich die Frage wie die ganzen -ach so unbezahlten- Frauen dann überleben. Bei der ganzen Unbezahlung müßten die doch längst verhungert sein, oder ? Die Autorin könnte die feministische Zielsetzung natürlich wahrheitsgemäß formulieren, indem sie etwa sagte : Egal was Frauen tun möchten, die Gesellschaft (der Staat) soll sie dafür bezahlen !, aber das käme dann natürlich nicht so gut an.

(15) Alter Wein in neuen Schläuchen. Wie es mit der weiblichen Gewalt bestellt ist, sieht man sehr gut an der neueren Forschung im Bereich häusliche Gewalt. Delikte wie Mobbing oder Stalking, die von Frauen in noch viel höherem Masse ausgeübt werden lasse ich hinsichtlich ihrer volkswirtschaftlichen Effekte einmal außen vor. Sämtliche Statistiken zeigen auch, daß Frauen pro gefahrenem Kilometer wesentlich mehr Unfälle bauen als Männer. Alles mündet dann in der Behauptung der Altersarmut, die Tatsache völlig ignorierend, daß Frauen bei längerer Lebenszeit weniger in die Rentenkassen einzahlen und trotzdem früher in Rente gehen und damit immense volkswirtschaftliche Kosten verursachen.

(16)Es ist ganz offensichtlich, daß der Autorin die neuere Forschung zur Partnerwahl völlig unbekannt ist. Das für die Werbung das Prinzip „Sex sells“ nach wie vor gültig ist, ist eine Binsenweisheit, allerdings bedeutet „sex“ für eine Frau eben etwas anderes als für einen Mann. Das Pendant zur spärlich bekleideten Frau in der Werbung ist eben gerade nicht der spärlich bekleidete Mann, es ist der Mann der seinen Status demonstriert und dieser Status wird gerade erst durch die Kleidung signalisiert. Das heißt die Werbung bedient sich genau derselben sexistischen Stereotype auch für Männer, bloß sind die durch relative Nacktheit eben gerade nicht darstellbar.

Nicht dass die Rezensentin kleinlich aufrechnen will! Sie bemüht sich bloß, eine Schneise in die verdschungelten Argumentationslinien des Männer-Manifests zu schlagen, das so wenig von greifbaren Strukturen spricht, so viel aber von verworrenen Gefühlen. Im Kern geht es Bönt um die Entfremdung des Mannes von sich selbst. „Männer wissen nicht nur, dass sie jederzeit ersetzbar sind, sondern auch, dass sie früher oder später ersetzt werden.“ Er fordert ein Recht auf ein „karrierefreies Leben“. Was er hier antippt, ist dasselbe, was der französische Philosoph Alain Ehrenberg zuvor als „erschöpftes Selbst“ bezeichnet hat: die psychischen und physischen Kosten einer Leistungswelt, die auf dem Aufopferungsprinzip basiert und eine befriedigende Koexistenz als Erwerbstätiger und Familienmensch erschwert – für beide Geschlechter. Bönt drechselt daraus das perfide Fazit, dass Frauen selbst schuld seien, wenn sie da mitmachen wollten, als „neo-liberales Bierdeckelopfer“.(17)

(17) Was Bönt treffend erkannt hat ist, daß Männer jederzeit ersetzbar sind. Ich habe dieses Prinzip kürzlich in einem Artikel veranschaulicht und erweitert, indem ich als zentrales definierendes Momentum für die Definition eines Mannes als Mensch seine Nützlichkeit, für Frauen wie für die Gesellschaft, herausgearbeitet habe.

Tragikkomisches Dokument

Tragisch ist es, wie Bönt die Chance vertut, genau an dieser Stelle einen Schulterschluss mit dem „anderen Geschlecht“ zu wagen – um gemeinschaftlich gegen das kapitalistisch gemanagte Patriarchat anzugehen.(18) Lieber macht er sich zum launischen Kumpanen eines Machtapparats, der nicht nur weibliche, sondern auch ein Heer männlicher Erfüllungs-Knechte braucht und benutzt. „Es waren zweifellos Männer, die mit ihren Forschungen das Elend überwanden, die Unbehaustheit“, dröhnt der Selbstvergewisserungsversuch. Und: „Keine Frau bewarb sich darum, mit rasiertem Kopf und leerem Blick aus der Kriegsgefangenschaft heimzukehren“ oder „die Abwässerkanäle von Paris zu reinigen.“ Schließlich weint er (19): „Seine (des Mannes) Herrschaft gilt als für alles Elend der Geschichte verantwortlich, und ohne jedes Nachdenken glaubt man, durch mehr Beteiligung der Frauen automatisch eine bessere Welt zu erhalten.“

(18)Tja, den Schulterschluß mit dem anderen Geschlecht, den hat der Feminismus längst vertan. Die Autorin wird sich damit abfinden müssen, daß sie nun in einer Phase, in der Männer für sich alleine definieren, wie, wo und warum sie ihren Platz in einer zukünftigen Gesellschaft einnehmen wollen maximal als leicht zu ignorierene Ruferin von außen vertreten sein wird. Denn die Quintessenz ist nach 40 Jahren Feminismus : Frauen kriegen es offenbar nicht auf die Reihe an einer Zukunft zu arbeiten, die allen gerecht wird und nicht nur ihnen selbst. Das Argument der vertanenen Chance kann man also getrost zurückgeben.

(19) Der Auftakt zu einer Serie von altbekannten, jahrtausendealten Anwürfen, die einem Mann, der seine Bedürfnisse äußert von Frauenseite die Männlichkeit abspricht. Als altgedienter Männerrechtler kommt mir da nichteinmal mehr ein Gähnen aus. Gegen psychische Tricks dieser Art sind wir schon länger immunisiert. Als männlich wird von Frauen definiert, was Frauen nützt, das ist ein alter Hut und lockt keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Tja, liebe Frau Kullmann, wir werden in Zukunft noch viel öfter weinen, wir werden weinen wann wo und wie uns danach ist und was Frauen und/oder Feministen davon halten ist uns mehr als egal.

An dieser Stelle würde vermutlich jede normale Frau das Problembündel gern in den Arm nehmen(20) und ihm zuflüstern: „Ssscht, niemand, der auch nur über einen Funken Resthirn verfügt, behauptet solch einen Schwachsinn, und auch den von dir gefürchteten ,Schwanz-ab-Feminismus‘ gibt es schon seit zwanzig Jahren nicht mehr!“(21) Längst hat der Feminismus eine Theorie entwickelt, die moderne Männer und Frauen eifrig diskutieren: das Modell der Intersektionalität. Besprochen wird , wie Klasse und Rasse, Gender und Geld einander gegenseitig bedingen, wie Vor- und Nachteile sich dabei manchmal verdoppeln – alle hängen da mit drin.(22)

(20) siehe (19)

(21) Wahrscheinlich der tragisch-komischste Moment der ganzen „Rezension“, um in der Diktion der Autorin zu bleiben. Hier wird klar, daß Kuhlmann sowohl von den realpolitischen Vorgangen als auch von den Mechanismen ihrer eigenen Bewegung keine Ahnung hat und man möchte ihr zurufen : Frau Kullmann, niemanden interessiert, was irgendwelche Feministen in ihren Elfenbeintürmen hinter verschlossenen Türen aushecken, relevant ist einzig und alleine was vom Feminismus in den Medien aber vor allem in der Politik ankommt, den nur das hat reale Auswirkungen auf die Menschen. Und hier muss man konstatieren, daß sich die Lage in den letzten 20 Jahren eher verschlimmert, denn verbessert hat. Auch fühlt man sich bemüßigt Kullmann mit diversen prominenten Vertretern ihrer eigenen Weltanschauung bekannt zu machen, die nach ihrer Ansicht offenbar „über keine Funken an Resthirn verfügen“.

(22) Den einen oder anderen unbedarften, uninformierten Leser mag die Autorin vielleicht mit diesem Einwurf blenden, aber für informierte Zeitgenossen ist das ein lächerlicher Einwand.
Weder ist Intersektionalität Feminismus-Mainstream, noch berücksichtigt sie die Interessen von Männern in angemessener Weise. Im Prinzip ist Intersektionalität eine Erfindung all jender Frauen, die mit ihrem Opferstatus aufgrund ihres Frauseins an die Grenzen gestossen sind und nur alleine daraus keine Vorzugsbehandlung mehr lukrieren konnten, jetzt sucht man halt krampfhaft nach anderen Opferkategorien, in die man notfalls auch noch passen kann. Man kennt das ja analog zur drei-, vier-, fünf-, hundertfachbelastung, da wird in Kürze eine 3,4,5,100-fach Diskriminierung dazukommen.

Spätestens an der Stelle, an der Bönt von „natürlichen“ Geburten ohne Kaiserschnitt und vom Stillen schwärmt, und allerspätestens in dem Absatz, in dem er sich beschwert, dass manche Frauen es nicht fertigbrächten, ein Kondom gescheit über das männliche Ding-Dong zu streifen – „Ich fürchte, hier leben wir, dank passiver Frauen, in einem düsteren Entwicklungsland“ -, da begreift man mensch, dass man das Männer-Manifest als tragikomisches Dokument lesen muss. Es ist rührend hinter seiner Zeit – aber darin aufschlussreich. Immerhin erzählt es, was ein männlicher Babyboomer so denkt – ein Vertreter der Männer-Kohorte, die nun schüchtern in den Spiegel schaut, sich “ engagiert“ nennt und zufällig exakt an den Schalthebeln von Wirtschaft, Kultur und Politik sitzt (23), zu denen ihre gleichaltrigen Kolleginnen aus irgendwelchen Gründen nur sehr schwer Zutritt finden und von wo aus Männer- und Frauenlöhne, Kinderbetreuung und flexible Arbeitszeiten budgetiert werden.

(23)Wie unfreiwillig komisch. Noch im Absatz davor schwadroniert Kullmann vom hundertsten „neuen Feminismus“ (Intersektionalität)“ während sie hier wieder die ganze „Männer-Kohorte“ einer ganzen Generation in die Schalthebeln der Wirtschaft, Kultur und Politik hineinphantasiert. Tja, es gilt auch hier wieder der altbekannte Grundsatz: Widersprich nie einer Feministin, warte einfach bis sie es selbst tut.

Der Filou-Clou am Ende: Bönt spielt den Ball an die Frauen zurück. „Sie wissen nicht realistisch, wie sie sich die Männer vorstellen, mit denen sie leben wollen“, behauptet er – und stellt eine finale Forderung auf: „Überlegt euch gut, was ihr Machbares von und für uns wollt. Dann überlegen wir uns, inwieweit wir dabei sind.“(24) Die Antwort auf diesen breitbeinig vorgebrachten Anwurf ist schnell gefunden: „Wir warten darauf, dass dein Nachfolger, dein schönerer, schlauerer, großzügigerer, wahrhaftigerer, stärkerer kleiner Bruder alsbald die Volljährigkeit erreicht (25)., (Katja Kullmann, Album, DER STANDARD, 14./15.4.2012)

(24)Diese Sachlage hat Bönt, obwohl er nicht als Männerrechtler im engeren Sinn bezeichnet werden kann, sehr gut erkannt. Es ist die Heraufdämmerung eines neuen männlichen Selbstbewußtseins, eines das, als völliges Novum der Menschheitsgeschichte, völlig unabhängig von Einfluß, Bewerterung oder Meinung von Frauen definiert werden wird.

(25): siehe (19), wobei man hier noch hinzufügen könnte : “ Wer nicht unserer Meinung ist, mit dem reden wir nicht.“

Fazit : Kullmann verwechselt offenbar eine Rezension mit einer Glosse. Was sonst nicht weiter schlimm wäre, steht einer Journalistin eher schlecht an, offenbar ist Kullmann der Meinung ihr Frausein wäre Qualifikation genug. Nach dieser „Rezension“ weiß der Leser weder genau, was Bönt in seinem Buch genau beschreibt oder fordert noch was die berechtigten oder unberechtigten Einwände der Autorin dagegen sind. Vielmehr scheint das Pamphlet als Vehikel der Selbstdarstellung für ein ungerechtfertigt-aufgeblasenes Ego der Autorin zu dienen.

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Der entbehrliche Mann oder „Wann ist ein Mann ein Mann ?“ Teil 1

Posted by Clochard - 14. April 2012

Was für eine Überschrift !

Wie komme ich bloß auf die Idee, der Mann wäre entbehrlich ? Wir müssen doch überall lesen wie mächtig, allgegenwärtig, unterdrückend und patriarchal ausnahmslos jedes einzelne Mitglied der Subspezies Mann doch ist. Nun dazu ist es nötig ein wenig auszuholen, bevor wir auf die Analyse des Ist-Zustandes und die sich daraus ergebenden Konsequenzen kommen.

Als Ausgangspunkt nehme ich mir das Schlagwort der männlichen Identität. Wie bekam und bekommt der Mann seine Identität und wie unterscheidet sich diese Identität von der der typischen Frau ? Zur Untersuchung dieser Frage gehen wir einfach in der Geschichte tausende Jahre zurück. Die Menschen lebten damals, als sie sich langsam vom Affen zum Menschen entwickelt hatten, genauso, wie wir es auch heute noch bei menschenähnlichen Säugetieren beobachten können. In vergleichsweise kleinen, räumlich weit voneinander abgetrennten Stammesverbänden mit einer überschaubaren Anzahl von Mitgliedern. In diesen Gemeinschaften war für das Überleben und Weiterbestehen des Stammes in Fortpflanzungsfragen die Frau wichtiger als der Mann bedingt durch die bekannte Tatsache, daß ein Mann viele Frauen zur selben Zeit schwängern kann, aber immer nur eine Frau zur selben Zeit schwanger sein kann. Überspitzt ausgedrückt : Ein Stamm bestehend aus 100 Männern und einer Frau konnte pro Jahr 1x Nachwuchs haben, ein Stamm bestehend aus 100 Frauen und 1 Mann konnte dagegen 100x Nachwuchs in einem Jahr haben. Die Frau war also für diesen engen Bereich der Fortpflanzung ganz wertfrei gesprochen und relativ gesehen wichtiger als der Mann.

Nennen wir dieses spezielle Privileg für die weiteren Betrachtungen „Gebärmutterbesitz“. Durch diesen Gebärmutterbesitz war also den Frauen in diesen uralten Kulturen ein besonderer Wert gegeben, den sie einfach durch ihre bloße Existenz und den Besitz einer Gebärmutter erhielten. Durch diese Tatsache genossen sie besonderen Schutz, wurden zumeist von gefährlichen bzw. tödlichen Tätigkeiten befreit und wie man sich unschwer vorstellen kann, wurde auch über sonstige charakterliche Schwächen hinweggesehen, so kann man beispielsweise davon ausgehen, daß selbst eine stinkfaule Frau, die sich nicht an der Nahrungsbeschaffung beteiligte nicht dem Hungertod preisgegeben wurde, alleine wegen der potentiellen Möglichkeit Nachwuchs auf die Welt zu bringen. Sie wurden, soweit möglich aus kriegerischen Auseinandersetzungen herausgehalten. Dabei spielte auch die Ebene keine Rolle. Ihre Jugend, Attraktivität und Gesundheit mögen durchaus einen weitergehenden Einfluß auf ihren Status in der Gesellschaft und auf der interpersonalen Beziehungsebene gehabt haben, aber alleine durch die Tatsache ihres Uterusbesitzes hatte sie schon durch ihre bloße Existenz einen Wert an sich.

Wie sah es nun demgegenüber für den Mann aus ? Wie wir gleich sehen werden, liegen hier insbesondere zwischen den Geschlechtern Welten. Es ist meines Wissens nicht bekannt, ob unserer Vorfahren kurz nach der Wandlung vom Affen zum Menschen schon wußten, daß Sex zu Kindern führt und daß der Mann dabei eine gewissen Rolle spielt oder ob sie noch dachten Schwangerschaften würden vom Himmel fallen. Das tut eigentlich auch nichts zur Sache, denn Fakt ist, daß ein Mann eben nicht über dieses Merkmal verfügte, welches wir Gebärmutterbesitz genannt haben. Durch diese Tatsache hatte der Mann an sich keinen wie immer gearteten Wert, weder auf persönlicher, noch auf gesellschaftlicher Ebene. Nein, der Mann mußte erst noch etwas tun, er mußte sich einen wie auch immer gearteten Wert erst erkämpfen, den von Geburt an hatte er keinen, oder wenn schon nicht keinen, dann doch einen, der weit unter dem einer Frau lag. Aus diesem Grund musste ein Mann irgendetwas tun, um für die Gesellschaft einen Wert zu haben, der im Kraft Geburt nicht vergönnt war. Er konnte z.B. versuchen besonders kräftig zu werden, oder ein besonders geschickter Jäger oder ein umsichtiger Führer. Erst wenn er das geschafft hatte, erst dann wurde er in einen Stand erhoben, den eine Frau bereits von Geburt an hatte. Man kann getrost davon ausgehen, daß Männer welche ihren Nutzen für die Gesellschaft nicht unter Beweis stellen konnten, etwa weil sie behindert waren oder sich auf der Jagd oder beim Kampf so schwer verletzt wurden, daß sie für die Gruppe zur Belastung wurden, aus der Gruppe verstoßen wurden. Auch heute noch lässt sich sowohl bei Natur- als auch bei Zivilisationsvölkern dieser Übergang noch sehr gut beobachten. Es sind die Initiationsriten, sehr oft schmerzhaft oder mit Todesgefahr verbunden, die dem Heranwachsenden signalisierten, daß er jetzt keine Todesängste mehr auszustehen braucht, denn ab jetzt ist er ein akzeptiertes Mitglied der Gesellschaft, ab jetzt hat er für diese einen Wert. Aber der junge Mann musste, und auch in diesem Punkt gleichen sich die Initiationsriten in allen Kulturen weltweit, ja sogar heute noch, beweisen, daß er sich zurücknehmen konnte, seinen Schmerz, seinen Ekel, seine körperliche Unversehrtheit, seine Gesundheit, ja sogar sein Leben in den Dienst der Gemeinschaft, der Gesellschaft zu stellen. Ähnlich brutale Initiationsnsriten wie für Jungen sind für Mädchen mit einer Ausnahme[1] unbekannt. Einen müden Abklatsch gibt es in Form der Menstruationsfeiern. Es darf davon ausgegangen werden kann, daß auch für Mädchen eine gewisse Gefahr bestand ein „Männerschicksal“ zu erleiden, wenn die Menstruationsblutung ausblieb, weil dann eben die Tatsache des Gebärmutterbesitzes nicht mehr zählte, da die Gebärmutter aus Sicht der Gesellschaft unbenutzbar geworden war[2] . Trotzdem relativiert das die Behauptung von weiter oben nur wenig, denn die Menschen damals konnten natürlich bei der Geburt nicht wissen, ob das betreffende Mädchen später eine Regelblutung bekommen würde und deswegen gilt die Vorzugsbehandlung ab Geburt auch für diese Mädchen.

Wir können also zusammenfassend festhalten, die Frau genoß als Gebärmutterbesitzerin einen Wert an sich, der Mann hatte als Mensch an sich keinen Wert, sondern er mußte sich einen Wert erst erarbeiten, bevor er als Mensch, als Mitglied der Gemeinschaft galt. Nun gibt es noch die unglückliche Verquickung, daß zu der Tatsache, daß der Mann in der Gesellschaft keinen Wert hatte, bevor er etwas Besonderes zu leisten im Stande war auch noch die biologischen Kriterien der Partnerwahl hinzukamen, die diese Tendenz nur noch verstärkten. Denn betrachtet man die überkommenen und nach wie vor gültigen weiblichen Partnerwahlkriterien, so läßt sich sagen, daß es auch hier der Nutzen ist, den sich eine Frau von einem Mann verspricht, der ihn in ihren Augen attraktiv erscheinen läßt. Was sonst so gerne mit dem – ich bin geneigt zu sagen euphemistischen – Begriff „Status“ umschrieben wird, läßt sich eben auch ganz uneuphemistisch mit dem Begriff Nutzen umschreiben.

Ok, jetzt wissen wir also, wie es einmal war, aber ist es heute noch so ? Das wollen wir jetzt untersuchen. Es bieten sich hier mehrere Methodiken an, die ich bewußt vermischen werde. Einmal lassen sich direkte Handlungen der Elterngeneration beobachten, andererseits Verhaltensweisen von bereits Erwachsenen, die uns Rückschlüsse darauf geben, wie es um den Wert der Geschlechter heute bestellt ist, und schließlich gibt es auch gesamtgesellschaftliche Phänomene, die uns darüber Auskunft geben können.

Beginnen wir mit den Handlungen der Elterngeneration. Es ist wissenschaftlich recht gut erforscht, daß Eltern, aber besonders Mütter, da diese tendenziell mehr Zeit mit den Kindern verbringen ihren Nachwuchs abhängig vom Geschlecht unterschiedlich behandeln. Als erstes Beispiel ist hier die durchschnittliche Schreidauer eines Säuglings zu nennen, bevor ein Elternteil eine Reaktion zeigt. Mütter lassen männliche Babies viel länger schreien als weibliche Säuglinge, bevor sie sie zu beruhigen versuchen[3]. Es ist bekannt, daß viele dieser Schreie von Säuglingen keinen anderen Zweck haben als ein Kontaktaufnahmeschrei zu sein, also zu überprüfen ob ein Elternteil noch in der Nähe ist. Langes und beständiges ignorieren solcher Kontaktaufnahmeschreie können zu schweren Traumatisierungen führen und sie tun vor allem eines, sie erschüttern den männlichen Säugling in seinem Urvertrauen. Das Urvertrauen, daß er nicht alleine ist wenn er Hilfe braucht. Aber es geht weiter. Sobald es einige Zeit später ans Sprechen geht, sprechen Mütter mit ihren Töchtern mehr als mit ihren Söhnen. Auch der Inhalt des Gesagten ist wichtig. So werden Mädchen von Müttern mehr und früher ermutigt ihre Gefühle auszudrücken und auch mit den verschiedenen Gefühlen fertig zu werden. Bezeichnenderweise ist die einzige Emotion, welche bei Burschen stärker thematisiert wird der Ärger[4]. Ein Schelm wer dabei denkt, die Mütter wüßten schon im Voraus, welches Geschlecht im Leben mehr Frustrationen ausgesetzt sein wird und deswegen eher lernen muß seinen Ärger zu beherrschen. Aber es geht weiter.
Burschen werden eher dazu ermutigt sich Gefahren auszusetzen sowie mit Schmutz und ekelerregenden Dingen umzugehen, während man Mädchen von klein auf beibringt, daß sie auf sich und ihren Körper sehr gut achten und keine Gefahren eingehen sollen. Es ist hier schon die Vorbereitung erkennbar, die behutsame Heranführung des kleinen Jungen an seine spätere Aufgabe als entbehrliches Geschlecht. In diesselbe Kerbe schlägt auch der lange Zeit gelehrte Satz : „Mädchen schlägt man nicht“. Notabene lautet der Satz nicht etwa „Menschen schlägt man nicht“ oder „Man schlägt nicht“. Jungen, auch in der Adoleszenz sind nicht dumm und begreifen anhand solcher Sätze sehr schnell ihren Stellenwert in der Gesellschaft. Mit Sätzen wie „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ lernt der Junge auch, daß sein Körper im Gegensatz zum Mädchen nicht wichtig ist. Insbesondere wird er das dann bemerken, wenn er vielleicht in der selben Familie Geschwister hat, oder wenn er etwa im Kindergarten solche Unterschiede in der Behandlung erleben muss.

Im Repertoire der Erwachsenenwelt gibt es ebenfalls recht gute Indizien dafür, wie es um die männliche Identität und dessen Konstruktion bestellt ist. Wie wir alle wissen gehen Männer seltener und oft zu spät zum Arzt. Frauen verspotten ihre Ehemänner ob ihrer Schmerzen bei Krankheit und das obwohl aus der Schmerzforschung bekannt ist, daß Männer Schmerzen sehr viel besser erdulden können als Frauen. Bei den gleichen Symptomen bei denen Männer zu wehklagen beginnen würden Frauen wahrscheinlich bereits das Zeitliche segnen. Aber wen mag das noch verwundern insbesondere wenn man den obigen Absatz noch im Kopf hat, wie der Junge systematisch dazu erzogen wurde seinen eigenen Körper und sein eigenes Wohlbefinden nicht so wichtig zu nehmen. Wie oft sehen wir, daß Männer waghalsige Risiken eingehen, um in der Gesellschaft etwas zu gelten. Natürlich ! Mit erreichen der Adolszenz hat der Knabe internalisiert, was die Gesellschaft, und da insbesondere die Frauen als treibende Kraft von ihm wollen. Bis zu diesem Alter hat er gelernt, daß sein Wert darin besteht, daß er seine eigenen Interessen, seine Antriebe und Motivationen zurückstecken muss. Er hat zuerst das Wohl von Frauen und Kindern zu berücksichtigen, danach das der Gesellschaft und erst dann, wenn alle anderen Wünsche erfüllt sind, dann kommt er an die Reihe. Der Mann hat nützlich zu sein, daraus generiert sich sein Wert, und im schlimmsten Fall bedeutet „nützlich“ eben den Tod zu erleiden, um andere vor dem Tod zu bewahren.

Wir alle sind in diesem Dilemma gefangen, weil es seit Jahrtausenden in unsere Köpfe geplfanzt wird. Nehmen wir als Beispiel ein brennendes Autowrack mit 2 Verletzten. Da drinnen sind ein Mann und eine Frau. Es ist uns ganz egal und wir fragen nicht danach, ob der Mann vielleicht ein Medizinnobelpreisträger ist und die Frau eine drogenabhängige Serienmörderin. Primär wird die Frau gerettet.

Das ist schlimm. Aber das muss nicht sein.

Im nächsten Teil des Artikels werden wir das erörtern.

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1 Unter dieser Ausnahme verstehe ich die Beschneidung der weiblichen Genitalien.

2 Das ist übrigens auch eine wunderbare Erklärung für die höher ausgeprägte weibliche Hygiene. Mangelnde Hygiene könnte zu unfruchtbarkeit geführt haben und damit zu denselben Konsequenzen für eine Frau wie für einen „nutzlosen“ Mann geführt haben.

3 http://www.springerlink.com/content/n6231v4210n75015/

4 http://depthome.brooklyn.cuny.edu/english/composition/blum%20goleman%20response%206.pdf

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„Ein Gleichheitsprinzip, das Populismus fördert“

Posted by Clochard - 10. April 2012

Ein gestern Abend beim Online-Standard erschienener Artikel :
http://derstandard.at/1333528699073/Ein-Gleichheitsprinzip-das-Populismus-foerdert
zeigt meiner Ansicht nach sehr schön, wie es um das Menschenbild, wie auch um das Verständnis von Freiheit, Gleichheit und Demokratie in der Linken bestellt ist.

Der Autor kritisiert, daß in Frankreich für die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen ein absolutes Gleichheitsgebot gilt.
Vertreter aller wahlwerbenden Gruppierungen bekommen bekommen so z.B. exakt die gleiche Redezeit in TV-Diskussionssendungen, auf Wahlwerbeplakaten müssen alle 10 Kandidaten in einer durch das Los bestimmten Reihenfolge gleich beworben werden, TV-Berichten über einen Präsidentschaftskandidaten müssen TV-Berichte in gleicher Länge und zu vergleichbarer Tv-Quotenzeit über die anderen Kandidaten gegenüberstehen.

So neutral gesehen eigentlich keine schlechte Idee, sollte es doch zumindest erheblich dazu beitragen, den Einfluss der Medien auf die Entscheidung am Wahltag zu verringern. Naturgemäß sieht es der Autor nicht so.
Im Prinzip läuft die ganze Kritik in seinem Artikel auf einen Satz hinaus :
Diese Chancengleichheit (nennen wir sie vorbereitend „Gleichberechtigung“) gefällt ihm nicht, weil damit nicht sichergestellt ist, daß am Ende, also nach der Wahl, etwas herauskommt, das ihm gefallen könnte.

Das ist ein zentraler Satz, den man als thematische Überschrift über die gesamte heutige Linksbewegung setzen könnte.
Gleichheit ja, aber nur wenn das linkerseits Erwünschte dabei herauskommt. Demokratie ja, aber nur wenn sie linken Positionen nützt (vgl. auch Vassilakous diktatorische Maßnahmen bezüglich der Parkraumbewirtschaftung in Wien gegen den deklarierten Willen der Bevölkerung). Ja es kommt noch schlimmer. Im Bereich der Menschenrechte heißt es dann sogar universale, unteilbare Menschenrechte ja, aber nur für von Linken präferierte Gruppen (wozu der männliche, weiße Europäer nicht gehört).
Ich hatte das in einem früheren Artikel schon einmal thematisiert :
https://maennergedanken.wordpress.com/2012/03/27/kann-umerziehung-eine-staatsaufgabe-sein/

Naive Zeitgenossen sollten sich langsam von der Vorstellung verabschieden, daß Links für das ewig Gute steht. Macht korrumpiert. Und linke Themen sind inzwischen teilweise im Mainstream angekommen. Die Zeit der Defensive ist daher für die Linke vorbei, gefaselt hat man noch von dem Wert der Demokratie, der Menschenrechte, des Rechtsstaates für alle als man selbst noch in der Defensive war.
Der bekannte Satz „in vino veritas“ liesse sich daher mit dem gleichen Wahrheitsgehalt darstellen als :
in potestati veritas (in der Macht liegt die Wahrheit), also etwa umschreibbar mit den Worten : beweise mir den Wahrheitsgehalt deiner Aussagen und damit verbundenen Absichten durch dein Verhalten, wenn du an der Macht bist, vorher haben sie keine Aussagekraft.
Man mag jetzt kritisch mit dem Einwand kommen, daß das doch alle Parteien so machen.
Da sage ich : Ja, das ist richtig. Aber die anderen Parteien spielen sich eben gerade nicht als ewiggute, moralische Oberinstanz auf, im Gegensatz zu Linken. Das macht es besonders schlimm.

Nun der Brückenschlag zum Hauptthema des Blogs und zu einem Linken Lieblingsthema : Feminismus
Genau wie sonst auch in der Linken sind die Schlagwörter im Feminismus krtisch zu betrachten und zu hinterfragen.
Beispiele gefällig ? Im historischen Zeitverlauf war das erste Schlagwort der Frauenbewegung :
Gleichberechtigung.
Beginnend mit Olympe de Gouges forderte die Frauenbewegung lange Zeit die gleichen Rechte vor dem Gesetz für Frauen und Männer. Das galt aber nur solange, als Frauen objektiv und summarisch betrachtet weniger Rechte vor dem Gesetz als Männer hatten. Mit dem Übergang zu einer Rechtsbevorteilung von Frauen in den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wandelte sich auch das Schlagwort der Bewegung. Es hieß nun nicht mehr Gleichberechtigung, sondern
Gleichstellung
Die Tatsache, daß Männer nun per Gesetz benachteiligt waren, spielte plötzlich keine Rolle mehr. Stattdessen fand das Schlagwort der Gleichstellung ein, daß die gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen über die rechtliche Gleichberechtigung von Männern stellte. Die (fadenscheinige) Argumentation dahinter : Wir wollen und wollten ja gar nie, daß alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, viel wichtiger ist es, daß sich die Gesetze so auswirken, das alle Menschen die gleichen Chancen an Teilhabe bekommen.
Ein schlauer Winkelzug, dem aber genauso nicht zu trauen ist, wie dem obigen, inhaltsleeren Schlagwort der Gleichberechtigung.
Erste Anzeichen dafür, wie inhaltsleer diese Floskel war und ist zeigt ein Blick nach Schweden, wo in einigen Studien eine Geschlechterquote als Zulassungsbeschränkung existierte :

Das angestrebte Ziel wurde glatt verfehlt, gut sieben Jahre später sind es vor allem Frauen, denen die Quote zum Verhängnis wird. Von denen, die aufgrund ihres Geschlechtes keinen Studienplatz erhalten haben, so Schwedens Hochschul- und Forschungsminister Tobias Krantz, seien 95 Prozent weiblich. Deshalb will die bürgerliche Regierung das Gesetz noch in diesem Jahr abschaffen, so Krantz:

„Die Gleichstellung wird dadurch an den Hochschulen nicht gefördert, erreicht wird das Gegenteil. Und Leidtragende sind vor allem studienmotivierte junge Frauen.“

Wer erkennt die Scheinheiligkeit ? Nein, Gleichstellung gibt es nur für Frauen.
Und damit passt der Feminismus genau in die heutigen Denkschemata und Verhaltensmuster der Linken.
Egal welches euphemistisch gut-klingende Schlagwort genommen wird, sei es Demokratie, Rechtsstaat, Menschenrechte, Gleichberechtigung, Gleichstellung e.t.c., es wird immer nur dort in der Realität tatsächlich so umgesetzt, wo für den Linken wie für den Feministen das gewünschte Ergebnis herauskommt.

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Sonntägliche Kurzmeldung 2

Posted by Clochard - 8. April 2012

Bin gerade zufällig darüber gestolpert :
Artikel aus der „Neuen Zeitung“ vom 16.03.1926

Der Bund für Männerrechte.

Vor kurzem wurde ein Bund für Männerrechte gegründet. Am Sonntag hielt derselbe im 4. Bezirk eine Versammlung ab, worüber die Korrespondenz Herwei einen aufschlußreichen Bericht versendet. Obmann Hohenade erklärte, daß der Bund für Männerrechte seine Forderungen in neun Punkten zusammengefaßt habe:

  • Geschiedene Frauen, die erwerbsfähig sind, oder ein sonstiges Einkommen besitzen, welches soviel wie das Existenzminimum beträgt, haben keinen Anspruch auf Alimente.
  • Erwerbsfähige Mütter unehelicher Kinder sind verpflichtet ihrem Einkommen entsprechend zum Unterhalt des Kindes beizutragen.
  • Angleichung des österreichischen Gesetzes über uneheliche Kinder an das deutsche.
  • Anerkennung der Blutuntersuchung als gerichtlich gültigen Beweis für die Feststellung der Vaterschaft.
  • Beseitigung des Gesetzes, nachdem Männer wegen Geldschulden (Alimente) nicht nur gepfändet, sondern auch ins Gefängnis geworfen werden können.
  • Der Vater eines unehelichen Kindes darf nicht nur Pflichten, sondern muß auch Rechte haben.
  • Auch uneheliche Kinder müssen verpflichtet sein, ihre infolge Alters oder anderer Ursachen erwerbsunfähigen beziehungsweise invaliden Eltern zu alimentieren.
  • Kein verheirateter Mann darf zugunsten einer unverheirateten Person männlichen oder weiblichen Geschlechtes entlassen werden.

Historischer Zeitungsartikel: Die Neue Zeitung, 16.3.1926

Auch wenn der eine oder andere Punkt heute seltsam anmutet, ist es nicht erstaunlich wie wenig wir bis heute weitergebracht haben und wie brandaktuell manche Forderungen immer noch sind ?

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