maennergedanken

menschliches – kritisches – politisches

Posts Tagged ‘Häusliche Gewalt’

Der „nagging-loop“

Posted by Clochard - 19. Januar 2018

Im österreichischen Sprachgebrauch haben wir ein Wort, das dem englischen „nagging“ sehr gut entspricht. Es heißt „keppeln„. Die Aussprache aus dem Duden ist richtig, die Definition trifft es meiner Meinung nach nicht ganz. Das Wort ist überwiegend so konnotiert, dass damit das beständige Einreden einer Frau auf ihren Mann in einer Partnerschaft verstanden wird mit dem Ziel den Mann dazu zu bringen das zu tun, was die Frau möchte. Dieses beständige Einreden auf den Mann erfolgt situationselastisch (ha, endlich kann ich das Wort auch mal verwenden 🙂 ) mit einem oder mehreren Formen von anklagendem, spöttischem, verächtlichmachendem, vorwurfsvollem, mitleidserregendem, sarkastischem, gewaltandrohendem, zynischem, forderndem, selbstmitleidigem, ungeduldigem oder sonstigem Unterton. Regelmäßig versärkt sich die Intensität des Keppelns wenn der Adressat nicht wunschgemäß handelt.. Ich habe kein hochdeutsches Wort gefunden, das dem zu 100% entspricht. Natürlich können auch Männer keppeln, aber dann wird ihr Verhalten von der unbeteiligten Umwelt als besonders feminin interpretiert.

Objektiv betrachtet ist keppeln daher eine Form von Verhalten, einen anderen Menschen dazu zu bringen, was ich von ihm haben möchte. Das ließe sich auch auf andere Arten erreichen, z.B. an den Verstand appelieren, es erwachsen auszudiskutieren, an die Gefühle zu appelieren, u.s.w.,  das potentielle Repertoire ist hier sehr groß. Keppeln werte ich in diesem potentiellen Repertoire als vergleichsweise infantile Methode zu erreichen was man will. Es impliziert nämlich die Drohung „ich mache dir dein Leben zur Hölle, solange bis tu tust was ich von dir will“. Nachdem jeder Mensch über die weitesten Strecken seines Lebens eigentlich in Ruhe leben möchte ist das eine wirkungsvolle Drohung, mit moderner Terminologie könnte man das auch als einen Unterfall des Mobbings einordnen.

Im Allgemeinen kann man nun als Adressat dieses Keppelns auf mehrere Arten reagieren.

  • man entspricht der Aufforderung etwas zu tun oder zu unterlassen sofort
  • man ignoriert und/oder entzieht sich
  • als Mischform der ersten Punkte ignoriert man es, bis es nicht mehr geht, und reagiert dann, indem man der Aufforderung nachkommt, um seine Ruhe zu haben
  • man bringt es auf eine Ebene, die erwachsener ist
  • man unterbindet es sofort und mit Nachdruck

Meiner Einschätzung nach ist die dritte Form der Reaktion in jedem Fall die Schädlichste für alle Beteiligten und mit Abstand die infantilste und unmündigste des Adressaten.  Der Adressat setzt mit diesem Verhalten einen Anreiz für die keppelnde Person sich wieder so zu verhalten, indem er es belohnt. Außerdem besteht ein Anreiz das Keppeln auch schon beim ersten spezifischen Auftreten zu intensivieren, da die keppelnde Person sich denkt, sie müsse wahrscheinlich nur früher ihren Aussagen Nachdruck verleihen um das Gewünschte zu erreichen. Wenn man diesen Gedanken weiterspinnt, so endet man in einer „Keppelspirale“ oder auch einem nagging-loop. Ist die keppelnde Person jetzt menschlich, moralisch und charakterlich wenig gefestigt, so bekommt sie damit ein Universalwerkzeug in die Hand, um jede ihrer Forderungen und Wünsche durchzusetzen, seien sie auch noch so absurd, ungerecht oder egoistisch.

Geht man von einer biologischen (nicht biologistischen) Sichtweise auf die Menschheit aus, so ist es naheliegend, dass jemand seine privaten Usancen auch in den öffentlichen Bereich mitnimmt, und zwar insoweit, als das Verhalten in jemandes Naturell liegt. Auch wenn der frühere, politische Kampfbegriff des Feminismus „das Private ist politisch“ anders gemeint war, so wird doch offensichtlich, welches private Verhalten im öffentlichen und politischen Bereich auch ganz gut funktioniert.

Sieht man sich nun an, wie und vor allem mit welchen Mitteln feministische Positionen von männlichen Machthabern umgesetzt wurden so kommt man nicht umhin gewisse parallelen zum privaten nagging-loop festzustellen. Feministische Forderungen werden solange an diese Leute herangetragen bis diese irgendwann – bloß um ihre Ruhe zu haben bzw. weil sie eigentlich Wichtigeres zu tun haben – der Forderung entsprechen.

Nun ist es aber so, dass die Mechanismen des nagging-loops auf der öffentlichen Ebene genauso wirken wie im Privaten, die Keppelnden also in diesem Verhalten bestärkt werden und in Zukunft früher, intensiver und auch zunehmend dreister agieren.

Es wirft auch ein Licht auf die Persönlichkeitsstruktur der – oft männlichen- Machthaber. Wie oben dargelegt finde ich die Option „zuwarten und dann nachgeben“ eigentlich die schlechteste und infantilste Antwort auf dieses Verhalten. Anders als deren Selbsteinschätzung vom „Alpha-Männchen“ ist dieses Verhalten nicht einmal Beta, sondern weit darunter, was sie, wenn man es genauer betrachtet eigentlich als Anführer disqualifiziert.

 

Advertisements

Posted in Beziehung, Gewalt gegen Männer, Maennergedanken | Verschlagwortet mit: , , , | Leave a Comment »

Feministisches Zahlenwerk 1

Posted by Clochard - 9. Januar 2012

Man sollte beim Lesen der Tagespresse, Magazinen, im Internet und sogar auf Webseiten von staatlichen Stellen wie etwa Ministerien in Bezug auf die kolportierten Zahlen und Behauptungen sehr vorsichtig sein, insbesondere wenn diese feministische Forderungen stützen sollen.

Aufgrund meiner eigenen Erfahrung (die aber letztendlich jeder Leser selbst machen muss und auch sollte) ist es statistisch gesehen sogar angebracht diese Zahlen von vornherein einmal für falsch zu halten.

Ich möchte heute dafür ein exemplarisches Beispiel bringen.

An dieser Stelle :
http://www.frauen.bka.gv.at/site/cob__45913/6608/default.aspx
wird behauptet jede fünfte Frau in Österreich sei von häuslicher Gewalt betroffen.
Das ist notabene eine Regierungsseite, also eine Stelle an der sich Ottonormalbürger in einem demokratischen Rechtsstaat eigentlich erwartet neutral informiert zu werden.
Otto Normalbürger denkt sich also, wenn er das dort liest, dass die Tatsache sicher hinreichend untersucht und mit Belegen entsprechend gestützt ist.

Nun habe ich mir (so wie in vielen anderen Fällen auch) die Arbeit gemacht zu recherchieren, wo diese Behauptung herkommt.
Meine Recherche endete an dieser Stelle als der Ursprungsquelle dieser Behauptung :
http://www.aoef.at/cms/doc/Info-Shop/Fact%20Sheets%202010/Gewalt%20an%20Frauen%20Zahlen%20und%20Daten%202010.pdf

Zitat :
„Laut Schätzungen ist in Österreich jede fünfte Frau von Gewalt durch einen nahen
männlichen Angehörigen betroffen.“

Aha, was uns auf der Frauenministeriumshomepage als Gewissheit verkauft wird, stellt sich letztendlich als nicht weiter belegte Schätzung (!sic) heraus.
(im übrigen die einzige Behauptung auf dieser Seite ohne Quellenangabe).

Wer nun denkt, dies sei ein absolut tragisches Missverständnis und ein extrem seltener Einzelfall der glaubt wahrscheinlich auch noch an den Weihnachtsmann.

Nahezu jede beliebige feministische Behauptung lässt sich auf diese Art zerpflücken,
die Wahrheit hat für eine Feministin keinen Wert und wir werden täglich in diesem Zusammenhang mit Zahlen überschüttet, auf die das Wort „Propaganda“ in seiner negativsten Konnotierung, nämlich als vorsätzlicher Betrug an Menschen, zutrifft.

P.S: Um es spannend zu machen möge mir der misstrauische Leser ein beliebiges Beispiel einer derartigen feministichen Behauptung schicken, welches er für wahr hält, ich werde dann versuchen das Gegenteil zu beweisen.

Posted in Feminismuskritik, Politskandal | Verschlagwortet mit: , , | 3 Comments »