maennergedanken

menschliches – kritisches – politisches

Posts Tagged ‘Abtreibung’

Über die juristische Abtreibung

Posted by Clochard - 31. Mai 2012

Im deutschen Sprachraum herrscht im Bereich der Fortpflanzung ein großes Ungleichgewicht, was die Rechte der Geschlechter betrifft.

Das Ungleichgewicht läßt sich so beschreiben :

In der Kette :

  1. Zeugung des Kindes
  2. 3 Monate nach Zeugung
  3. 9 Monate nach Zeugung
  4. Geburt
  5. ein halbes Jahr nach der Geburt

endet die legal erlaubte Einflussmöglichkeit des Mannes bei Punkt 1, die der Frau bei Punkt 5, denn die letzte Möglichkeit ein legal und einvernehmlich gezeugtes Kind zu entsorgen endet für eine Frau in Österreich 6 Monate nach der Geburt, der letzten Frist an dem sich eine Frau entscheiden kann ihr eigenes Kind zur Adoption freizugeben und fortan nichts mehr mit dem Kind zu tun zu haben.

Die Diskrepanz der beiden Zeitpunkte könnte kaum größer sein, die Konsequenzen ebenfalls nicht. Immerhin liegen zwischen beiden Entscheidungszeitpunkten 15 Monate (!). Und was die Konsequenzen betrifft bedeutet die obige Unterscheidung letztlich nichts Anderes, als das die einzige Möglichkeit des Mannes, der keinesfalls ein Kind haben möchte darin besteht, für sein ganzes Leben komplett auf heterosexuellen Geschlechtsverkehr zu verzichten (denn es gibt kein 100% sicheres Verhütungsmittel), während die Frau in dieser Hinsicht keinerlei Einschränkungen unterliegt.

Woher kommt das ?

Es gibt zwei große Kategorien an Argumenten, die für den derzeitigen untragbaren Zustand verantwortlich sind.

Einerseits geht es um den Themenkomplex Frau und Verantwortung. Historisch betrachtet hatte die (Durchschnitts-) Frau zu allen Zeiten weniger Rechte als der (Durchschnitts-) Mann, aber auch weniger Verantwortung. Man betrachtete die Frau lange Zeit als Zwischenstufe zwischen Mann und Kind, weswegen man auch, wie bei Kindern noch heute, die Frau von jeglicher Verantwortung für ihr Handeln entband. für entsprechendes weibliches Fehlverhalten in jeglicher Form wurde der Mann bestraft, ähnlich wie heute noch Eltern für ihre Kinder haften. Die Regeln zur Fortplanzung sind auch heute noch direkter Ausfluß dieser überkommenen Denkweise. Obgleich inzwischen mit mehr Rechten als das männliche Geschlecht ausgestattet wird dem weiblichen Geschlecht auch heute noch Verantwortung abgenommen, wo immer es nur irgendwie möglich ist. Was für absurde Formen das zuweilen annehmen kann zeigt der bekannt gewordene Fall zweier Lesben, die einen gutgläubig helfenden Samenspender später vereinbarungswidrig auf Unterhalt verklagten und damit durchkamen. Diese paradoxe Situation, nämlich daß das mit mehr Rechten ausgestattete Geschlecht mit größtmöglicher Anstrengung von jeglicher Verpflichtung befreit wird erinnert an die Metapher des Kindes mit dem Brennglas über dem Ameisenhaufen. Solange wir noch von Altherren-Politikern alten Schlages regiert werden, die in den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts sozialisiert wurden und die meinen, auf Kosten der männlichen Bevölkerung den weißen Ritter spielen zu müssen, solange wird sich an den Zuständen nichts ändern. Die Lösung dieser Problematik ist daher abwählen oder abwarten.

Zweitens geht es um die staatlichen Pensionssysteme (=Rentensysteme), welche in unserem Kulturraum je nach Staat spätestens nach dem 2.Weltkrieg auf eine Umlagefinanzierung umgestellt wurden. Damit ein umlagefinanziertes Rentensystem funktionieren kann benötigt man sehr vereinfachend gesprochen ein stetes Bevölkerungswachstum (und man muß befürchten, daß viele Politker in ihrem Verständnis der Zusammenhänge und Funktionsweisen des umlagefinanzierten Pensionssystems über diesen vereinfachten Zusammenhang nicht hinauskommen). Der Durchschnittsdumpfbackenpolitker folgert nun daraus diesen Syllogismus :

  • Ich will wiedergewählt werden
  • Wenn ich wiedergewählt werden will, dann darf das Volk nicht beunruhigt sein
  • Das Volk ist beunruhigt, wenn die Pensionen nicht sicher sind
  • Die Pensionen sind sicher, wenn genug Kinder geboren werden
  • Frauen gebären Kinder
  • Wenn ich Frauen nur genug in den Hintern krieche (finanziell, rechtlich .e.t.c. also in jeder Hinsicht), dann werden sie Kinder gebären, und ich werde wiedergewählt.

Was kann man dagegen tun ?

Abgesehen von der oben bereits angedeuteten Abwahl der betreffenden Altherrenpolitiker stellt sich die Frage, wie denn eine Alternative zu den herrschenden Zuständen aussehen könnte. Eine Zwischenstufe hat sich in Frankreich etabliert  und zwar in einer Konstruktion die sich sehr gut mit dem Titel dieses Beitrags umschreiben läßt, nämlich juristischer Abtreibung.

Bei der juristischen Abtreibung wird dem werdenden Vater dasselbe Recht eingeräumt wie der werdenden Mutter, er kann sich nämlich mit rechtlichen Konsequenzen und als geregeltes Rechtsinstitut gegen das Kind entscheiden. Wenn er das tut, verliert er alle Rechte, aber auch alle Pflichten am Kind und hat danach dem Kind gegenüber denselben Status wie ein Fremder.

Eine Kurzdarstellung findet sich hier, etwas ausführlicher (mit den jeweiligen Gesetzesstellen) hier.

Temporär oder permanent ?

Die Frage, die sich nun stellt ist jene, ob mit der oben skizzierten französischen Regelung bereits der Gerechtigkeit genüge getan und alles in Ordnung ist.

Die Antwort darauf ist zwiespältig.

In einem Versuch objektiv zu sein würde ich sagen fast, was die Gerechtigkeit betrifft. Mit obiger Regelung ist annähernd gleiches Mitspracherecht und Entscheidungsfreiheit gegeben mit einem kleinen Nachteil zulasten der Frauen, da sie bei potentiell gleicher Entsorgungsmöglichkeit die Zusatzlast der Abtreibung bzw. Geburt hat. Quasi : „der Bauch gehört ihr“, nun aber andersherum. Noch immer nicht hundert prozentig gerecht, aber um Welten besser, als das, was wir jetzt haben.

Davon zu trennen ist die Antwort auf die Frage, ob das denn der erstrebenswerte Endzustand sein kann, also im Sinne der Überschrift dieses Absatzes eine temporäre oder permanente Lösung sein kann. Hier enden die Fakten und gleichzeitig beginnt hier die Meinung und Ideologie. Deswegen folgt von hier an nur mehr meine subjektive Ansicht und die Meinungen darüber werden so weit auseinandergehen, wie das politische Spektrum breit ist.

Als liberaler bzw.libertärer Mensch missfällt es mir, wenn es immer weiter um sich greift, daß die Menschen ihre Eigenverantwortung an der Garderobe abgeben. Egal ob es sich um Dinge, Tiere oder Menschen handelt, immer mehr wird Alles zum Wegwerfartikel. Es ist meine feste Überzeugung, daß eine liberale Gesellschaft, die den Menschen größeren Handlungsspielraum zugesteht auch dafür Sorge tragen muß, daß mit diesem größerem Handlungsspielraum auch die dazu nötige Bildung und intellektuelle Ausstattung einhergeht und es muß ebenso sichergestellt sein, daß die Menschen mit der notwendigen größeren Verantwortung umgehen können.

Genau aus diesem Grund im Verbund mit meiner humanistischen Einstellung kann die juristische Abtreibung für den Mann mE nur ein Übergangszustand sein. Im Endergebnis muß wieder sichergestellt sein, daß sich weder Mann noch Frau der Verantwortung entziehen können, die mit einem Geschlechtsverkehr einhergeht, nämlich daß daraus trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Kinder entstehen können und mithin man die Verantwortung für diese Kinder zu tragen hat.

Humane Wesen zu shreddern kann auf jeden Fall nicht die Antwort auf die Problematik sein.

Posted in Feminismuskritik, Gewalt gegen Männer, Maennergedanken, Politskandal | Verschlagwortet mit: , , , , , , | Leave a Comment »

Und wieder dreimal aufregen heute

Posted by Clochard - 12. Januar 2012

Es vergeht kaum ein Tag, an dem man sich nicht aufregen muss, zumindest als sensibilisierter Maskulist.

Natürlich auch heute wieder.

1) Die Aufmacher der Tageszeitungen „heute“ und „Österreich“

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Doppelmord-in-Wien-Eis-Lady-hat-ihr-Kind-bekommen/52400668

http://www.heute.at/news/oesterreich/wien/art23652,646753

Es geht notabene um eine Frau, welche mutmaßlich zwei Männer ermordet, zerstückelt und in ihrem Keller einbetoniert hat.
Die Bezeichung für diese Frau ist : „Eislady“!!!.
Ich könnte kotzen. Verdammtes schwanzgesteuertes Journalistenpack.
Hätte ein Mann ähnliches verbrochen, wie würde er wohl genannt werden ?
Wie auch sonst immer : Die Bestie von XY, oder das ABC-Monster. (zurecht)
Oder erinnert sich irgendjemand daran, dass Josef Fritzl als „Kellergentleman“ bezeichnet wurde.
Bescheuerte Doppelstandards.

2) In der Zeit im Bild  wurde ein Bericht über auf tote Taliban urinierende US-Marines gebracht.

http://tvthek.orf.at/programs/1203-Zeit-im-Bild/episodes/3436079-Zeit-im-Bild/3436269-US-Soldaten-urinieren-auf-tote-Taliban
Kein normaler Mensch wird einen Zweifel daran haben, daß das absolut degoutant ist. Jede mir bekannte Rechtsordnung verbietet so ein Verhalten mit Recht und stellt es unter Strafe.

Aber trotzdem ist es interessant hierzu einmal folgenden Vergleich anzustellen.

Leichenschändung vs. Abtreibung

Bescheuerte Doppelstandards.

3) Mutterkult

Den werde ich nachliefern. Die vor kurzem Ausgestrahlte ZIB2 ist noch nicht online.

Nachtrag : Die ZIB2 ist jetzt online.
Es geht nocheinmal um die Eissalonmörderin.
Diese hatte gestern in Haft entbunden und das Jugendamt hatte befunden, daß eine Mörderin als Mutter und ein Gefängnis als Kinderzimmer wohl nicht die besten Voraussetzungen für das Aufwachsen eines Kindes sind.

Dazu wurde dieser Beitrag gesendet :
http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZIB-2/episodes/3437985-ZIB-2/3438105-Estibaliz-C–wurde-das-Baby-weggenommen

Wenn man von einem Schutzauftrag des Jugendamtes ausgeht und nachdem man nicht ausschliessen kann, daß die vorgeworfenen Sachverhalte wahr sind (zumal es ja ein Geständnis der Angeklagten gibt) dann ist es meines Erachtens sogar unbedingt notwendig das Baby vor der Mutter zu schützen, hat diese doch „bewiesen“, daß sich ihre Aggression gerade gegen nahestehende Personen aus dem engsten Bindungskreis richtet. „Lustig“ finde ich auch den ständigen Hinweis auf das Recht des Kindes (auf die Mutter), wird doch dasselbe Recht des Kindes (auf den Vater) vom Staat trotz mehrerer Verurteilungen vor dem Menschenrechtsgerichtshof mit Füssen getreten.
Der in der Sendung befragte Max Friedrich ist in Väterrechtskreisen einschlägig als Männer-und Väterhasser bekannt, seine Statements brauchen also niemanden verwundern.

Einen kleinen Lichtblick gab es dann im Anschluss doch noch :
http://tvthek.orf.at/programs/1211-ZIB-2/episodes/3437985-ZIB-2/3438121-Im-Sudio–Ernst-Berger–Kinder–und-Jugendpsychiater

Ernst Berger widerstand allen Mutterprimatsphantasien der Moderatorin und versuchte neutrales Licht in die Sache zu bringen.

Posted in Feminismuskritik | Verschlagwortet mit: , , | 2 Comments »

Abtreibung

Posted by Clochard - 10. Januar 2012

Heute ist wieder ein Artikel erschienen, den ich zum Anlass nehme, auch einmal darüber zu schreiben.

http://diestandard.at/1325485919545/US-Out-of-My-Uterus-Vertraut-den-Frauen-doch-einfach

 

Meine persönliche Meinung zur Abtreibung ist wie folgt :

Ein klares, eindeutiges, unzweifelhaftes „Nein!“.

Für mich ist sonnenklar, dass künftige Generationen mit fassungsloser Abscheu und unglaublichem Ekel auf diese, unsere Zeit zurückschauen werden. Abtreibung steht in einer Reihe mit den schlimmsten Traditionen der menschlichen Geschichte : Euthanasie und Holocaust.

Eine Gruppe von Menschen maßt sich an über den Wert oder Unwert von Leben zu bestimmen, viel schlimmer noch, über den Wert oder Unwert von Leben der eigenen Spezies.

Meiner Meinung nach ist die Abtreibung die Kulmination des Feminismus. Hier ist alles verpackt auf einen Nenner gebracht :

„Ich will alles dürfen aber für nichts Verantwortlich sein.“

Die Abtreibung war auch die vorweggenommene Erfolgsgeschichte des Feminismus. Nachdem die Gesellschaft sogar Mord nach Gutdünken erlaubte wußten die Femis, daß es überhaupt keine Schranken mehr geben würde. Was kann man darüberhinaus einer Menschengruppe noch mehr erlauben, als ungestraft morden zu können ?

Nichts !  Alles von diesem Punkt an Folgende waren Peanuts.

Die Abtreibungszahlen weltweit seit Legalisierung übertreffen die Opfer des Holocaust bereits um ein Vielfaches.

Die Politiker, in Österreich die Generation 1975, welche das zugelassen haben, gehören zum Rückgratlosesten, was die Menschheit bis dahin hervorgebracht hat.

 

Interessant sind auch die Begleitumstände und Zusatzinformationen :

Bei der Argumentation und öffentlichen Diskussion um die Fristenregelung wurde, wie im Feminismus üblich, gelogen, dass sich die Balken biegen.

Die um die Abtreibung geläufigen Begriffe werden sehr gerne euphemisiert :

  • Schwangerschaftsunterbrechung (ich kann definitionsgemäß nur etwas unterbrechen, dass sich danach wieder aufnehmen lässt)
  • Zellhaufen (Bezeichnung für werdendes menschliches Leben)
  • Reproduktionsrechte (als Recht auf Abtreibung)

Interessanterweise wird im Feminismus die geschlechtsspezifische Abtreibung scharf kritisiert und in den Kontext der Unterdrückung gerückt.

Wenn in Asien aufgrund der Begleitumstände geschlechtsspezifisch abgetrieben wird, dann sind es plötzlich keine Zellhaufen mehr, sondern dann werden plötzlich Mädchen daraus.

http://diestandard.at/1310511481469/Indien-Immer-weniger-Frauen-wegen-selektiver-Abtreibung

Als Maskulist kann man zur Abtreibung zwei Einstellungen haben :

Keiner oder beide – ähnlich wie bei der Wehrpflicht.
d.h. entweder tragen beide Geschlechter die Verantwortung für ein zusammen gezeugtes Kind oder
die selben „Reproduktionsrechte“ die der Frau eingeräumt sind, werden auch dem Mann eingeräumt (Stichwort : juristische Abtreibung).

Als Humanist kann man zur Abtreibung eigentlich nur eine Einstellung haben :
Mord ist Mord, egal ob das Opfer 3, 15, 60 oder -0,5 Jahre alt ist.

 

Posted in Feminismuskritik | Verschlagwortet mit: | 10 Comments »