maennergedanken

menschliches – kritisches – politisches

Ist der Feminismus rassistisch ?

Posted by Clochard - 7. April 2012

Ob der Feminismus faschistisch ist, habe ich ja bereits einmal untersucht

Heute will ich mich der Frage widmen, ob der Feminismus rassistisch ist.

Zuerst einmal Grundsätzliches :

1) Wie kann Feminismus rassistisch sein, Feminismus beschäftigt sich doch mit Geschlecht und nicht mit Rassen ?

Nun Geschlecht und „Rasse“ liegen nicht so weit auseinander, wie man vielleicht vermuten würde.  Die Sektion Etymologie des Wortes Rasse in der deutschssprachigen Wikipedia
beschreibt die Entwicklung des Begriffes Rasse als eine aus dem Französischen („race“) übernommene Bezeichung mit der

weiten Bedeutung von „Geschlecht, Stamm, Abstammung, Nachkommenschaft, Gattung, Sorte, Art (von Menschen und Tieren), also für eine Gruppe von Individuen mit bestimmten gemeinsamen Eigenschaften.“

Ohne weitere Probleme findet also der Begriff „Geschlecht“ im herkömmlichen Sinn des Begriffes Rasse Deckung, da es sich ursprünglich um eine Einteilung einer Gruppe von Individuen mit bestimmten, gemeinsamen Eigenschaften (hier: primäre bzw. sekundäre Geschlechtsmerkmale) handelt.

2) Und wie soll man anhand dieser schwammigen Definiton nun bestimmen, ob der Feminismus rassistisch ist ?

Ausgangspunkt soll die heute in der Rassismusforschung unbestritten vorherrschende Rassismusdefinition von Albert Memmi sein :

„Der Rassismus ist die verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver
Unterschiede zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien
oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“
(Memmi 1982/1987/1992, S. 175)

Wie wir sehen, ist auch für Memmi das Kriterium Geschlecht unproblematisch. Er geht von einem Ankläger und einem Opfer aus, also gerade nicht von unterschiedlichen „Rassen“.
Diese Definition wird mitunter auch in Deutschland kritisiert, daher möchte ich in eventu auch eine daneben bestehende in Deutschland sehr gebräuchliche Definiton erwähnen :

“Rassismus liegt immer dann vor, wenn bestimmte Merkmale von Menschen (z.B. Hautfarbe, Herkunft,
Geschlecht usw.) mit bestimmten Eigenschaften gekoppelt werden (z.B. wenn von der Herkunft
auf geistige, sexuelle oder kriminelle Energie o.ä. geschlossen wird) und durch diese Konstruktion
eine Abwertung praktiziert wird.”
(AG SOS Rassismus NRW 1997, 11; 1998, 30; 1999, 53; ähnlich 1993, 102)

Da ich es mir nicht leicht machen möchte, ja ganz im Gegenteil, werde ich anhand der Definition von Memmi als der Anerkannteren, Verbreiteteren fortfahren und der Versuchung widerstehen, diesen Eintrag durch Gebrauch der zweiten Definition zu einer Kurzmeldung verkommen zu lassen.

Um Etwas als rassistisch im Sinne von Memmis Definition bezeichnen zu können, müssen also 4 Dinge vorliegen :

Differenz, Wertung, Verallgemeinerung und Funktion.

In den folgenden Abschnitten werden wir daher untersuchen, ob und inwieweit der Feminismus diesen Punkten entspricht. Um dem erwartbaren Argument zuvorzukommen, daß es ja DEN Feminismus so nicht gäbe, werde ich bei der Analyse auf 3 große Gruppen von Feminismus eingehen :
Gleichheitsfeminismus, Differenzfeminismus und  Realfeminismus¹

Alice Schwarzer (die sich selbst zu den Gleichheitsfeministinnen zählt) definiert die beiden  Ersteren so :

Seit es Frauenrechtlerinnen bzw. Feministinnen gibt, zerfallen sie in zwei Hauptströmungen. Die eine Strömung, das sind die Antibiologistinnen, genannt die Radikalen bzw. Universalistinnen bzw. Gleichheitsfeministinnen. Sie gehen von einer grundsätzlichen Gleichheit der Menschen und damit auch der Geschlechter aus. Nicht der biologische Unterschied, sondern die sozialen, ökonomischen und politischen Unterschiede sind für sie die Ursache der heutigen Differenz zwischen den Geschlechtern. (…)
Die andere Strömung beruft sich auf den Unterschied der Geschlechter, auf die Differenz. Die Differenzialistinnen halten den Unterschied zwischen Frauen und Männern für unabänderlich; sei es, dass er naturgegeben oder aber, dass er irreversibel geprägt, also quasi genetisch verankert sei. Sie sind für ‚Gleichberechtigung‘, aber gegen ‚Gleichheit‘ und wollen den bestehenden Unterschied nicht aufheben, sondern umwerten.²

  • Differenz

Memmi spricht hier von tatsächlichen oder fiktiven Unterschieden. Hier wird also herauszuarbeiten sein, ob der Feminismus an sich Unterschide zwischen Männern und Frauen macht. Memmi trifft bewußt keine Aussage, wie die Unterschiede vom Rassisten erklärt werden.

„[Der Rassismus]…… beschränkt sich weder auf die Biologie noch auf die Ökonomie, die Psychologie oder die Metaphysik; er ist eine vielseitig verwendbare Beschuldigung, die von allem Gebrauch macht, was sich anbietet, selbst von dem, was gar nicht greifbar ist, weil sie es je nach Bedarf erfindet“ (Memmi, S. 83).

und

„Wenn es keinen Unterschied gibt, dann wird er vom Rassisten erfunden; gibt es ihn hingegen, dann wird er von ihm zu seinem Vorteil interpretiert“ (Memmi, S. 167).[37]

Es muss sich also um keine biologisch begründbaren Unterschiede handeln, auch kulturelle oder gesellschaftliche Unterschiede erweisen sich als tauglich.

Bereits die Anwendung von Schwarzer´s Definition ein eigenen Worten ergibt die Konstruktion von Differenzen in beiden Feminismusströmungen :

„……sind für sie die Ursache der heutigen Differenz zwischen den Geschlechtern.“ bzw. „Die andere Strömung beruft sich auf den Unterschied der Geschlechter, auf die Differenz“

Für die Sparte Gleichheitsfeminismus möchte ich die Aussagen von Schwarzer selbst heranziehen, was sich aufgrund der Umstände geradezu anbietet. Nachdem Schwarzer sicher nicht dumm ist, entweichen ihr nicht oft Aussagen, die ihre wahre Gesinnung, die sie hinter dem Gleichheitsgeschwafel versteckt aufdecken. Ich danke meinem Bloggerkollegen Terminatus für die in akribischer Kleinarbeit zusammengetragenen Analysen von Schwarzers Aussagen über Männer. 1, 2, 3, 4

Nehmen wir uns aus der Vielzahl von Zitaten für die weitere Analyse beispielhaft 3 heraus :

Wir erkennen den typischen Tyrannen daran, dass er männlich ist; er macht, was er will; und es tödlich sein kann, ihm zu widersprechen.

Für uns Frauen bedeutet das: Eine jede ist Opfer von Sexualgewalt oder kann es werden – egal wie stark oder selbstbewusst sie ist. Für die Männer heißt das: Ein jeder ist Täter oder kann es werden – egal wie schwach oder bewusst er ist.

Aus “Mutterliebe” sind es Frauen vor allem, die sich verantwortlich fühlen für die Kindererziehung. Aus Gewöhnung an die “Mutterliebe” erwarten auch Männer, von Frauen bedient zu werden; treten Schwestern, Freundinnen, Kolleginnen, Ehefrauen die direkte Nachfolge der Mütter an. “Mutterliebe” bedeutet also heute vor allem eines: Arbeit.

Wie wir bemerken, versieht Schwarzer – obwohl selbst postulierte Anhängerin einer Anschauung, die Menschen keine Unterschiede zuschreibt – sehr wohl die beiden Geschlechter mit unterschiedlichen Eigenschaften. Nun wollen wir uns ansehen, wie das beim Differenzfeminismus aussieht.

Vandana Shiva, eine ökologische Differenzfeministin postuliert (Hervorhebungen von mir) :

Als ethischen Grundwert betont Vandana Shiva dabei aus der indischen Tradition übernommene ‚weibliche Lebensprinzip‘. Die Quantenphysikerin, Sozial- und Ökoaktivistin machte deutlich, dass die globalen Fehlentwicklungen alle auf einem männlich geprägten kolonialistischen Weltbild basieren. „Wenn wir das Umweltproblem lösen wollen ohne die Lage der ‚Dritten Welt‘ zu berücksichtigen, dann werden die Unternehmen einfach ihren Dreck woanders machen. Die Strukturen des kapitalistischen Patriarchats, die Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradieren, sind die gleichen, wie die, welche zur Beherrschung der Natur geführt haben. Ein Feminismus, der nicht ökologisch ist reicht mir deshalb ebenso wenig wie eine Ökologie, die nicht radikal genug ist, die Strukturen der menschlichen Beziehungen zu verändern.“

Der von Vandana Shiva mitbegründete ‚Öko-Feminismus‘ machte sich an die Aufgabe, einerseits herauszuarbeiten, wie männlich geprägte Werte zu ökologischer Zerstörung, Militarismus und Ausbeutung führen und andererseits daran, spezifisch weibliche Werte für den Umgang mit der Welt zu formulieren. Patriarchalische Gesellschaften, so argumentiert der Ökofeminismus, bauen seit Jahrtausenden auf hierarchische Strukturen unter dem Prinzip der Konkurrenz. Erfolg bemisst sich darin nicht nach dem Gemeinwohl, sondern nach dem individuellen Machtzuwachs, der durch repressive Kontrollmechanismen gesichert werden muss. Für Vandana Shiva ist deshalb die Wiederkehr der Kolonialismus in Gestalt der Globalisierung ebenso auf patriarchalische Werte zurückzuführen, wie die zunehmende Kontrolle männlich dominierter Unternehmen über das Leben selbst. „Heute werden mit der Gentechnik sogar die Innenwelten der Lebewesen – also der Menschen, Tiere und Pflanzen – kolonisiert. Zusätzlich zu den traditionellen Formen der Kontrolle wird damit sogar die Zukunft selbst kolonisiert.“

Im Mittelpunkt steht ihrer Meinung nach der männlich geprägte Begriff von ‚Macht‚, der auf Stärke durch Gewalt baut und auf die aggressive Überwindung, Dominanz und Beherrschung ausgerichtet ist. Diese Verhaltensweise wird zwar nicht als biologische Konstante verstanden, aber als herrschendes Rollenmodell immer wieder erneuert: „Was wir statt dessen brauchen ist ein ganz neues Verständnis von Macht“, sagt die Quantenphysikerin. „Macht, die von Innen kommt, deutlich ‚Nein‘ sagt zu allen Formen der Unterdrückung, eine Macht, die uns und andere ermutigt, anstatt Andere zu vernichten, um den eigenen Vorteil zu sichern.

Für den Realfeminismus nehme ich mir folgende Aussagen her (aus einem Interview mit Gabriele Heinisch-Hosek):

Gabriele Heinisch-Hosek: Beides. Wir leben in einer Geschlechterhierarchie und nicht in einer Geschlechterdemokratie. Männer geben ihre Funktionen gerne an Männer weiter, das ist das strukturelle Problem. Es braucht Überzeugungsarbeit und Sanktionen.
…………..
Falter: Vielleicht gibt es nicht-rationale Gründe?
Gabriele Heinisch-Hosek: Machtverlust von Männern, etwa. Das ist reflexartig.

  • Wertung

Nun wären ja diese festgestellten Differenzen nicht weiter schlimm, wenn sie nicht bewertet werden würden. Eine erkenntnisgeleitete Feststellung von Unterschieden macht noch keinen Rassismus. Es wäre also zu untersuchen, ob die obigen exemplarischen Aussagen eine Wertung zur Differenz enthalten.
Für den Gleichheitsfeminismus finden wir in den Aussagen von Schwarzer :

den Tyrannen, der männlich ist,
den Mann der Täter ist, und
Männer, die erwarten von Frauen bedient zu werden

Sowohl die Bezeichung Tyrann, als auch Täter und jemand der bedient werden möchte kann man ohne viel Federlesens negative Konnotationen bescheinigen.

Aber vielleicht ist es beim Differenzfeminisus anders ?
Vandana Shiva spricht von :

männlich geprägten kolonialistischen Weltbild
wie männlich geprägte Werte zu ökologischer Zerstörung, Militarismus und Ausbeutung führen
Patriarchats, die Frauen zu Menschen zweiter Klasse degradieren
die zunehmende Kontrolle männlich dominierter Unternehmen über das Leben selbst
männlich geprägte Begriff von ‘Macht’, der auf Stärke durch Gewalt baut und auf die aggressive Überwindung, Dominanz und Beherrschung ausgerichtet ist

Alle verwendenten Zuschreibungen, also Kolonialismus, Zerstörung, Militarismus, Ausbeutung, Menschen degradieren, Kontrolle über das Leben, Gewalt, Dominanz, Aggressivität, Beherrschung sind exklusiv negativ und abwertend besetzte Begriffe.

Schwieriger wird es beim Realfeminismus, die handelnden Akteure sind oft rethorisch geschulte Machtpolitiker, denen selten eindeutig kompromittierendes über die Lippen kommt.
Heinisch-Hosek spricht von :

Männer geben ihre Funktionen gerne an Männer weiter, das ist das strukturelle Problem. Es braucht Überzeugungsarbeit und Sanktionen.
Machtverlust von Männern, etwa. Das ist reflexartig.

Heinisch-Hosek geht am subtilsten vor. Verständlich, denn zu offenene Männerfeindlichkeit könnte ihre politische Karriere kosten, zumindest ist das im Moment noch so. Trotzdem lässt sich analysieren, daß Männer ein Verhalten an den Tag legen, welches Sanktionen bedarf. Mit Sanktionen belegt man normalerweise sozial-inadäquates, unerwünschtes, oft verbotenes Verhalten. Und dann im zweiten Satz die pauschalierende Floskel, daß nur deswegen so wenig Frauen in Aufsichtsräten sitzen, weil sich Männer reflexartig gegen Machtverlust wehren. Beides unzweifelhaft Wertungen, beide unzweifelhaft negativ konnotiert.

  • Verallgemeinerung

Ein relativ kurz zu behandelnder Punkt. In den obigen Aussagen, wie auch sonst im Feminismus, wird man zum Terminus „Männer“ die einschränkenden Attribute einige, wenige e.t.c fast oder nie finden. Es ist verallgemeinernd, und es geht geradezu um die Verallgemeinerung, die im euphemistischen Kampfbegriff „das Patriarchat“ seinen Kulminationspunkt findet. Das Patriarchat entbindet die Feministin von der Notwendigkeit über „die Männer“ sprechen zu müssen und es erleichtert männlichen Sympathisanten oder Unterstützern sich Unterbewußt aus dem Begriff „Patriarchat“ ausnehmen zu können, eine Übung die naturgemäß bei der Verwendung von „die Männer“ um einiges schwerer zu bewerkstelligen wäre. Nichtsdestotrotz ist und bleibt das Patriarchat ein Sammelbegriff für alle Männer, welcher je nach Lust und Laune dann auch noch auf Frauen, Transsexuelle und oft sogar auf andersdenkende Feministen erstreckt wird.

Verabsolutiert nach Memmis Definiton werden die Behauptung darüberhinaus noch insofern, als mit Begriffen wie der „patriarchalen Dividende“ operiert wird. Dieser Begriff möchte aussagen, daß ein Mann gar nicht anders kann als Frauen zu unterdrücken und somit ein „Tyrann“ zu sein, selbst wenn er denn ganzen Tag nichts Anderes täte als darauf zu achten, solche Verhaltensweisen zu vermeiden. Er kann der Falle nicht entkommen, egal was er tut.

  • Funktion

Nach Memmi ist die Funktion definiert als :

„…………zum Nutzen des Anklägers und zum Schaden seines Opfers, mit der seine Privilegien
oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen.“

Ein ganz wichtiger Punkt der Definition, der bei anderen Definitionen von Rassismus oft vergessen oder ignoriert wurde.
Was also ist in den obigen Differenzierungen, die bewertet und verallgemeinert werden für den Feminismus drinnnen ?
In der Phase der späten 60er und 70er Jahre war es ganz klar die feministische Aggression, die dadurch gerechtfertig werden sollte.
Einen Tyrannen, der die Frauen seit Jahrtausenden unterdrückt, ja dem gegenüber darf man aggressiv sein.
Beispielhaft dazu Schwarzer´s Kommentar über eine amerikanische Frau, die ihrem Mann im Schlaf den Penis abgetrennt hat :

„Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr. Es kann zurückgeschlagen werden. Oder gestochen. Amerikanische Hausfrauen denken beim Anblick eines Küchenmessers nicht mehr nur ans Petersilie-Hacken. (…) Es bleibt den Opfern gar nichts anderes übrig, als selbst zu handeln. Und da muss ja Frauenfreude aufkommen, wenn eine zurückschlägt. Endlich!“

– Alice Schwarzer: Emma 1995

In der heutigen Phase des Feminismus, wo er sich bereits durchgesetzt und als die Ideologie der herrschenden Klasse etabliert hat geht es nur noch um die Rechtfertigung des Ausbaues oder Fortbestandes von Privilegien, so etwa die Durchsetzung einer Quote mit der Behauptung Frauen wären qua Geschlecht die besseren Unternehmenslenker.

Conclusio : Alle notwendigen Kriterien der gängigen Rassismusdefinition nach Albert Memmi werden vom Feminismus erfüllt, ja man ist sogar versucht zu sagen übererfüllt. Dabei ist es unerheblich, welche Richtung des Feminismus betrachtet wird. Der Feminismus gelangte an die Macht mittels stereotyp-rassistischer Zuordnungen zu Männern, die nicht zuletzt auch als ein Wegbereiter der heute in den Medien üblichen misandrischen Hetze und Abwertung gesehen werden können.
Er hat eine Kultur geschaffen, die es möglich macht in einer Art und Weise über eine definierte Menschengruppe herzuziehen, die man schon lange überwunden glaubte. Er macht aber hier nicht halt sondern benutzt diesselben rassistischen Mechanismen um seine Vormachtstellung auszubauen und seine Privilegien abzusichern und zu erweitern.

Der Feminismus kann daher zweifellos als rassistisch bezeichnet werden.

________________________________________________________________

¹ Der Realfeminismus ist eine Eigenbezeichnung von mir. Ich fand die Schöpfung deswegen notwendig, weil es im Prinzip keine Rolle spielt, welche Positionen von feministischen Theoriegebäuden vertreten werden,  sondern welche konkreten Forderungen, Initiativen und Gesetzesanträge von feministischen Vertretern im täglichen Leben erhoben und/oder durchgeführt werden. Dabei ist zu beobachten, daß die politisch aktive Feministin je nach Gusto, Situation und Erfolgswahrscheinlichkeit einmal gleichheitsfeministische und im nächsten Moment wieder differenzfeministische Positionen vertritt. Deswegen war die Schöpfung des Realfeminismusbegriffes notwendig. Ob eine Postition eine realfeministische ist lässt sich darauf aufbauend insofern Nachweisen, als man einfach untersucht, welche und wieviele politisch-aktive Feministen eine Position oder Forderung vertreten. Ein Beispiel : Im öffentlichen Raum sind einerseits Frauenbibliotheken, Frauencafes, Frauenräume e.t.c umgesetzt und staatlich gefördert. Das sind Auswüchse des Differenzfeminismus, der davon ausgeht, daß sich die biologische Andersartigkeit der Frauen nur dann ungestört entwickeln kann, wenn ihr dafür Mann-freie Freiräume gegeben werden. Auf der anderen Seite werden Quoten gefordert, weil ja Männer und Frauen gleich sind, und deshalb jede beliebige Gesamtheit die nicht gemäß der Geschlechterverteilung besetzt ist zwingend auf Diskriminierung zurückzuführen sein muss.

² Schwarzer, Alice (Hrsg.) (2002): Man wird nicht als Frau geboren. Köln: Kiepenheuer & Witsch, S. 13

2 Antworten to “Ist der Feminismus rassistisch ?”

  1. […] reklamieren will. Das trifft so ziemlich genau die von mir in einem früheren Artikel besprochene Rassismusdefinition. Da der Konservative sehr oft in archaisch-typischen Männerbildern denkt und handelt, sind aber […]

  2. […] mit Sicherheit nicht. Abgelehnt werden von der linken Männerrechtsbewegung Bündnisse mit einem rassistischen und faschistoiden […]

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