maennergedanken

menschliches – kritisches – politisches

Ute Bock ist tot

Posted by Clochard - 20. Januar 2018

Die österreichische Erzieherin und Flüchtlingshelferin Ute Bock ist gestern früh im Alter von 75 Jahren verstorben. Ute Bock ist eine vielfach ausgezeichnete Menschenfreundin¹ die sich in späteren Jahren herausragende Verdienste im Bereich Flüchtlingshilfe, Mitmenschlichkeit und Fürsorge für andere Menschen erworben hat.

Ute Bock

Quelle : https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Ute_Bock_Wien2008.jpg unter der Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license.

Sie nahm sich jener Flüchtlinge und Asylwerber an, die durch das löchrige, österreichische Sicherungssystem gefallen waren. Ute Bock tat das aus eigenem Antrieb, ohne Effekthascherei und Rampenlicht und zumeist mit ihren eigenen finaziellen Mitteln und ehrenamtlicher Unterstützung. Auch wenn ihre Biographie nicht frei von Fehlern ist (aber wessen Geschichte ist das schon ?) so bleibt doch festzuhalten, dass sie mit ihrer Arbeit, ihrer Einsatzbereitschaft und ihrer Selbstlosigkeit ein leuchtendes Vorbild darstellt, dem man, selbst wenn man es versuchte, wohl niemals gerecht werden könnte.

 

Es betrübt mich zutiefst, dass so ein toller Mensch aus unserer Mitte gerissen wurde. Auch macht der Umstand traurig, dass sie ihren größten Wunsch nicht mehr erleben durfte, nämlich den Wunsch, dass die Umstände sich so ändern mögen, dass Engagement wie das Ihre obsolet wird.

 

Frau Bock saß oft zwischen den Stühlen, da sie von den Linken vereinnahmt und von den Rechten angefeindet wurde. In diesem Zusammenhang darf man nicht vergessen, dass das löchrige System, welches Flüchtlinge zurücklässt für die sich staatlicherseits niemand mehr zuständig fühlt von linken Regierungen ausgestaltet wurde. Das vergessen die Linken gerne. Und die rechten Tölpel, die über Frau Bock hergefallen sind vergessen, dass Frau Bock weder das löchrige System verschuldet hat, noch Politik betrieben hat, die Flüchtlinge nach Österreich lockt. Sie hat sich einfach aus Mitmenschlichkeit um jene gekümmert, die sonst niemanden mehr hatten. Damit verkennen die Rechten den Unterschied zwischen Gutmensch und guter Mensch. Frau Bock war ohne Zweifel das Zweitere, nicht so wie all die linken Salonkommunisten, die das Geld aller anderen für die Benachteiligten in unserer Gesellschaft einziehen wollen, während sie selbst keinen Finger rühren und ihre Kinder auf Privatschulen schicken.

 

Natürlich kann man ihr vorwerfen, dass sie zuweilen naiv war, siehe Operation Spring wo sie danach gesagt haben soll :

„Davor habe ich gedacht, die Menschen seien grundsätzlich anständig. Danach war ich mir ganz und gar nicht mehr sicher“

Naivität ist jedoch kein Verbrechen, zumal sie selbst ja zu 100% involviert war und nicht mit hysterischen, heuchlicherischen Moralpredigten andere dazu verführen wollte die Suppe für ihre Naivität auszulöffeln, während sie sich selbst vom Geschehen und den Konsequenzen fernhielt.

Bleibt abschließend nur noch zu sagen : Mit Ute Bock ist eine ganz Große von uns gegangen, und wer nicht einmal das bißchen Anstand besitzt einen Menschen dieses Formats wenigstens im Tod in Ruhe zu lassen, dem kann ich nur zurufen :

Go Fuck yourself !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


¹

  • 1999: Ute-Bock-Preis für Zivilcourage
  • 2000: UNHCR-Flüchtlingspreis
  • 2002: Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte
  • 2002: Dr. Karl-Renner-Preis
  • 2003: Greinecker Seniorenpreis des ORF
  • 2003: Marietta und Friedrich Torberg-Medaille
  • 2004: Spin the Globe-Award
  • 2004: Preis des Österreichischen Roten Kreuzes
  • 2004: Interkulturpreis Oberösterreich
  • 2004: Nominierung zur Österreicherin des Jahres in der Kategorie Humanität. Das Preisgeld wurde unter dem Preisträger Georg Sporschill und vier weiteren Nominierten aufgeteilt.
  • 2005: Eine von fünf Österreicherinnen, die beim Projekt 1000 Frauen für den Friedensnobelpreis 2005 ausgewählt wurden
  • 2007: Weltmenschpreis
  • 2010: Nominierung zur Österreicherin des Jahres in der Kategorie Humanitäres Engagement
  • 2011: „Mitten im Leben“-Preis
  • 2012: Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich

 

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