maennergedanken

menschliches – kritisches – politisches

Was der Feminismus wirklich kritisiert. Eine unfreiwillige Demaskierung.

Posted by Clochard - 2. April 2012

Was mir oder anderen Feminismuskritikern schon länger klar ist, wird von den kritisierten Feministen sehr gerne abgestritten.

Manchmal aber ergibt es sich, daß der Zufall zu Hilfe kommt und sich eine Partei selbst ein Ei legt. Der vorliegende Artikel und die dazugehörige Analyse wird dazu beitragen, dem Phänomen Feminismus auf die Spur zu kommen.

Das ist kürzlich wieder einmal passiert als folgender Artikel auf dieStandard erschien :

http://diestandard.at/1332324254166/Twitter-Studie-Virtual-is-real

Der Artikel bespricht die sogenannte Twitter-Studie

Für alle nicht so technikaffinen Menschen eine kurze Erklärung was Twitter ist :
Twitter ist eine Internetanwendung in der man sogenannte Tweets (engl. „gezwitscher“) absetzen kann, was dann von anderen Menschen gelesen wird.
Ein Tweet ist eine Nachricht mit maximal 140 Zeichen und wird von den Menschen gelesen, die dem Ersteller der Nachricht folgen.
Für mehr Informationen dazu hier : http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter

Es ist wichtig an dieser Stelle Folgendes anzumerken :
1) Jeder Mensch mit Zugang zum Internet kann ein Twitter-Konto eröffnen und beginnen zu twittern.
2) Es steht jedem Menschen frei, worüber er twittert und wie er das formuliert
3) Es gibt keinen Zwang Tweets zu lesen oder bestimmten Usern zu folgen
Daraus ergibt sich zusammenfassend :
Twitter ist zu 100% aktiv und passiv demokratisch weil fast jeder mitmachen kann und weil jeder frei entscheiden kann, welche Informationen er dort verfolgt.
Twitter ist insofern vorurteilsfrei und gleichberechtigt, als niemand einen Vorteil davon hat einem bestimmten tweetenden User zu folgen, bzw. keinen Nachteil davon hat, einem anderen tweetenden User nicht zu folgen. Viele Accounts sind außerdem anonymisiert, indem sie weder den Klarnamen noch das Geschlecht des tweetenden Users preisgeben.

Gut, die Voraussetzungen sind geklärt, was wird denn nun eigentlich auf diestandard an Twitter kritisiert (blaue Ziffern von mir) :

Hierzulande sind die Nutzer zu 80 Prozent Männer.(1) Gezwitschert wird in erster Linie von Experten, Journalisten, Politiker und Organisationen.(2)

Der Erfolg bei Twitter(3) von möglichst vielen Nutzer gelesen, retweetet oder erwähnt zu werden, hängt nicht nur vom Gesagten ab, sondern auch vom Bekanntheitsgrad im realen Dasein der jeweiligen Nutzer. Unter den sogenannten Experten ist vor allem @HubertSickinger, Politikwissenschaftler, der sich auf Parteifinanzierung spezialisiert hat, beliebt. Der am häufigsten verfolgte Journalist ist @arminwolf, Moderator der „ZiB 2“. In den von den Wissenschaftlern erstellten Netzwerkwolken fällt vor allem die nach Geschlecht gesplittete auf (4): Frauen sind nicht nur massiv unterrepräsentiert(5), sondern befinden sich in den Netzwerken auch an der Peripherie, außerdem gibt es kaum nennenswerte Frauennetzwerke im Vergleich zu jenen der Männer(6).

Keine neuen Erkenntnisse

Der dichte Netzwerk-Kern ergibt eine blaue (männliche) Blase, während sich Frauen am Rande befinden. Einzig die Journalistin @corinnamilborn befindet sich im Vergleich zu anderen Frauen relativ zentral in der Wolke. @isabelledaniel kommt als zweite zentrale Journalistin vor, befindet sich aber an der Wolken-Peripherie. Interessanterweise wird die ORF-Diskussionsleiterin @ingridthurnher von auffällig vielen gefolgt, sie zwitschert aber kaum und ist damit in der grafischen Darstellung nicht aufzufinden. Die Überproportionalität der Männer und die gleichzeitige Randstellung der Frauen sind in der Web-2.0-Diskussion aber nicht neu: Politik- und Technikblogs, Wikipedia und andere Kanäle werden hauptsächlich von Männern bedient.(7)

Déjà-vu

Die Gründe für die wenigen Frauen auf Twitter sind vermutlich so unterschiedlich, wie die Lebensrealitäten der Frauen different sind.(8) Plakativer für gesellschaftliche Machtverhältnisse im Real Life könnte diese Twitter-Studie jedoch kaum sein. Die Studienautoren erklären diese Tatsache zum einen mit dem starken Sendungsbewusstsein der Männer, zum anderen führen sie dies auf gesellschaftliche Machtstrukturen zurück.(9) Und wie recht sie haben: Hier wie dort schaffen sich die Männer ihre Netzwerke, sind mehr oder weniger öffentlich aktiv und nehmen einen weiteren Raum für sich ein.(10) Diese virtuellen Netzwerke erklären dann auch, warum permanent die gleichen Experten – etwa Hubert Sickinger im „ZiB 2“-Studio – Rede und Antwort stehen. Elitär, verhabert und einflussreich sind sie allemal, die Netzwerke der Herren.(11) (eks, dieStandard.at, 30.3.2012)

Ok, also zerlegen wir die Kritik einmal, und nehmen uns die Punkte einzeln vor :

ad1) Keine Ahnung, wo die Zahl herkommt, die Studie gibt die 80% auf jeden Fall nicht her und ebenso der Social Media Radar Austria, welcher das Geschlecht gar nicht erhebt.

ad2) Hier lässt die Artikelautorin zum ersten Mal aufblitzen, daß sie die Studie entwder nicht gelesen oder nicht verstanden hat. Gezwitschert wird von allen möglichen Menschen, und je nachdem, welches Kriterium man für „vor allem“ anlegt kann man zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Es scheint hier nicht durchgedrungen zu sein, dass die Studie sich auf die Analyse innenpolitischer Themen beschränkt. Von den ausgewählten Accounts wurden außerdem nur jene 374 Innenpolitik-Twitterer verwendet und analysiert, die mindestens 100 Follower hatten, oft zitiert wurden und über möglichst viele verschiedene innenpolitische Themen getwittert hatten. Und sogar wenn man diese Parameter miteinbezieht so sagt die Studie selbst auf S.15 :

Wenige Politiker,
viele Bürger

Von den 374 Nutzer, die sich in der
Vorerhebungspahse als die politisch aktivsten gezeigt haben
und ausgwählt wurden, haben mehr als die Hälfte keinen
erkennbaren politischen Hintergrund. In der
österreichischen Twittersphäre spielen „Bürger“ eine
zentrale Rolle. Politiker sind insgesamt sehr schwach
vertreten, nur sehr wenige österreichische Politiker
haben überhaupt einen Twitter-Account.

Die Studie selbst teilt die analysierten Nutzer exklusiv in die Kategorien Politiker, Journalist, Experte oder Bürger ein, d.h. schon per definitionem sind Bürger weder Politiker, noch Journalisten oder Experten. Aus anderen Quellen kann diese Analyse auch nicht stammen, weil nur die Studie eine Einteilung der österreichischen Twitter Nutzer in diese Kategorien einteilt.

ad3) „Der Erfolg bei Twitter“ ? Was ist diese Phrase denn für ein Unfug. Auf jeden Fall lässt die Formulierung tief blicken. Vereinfachend gesagt ist Twitter eine elektronische Möglichkeit sich mitzuteilen und mit anderen Menschen über kurze Statements (beschränkung auf 140 Zeichen) in kurze Diskussionen einzutreten.  Wenn man so will, dann ist das aus Sicht der Studie innenpolitischer Smalltalk, denn wissenschaftlich und aussschweifend läßt es sich mit 140 Zeichen pro Tweet nicht werden. Das real-life Pendant dazu wäre wohl ein kurzer innenpolitischer Gedankenaustausch in der kurzen Kaffepause im Büro. Kann man dabei „Erfolg“ haben und wenn ja, wie sollte der aussehen ?
Die Antwort ist, es gibt keinen. Aber die Formulierung gewährt einen tiefen Einblick in die Psyche von Feministen. Offenbar wird die Welt durchanalysiert und in weiß und schwarz aufgeteilt (Frauen-Männer). Sollte es sich irgendwo ergeben, daß in einer beliebigen Gruppe, Organisation, Partei u.ä. Frauen nicht im Vorteil sind, so wird infantil mit dem Fuss aufgestampft und hysterisch „Diskriminierung !“ gebrüllt. Wer kennt diese Phase von Kindern nicht, in der sie bei allem und jedem „ich will aber auch“ schreien, ganz egal wie sehr sie das angestrebte Ziel wirklich benötigen oder es ihnen dienlich ist. Es ist das Kennzeichen einer labilen, sich entwickelnden Psyche, die für ein Kleinkind ganz normal ist.
Wenn das bei Erwachsenen auftritt, dann würde ich diesen Zustand klinisch bedenklich finden, und noch schlimmer ist es, wenn – so wie beim Feminismus- eine ganze Bewegung daraus wird. Das ist dann nicht mehr klinisch sondern eher pathologisch.

ad4) Natürlich fällt der Autorin vor allem diese Kategorie auf. Bei einem gesunden Menschen wäre das anders, aber ihr Verstand ist feministisch darauf konditioniert. Gleichsam wie ein Spürhund saust sie durch den Wald des Lebens immer die Nase am Boden um irgendwo eine Fährte zu finden, eine Spur für die (eingebildete) Unterdrückung der Frau. Die beiden groben Schnitzer aus (1) und (2) lassen bereits erahnen auf welchen Teil der Studie sich die Autorin sofort gestürzt hat. Es darf auch bezweifelt werden, ob die Studienautoren der müßigen Frage, welchem Geschlecht die Nutzer angehören, nachgegangen wären, würde nicht die Gleichstellungsmafia an den Universitäten mit Argusaugen darüber wachen, daß dort nichts ohne Frauenbezug geschieht und man darf wohl darüber spekulieren ob die Studie überhaupt publiziert hätte werden können, ohne den Geschlechterkontext explizit herauszuarbeiten.

ad5)  Aha, Frauen sind also massiv unterrepräsentiert. Nun, zum besseren Verständnis wollen wir das Wort Repräsentation analysieren. Die Wikipedia bietet für das Wort abhängig vom verwendeten Kontext unterschiedliche Erklärungen an.
http://de.wikipedia.org/wiki/Repräsentation

Aus naheliegenden Gründen können wir die Definitionen für Repräsentation aus den Gebieten Mathematik, Neurologie, Philosophie, Psychologie, der Datenrepräsentation sowie der Wissensrepräsentation ausschließen, ein kurzer Blick in die jeweiligen Abschnitte im oben verlinkten Wikipedia wird schnell klarmachen warum. Bleiben also die beiden Repräsentationsbegriffe der Politikwissenschaft und der Sozialwissenschaft.

Nachdem in der Bevölkerung der Begriff aus der Politikwissenschaft wohl eher geläufig ist, wollen wir mit diesem beginnen :

Man unterscheidet eine enge und eine weite Definition  :

„Repräsentation im engeren Sinn ist die rechtlich autorisierte Ausübung von Herrschaftsfunktionen durch verfassungsmäßig bestellte, im Namen des Volkes, jedoch ohne dessen bindenden Auftrag handelnde Organe eines Staates oder sonstigen Trägers öffentlicher Gewalt, die ihre Autorität mittelbar oder unmittelbar vom Volk ableiten und mit dem Anspruch legitimieren, dem Gesamtinteresse des Volkes zu dienen und dergestalt dessen wahren Willen zu vollziehen“

Es liegt auf der Hand, dass diese Definition für die Studie ausscheidet, denn bei Twitter ist weder etwas rechtlich autorisiert, noch handelt es sich um Herrschaftsfunktionen e.t.c

Die weite dagegen :

„Repräsentation bedeutet ganz allgemein das Gegenwärtigmachen in einer bestimmten Weise von etwas, das nichtsdestoweniger im wörtlichen Sinn oder tatsächlich nicht gegenwärtig ist.“

Damit diese Definition im Zusammenhang mit der Studie zutrifft müsste man davon ausgehen, dass die auf Twitter anwesenden Männer sich als Repräsentanten des männlichen Geschlechts verstehen und das auch im Sinne der Definition Gegenwärtig machen. Und hier liegt die Krux. Es fehlt der Nachweis, daß sich die twitternden Männer auch nur entfernt als Repräsentanten ihres Geschlechts verstehen und demgemäß auftreten. Wer ab und zu Tweets liest, dem wird auch sogleich völlig klar wie absurd und wirklichkeitsfremd diese Annahme ist. Es fehlt daher schlicht und ergreifend am Gegenwärtig machen, um der Definition zu entsprechen.

Nun, dann versuchen wir es mit der sozialwissenschaftlichen Bedeutung von Repräsentation. Wikipedia schweigt sich dazu aus, weil es noch keinen Artikel dazu gibt. Eine Recherche dazu ergibt, daß der Begriff der Repräsentation gerne in dem feministisch verseuchten Gebiet der Diskursanalyse benutzt wird. Hier kommen wir dem Kern der Sache näher. In Weiterführung des Foucault´schen Gedankengebäudes wird unterstellt, daß ein Diskurs  dann unausgewogen wird, wenn nicht jede direkt oder indirekt betroffene Gruppe in einem Diskurs ausreichend gehört wird.

Mit der passiven Form in vorangegangen Nebensatz ist eigentlich auch schon ausreichend dargestellt, warum und welche Themen aus dem Foucault´schen Theoriegebäude vom Feminismus so freudig rezipiert wurden. Demzufolge hat überall, wo Diskurs stattfindet ein ausgewogenes Verhältnis und Mitspracherecht aller betroffenen Gruppen sichergestellt zu werden. Jedoch, und hier liegt des Pudels wie des Feminismus Kern, wird das Mitspracherecht als eine Bringschuld der Sprechenden (i.e. Diskurshaltenden) aufgefasst und nicht als eine Holschuld der Gesprächsverweigerer. Das entspricht perfekt dem Konzept des Passiv-Aggressivem, welches dem Feminismus essentiell zugrunde liegt. Immer die Anderen haben dafür zu sorgen, daß Feministinnen nicht zu kurz kommen. Darum ist auch der Spagat notwendig sich einerseits in überhöhender Manier als den rundum besseren Menschen zu empfinden aber andererseits sicherzustellen, daß man immer und überall als Primäropfer bedacht wird. In diesem Punkt trifft diese narzißtische Bewegung auch meine besondere Verachtung. Es gibt tatsächlich sehr benachteiligte Menschengruppen mit berechtigten Interessen und kaum Gehör, seien es Behinderte, unheilbar Kranke, Kinder, Arme u.s.w. All diesen Gruppen nimmt der Feminismus die Luft zum Atmen, verdrängt sie aus dem Diskurs, marginalisiert deren Probleme durch die eigene Gerierung als Primäropfer jedweden Sachverhalts. Es gab und gibt in der gesamten Menschheitsgeschichte noch nie eine zahlenmässig bedeutsame Gruppe der es so gut gegangen wäre wie Frauen in heutigen westlichen Demokratien, egal welche Parameter man dafür zur Messung heranzieht (Lebenserwartung, Schwangerschaftskomplikationen, Konsumentscheidungen, Gesundheit, Freizeit  et.c…) und trotzdem ist es genau jene Gruppe, welche sich allenthalben durch Diskriminierungsgeschrei bemerkbar macht.

ad6)  Es gibt also weniger Frauennetzwerke als es derer bei Männern gibt. Was sich hier als Vorwurf liest wird schnell lächerlich, wenn man es eingehender betrachtet. Ein Netzwerk in der Lesart der Studie besteht dann wenn man einerseits selbst twittert, aber andererseits auch mit anderen Usern interagiert und diskutiert. Demnach wäre es für ein Frauennetzwerk nötig, daß Frauen sich bei Twitter anmelden und im Sinne der Studie zu innenpolitischen Themen Stellung nehmen. Um daraus ein Netzwerk zu machen müßten sie weiters mit anderen, ebenfalls twitternden Userinnen in einen diskussionsartigen Austausch treten. Bis zu diesem Zeitpunkt liegt notabene alles in der Hand von Frauen selbst. Die einzigen Einflussmöglichkeiten von Männern auf Twitter Frauennetzwerken zu mehr vorkommen zu verhelfen wären demnach :

  • Frauen freundlich, aber bestimmt aufzufordern einen Twitteraccount zu eröffnen und über innenpolitische Themen zu twittern
  • diese Frauen freundlich, aber bestimmt aufzufordern sich hauptsächlich mit anderen Frauen darüber mittels Tweets auszutauschen
  • als Männer selbst die Kommunikation mit Männern zu vermeiden, damit keine Männernetzwerke entstehen können

Klingt ziemlich lächerlich, zumindest für mich. So etwas würde man wohl maximal für Behinderte tun wenn man der Auffassung wäre, dies würde ihnen irgendeinen meßbaren Mehrwert bringen.

ad7) Hier wird lamentiert, daß im ganzen Bereich Web 2.0 die Beteiligung ziemlich mager ausfällt. Ironischerweise sind sämtliche namentlich genannten Bereiche ebenso demokratisch und freiwillig wie es Twitter ist : Politik- und Technikblogs, Wikipedia und andere Kanäle

ad8) Hier, wo die Autorin eigentlich ihre Hauptberufung sehen sollte, da sich Feminismus Definitionsgemäß mit den Lebensrealitäten von Frauen beschäftigt, hier hätte sie glänzen können. Allerdings vermeidet sie diese Tretmine elegant, indem sie ein lapidares „vermutlich“ hinschmiert. Eigentlich schade, aber ebenso bezeichnend wie von feministischer Seite gewohnt. Statt hier endlich „Butter bei de Fische“ zu geben zieht man sich auf inhaltsleere Floskeln zurück, offenbar um es als Frauenlobby zu vermeiden seiner vertretenen Gruppe auch nur im entferntesten die Verantwortung bzw. „Schuld“ für den kritisierten Zustand zu ersparen. Das ich mit meiner Vermutung nicht so falsch liege, zeigt der nächste Punkt.

ad9)Wieder eine glatte Lüge, aber das ist man ja von feministischer Seite gewohnt.

Die Aussage der Autorin :
Die Studienautoren erklären diese Tatsache zum einen mit dem starken Sendungsbewusstsein der Männer, zum anderen führen sie dies auf gesellschaftliche Machtstrukturen zurück.

Hier diesselbe Passage aus der Studie

im Originalzitat in der Studie (s.15) :
Die Überproportionalität von Männern
entspricht jedenfalls anderen einschlägigen Beobachtungen
von Twitter [30] und mag je nach Perspektive mit
Technologieaffinitat, stärkerem politischem Interesse,
Sendungsbewusstsein oder den allgemeinen
gesellschaftlichen Machtstrukturen zu erklären sein.

Nicht nur, dass die Autorin die beiden erstgenannten möglichen Gründe wissentlich unterschlägt (Technologieaffinität, stärkeres politisches Interesse) unterstellt sie den Autoren auch noch eine Behauptung, die in der Studie im Konjunktiv formuliert ist. Der Ausdruck „mag zu erklären sein“ bedeutet unmissverständlich, daß die Autoren die genannten Gründe für möglich halten, es jedoch im Rahmen der Studie nicht untersucht haben.
Und um den Brückenschlag zum Punkt davor zu machen, hier beginnt die unvermeidliche Suche nach dem Sündenbock, nach der Schuldzuweisung, die ja dann nicht besonders gut funktionieren würde, wenn man seine eigentliche Arbeit erledigt und im Absatz davor sich mit den „in den Lebensrealitäten“ der Frauen liegenden Gründen beschäftigt hätte, warum sie weniger auf Twitter vertreten sind.

ad10) Wir erreichen langsam den Höhepunkt.

Die Autorin :
Hier wie dort schaffen sich die Männer ihre Netzwerke, sind mehr oder weniger öffentlich aktiv und nehmen einen weiteren Raum für sich ein.

Ok, also Männer schaffen sich ihre Netzwerke. Im Sinne der Studie bedeutet das, daß Männer über Twitter miteinander sprechen. Nachdem kaum Frauen vorhanden sind und z.B. wie im Fall von Ingrid Turnherr auch kaum etwas Twittern lautet der implizite Vorwurf an die Männer also frei übersetzt : Wie könnt ihr es wagen über das elektronische Medium Twitter miteinander zu kommunizieren, ohne darauf zu warten oder es irgendwie zu schaffen gleich viele Frauen dazu zu bewegen ?
Es ist dieselbe passive-aggressive Grundhaltung wie unter Punkt 5) bereits besprochen, dieses ewig kleinkindlich-einfordernde „aber um die Frauen muss sich auch jemand kümmern!“

Ach und wir pöhsen Männer sind auch noch öffentlich aktiv. Das ist einer der Grundübeln und Missverständnisse der feministischen Ideologie. Frauen und hier Feministinnen im besonderen ist es unbegreiflich, wie es sein kann, daß sie im Privatleben von Männern ständig bevorzugt behandelt werden aber warum sich diesselbe Verhaltensweise im öffentlichen Raum partout nicht einstellen will.
Tja, die Sache ist einfach erklärt. Im statistischen Durchschnitt haben beide Geschlechter ihre Lebensschwerpunkte woanders. Die Männer im öffentlichen Raum (Beruf, Politik, Wissenschaft, Vereine, Hobbies e.t.c) und die Frauen im privaten Raum (Familie, Freunde, Haus oder Wohnung e.t.c). Im privaten Leben vergibt sich der Mann kaum etwas, wenn er der Frau den Vortritt lässt, während es im öffentlichen Bereich genau andersrum ist. Kaum ein Mann wird bescheiden zurücktreten und einer Frau den Spitzenjob überlassen so wie er ihr im Privatleben in den Mantel hilft.
Und das ist keine spezifisch männliche Verhaltensweise, stay-at-home dads können ein Lied davon singen, wie Frauen mit Zähnen und Klauen ihren angestammten Bereich im Privatleben verteidigen und mitnichten dem Mann dort den Vortritt lassen.

ad11)

Elitär, verhabert und einflussreich sind sie allemal, die Netzwerke der Herren.

Aber ja, der Kulminationspunkt der Sündenbocksuche.
Wie oben bei den Voraussetzungen besprochen ist gerade Twitter alles andere als elitär, es ist ganz im Gegenteil nachgerade basisdemokratisch. Im Vergleich zu Twitter ist ein Damenkaffeekränzchen um Längen elitärer, als dort tatsächlich nur ein begrenzter Personenkreis mitreden kann und darf.
Verhabert dann auch noch. Geht die Autorin tatsächlich davon aus, die Menschen, die über Twitter miteinander kommunizieren wären Freunde ? Das ist so absurd und lächerlich, das ich mir wegen der Offensichtlichkeit sogar erspare das hier zu kommentieren.
Ach und einflussreich ist ein Twitter Netzwerk auch. Inwiefern ? Hat ein Tweet schon jemals ein Gesetz beeinflusst, eine Förderung oder Subvention vergeben oder nicht, eine Steuer eingeführt oder abgeschafft, irgendeine sonstige Vergünstigung oder einen Nachteil für irgendjemanden bewirkt ?
Es ist tatsächlich bemerkenswert, was sich die Autorin in ihrer feministischen Paranoia da zusammenfabuliert.

Fazit : Der Artikel gibt ein vortreffliches Beispiel für das immanente Wesen des Feminismus ab.
Nachdem Gleichberechtigung vor dem Gesetz nur insofern noch nicht erreicht ist, als bereits seit Jahren ausschließlich Männer gesetzlich benachteiligt werden hat der Feminismus nach seinem ursprünglichen Verständnis seine Existenzberechtigung verloren. In der Zwischenzweit wurden aber bereits so viele Versorgungspöstchen für Feministen geschaffen (Gleichstellungsbeauftrage, Gleichbehandlungsanwältinnen, Frauenministerium, unzählige subventionierte Vereine mit zweifelhafter Extistenzberechtigung……) das es zur Perpetuierung des Status Quo unerlässlich ist, das Feministinnen immer neue Diskriminerungsmythen erfinden.
Zu Hilfe kommt ihnen dabei die systemantische Gehirnwäsche, welcher man unsere Jungend seit vielen Jahren unterzieht und die Tatsache, daß der schleichende Übergang von Gleichberechtigung zu Gleichstellung mit den darin enthaltenen Konsequenzen der breiten Bevölkerung noch nicht bewußt geworden sind.
Nachdem die letzen Strohhalme, an die sich die Systemerhalterinnen und Besitzstandswahrerinnen klammern können aber immer dürftiger werden (die Lohnscherenlüge wackelt gewaltig, einen Blogbeitrag gibt´s dazu von mir in Kürze, das weibliche Opfermonopol auf Gewalt wackelt, u.s.w) sind es so lächerliche Themen wie die Twitter-Diskriminierung, welche den endgültigen Untergang dieser unseligen, mneschenverachtenden Ideologie Feminismus einäuten werden.
Für eine Hassideologie wie den Feminismus darf im 21.Jahrhundert einfach kein Platz mehr sein.

2 Antworten to “Was der Feminismus wirklich kritisiert. Eine unfreiwillige Demaskierung.”

  1. Geniale Analyse mit viel Arbeit verbunden. Eigentlich wäre das eine Artikel für Cuncti.

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